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Sieg in Bad Zwesten

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Nachdem ich letztes Jahr wegen starker beruflicher Beanspruchung neben den Mannschaftskämpfen kaum Zeit für Schach hatte und sogar das Finale der Deutschen Amateurmeisterschaft absagen musste hatte ich Anfang des Jahres endlich wieder Zeit, an einem Open teilzunehmen: Vom 2. bis 6. Januar fand in Bad Zwesten ein 9-rundiges Open statt. Nach sensationellem Start mit 5 Siegen genügten mir anschließend 3 Remis und eine Niederlage zum Turniersieg vor GM Romuald Mainka und IM Karsten Volke.

Leider sagten kurzfristig zahlreiche Titelträger ab (u.a. die Großmeister Luther, Orlov und Levin), so dass nur 31 Spieler am Meisterturnier und 34 Spieler am Amateurturnier teilnahmen. Die Bedenkzeit war mit 2 Stunden für 40 Züge und 30 Minuten für den Rest der Partie recht kurz aber bei 2 Partien am Tag wäre eine längere Bedenkzeit kaum möglich gewesen. Leider kam ich wegen des engen Zeitplans auch nicht dazu die Vorzüge des am Randes des idyllischen Naturparks Kellerwald-Edersee gelegenden Kurorts auszunutzen (Schwimmbad, Wanderwege, Nervenheilanstalt). Statt dessen grübelte ich jeden Abend über der Vorbereitung auf den nächsten Gegner - nur um trotzdem ständig vom Verlauf der Eröffnung überrascht zu werden. Da mein Laptop nicht ins hauseigene WLAN kam und ich in den ersten Runden nicht bemerkte, dass an der Hotelrezeption die Paarungen der nächsten Runde auslagen, machte ich mich auch zweimal morgens um 6:30 auf den Weg zum Kurhaus um den nächsten Gegner zu ermitteln...

Die frische Luft scheint mir gut getan zu haben, denn ich gewann die ersten 5 Runden. Allerdings hatte ich in Runde 3 gegen Karsten Volke und noch mehr in Runde 4 gegen Uwe Kersten viel Glück in schlechterer bzw. verlorener Position.

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Die beiden Stellungen zeigen die Partie Gassmann - Volke nach dem 20. bzw. 26. Zug von Weiß. Nach etlichen "krummen Zügen" (Volke) von Weiß in einem Nimzoinder hätte Schwarz mit 20. .. f5! 21. Sg6: hg6: 22. Dg6: Dc6 23. c4 Sf4:! in Vorteil kommen können. Statt dessen folgte 20. .. a6? 21. Te1 b5 22. Lc5 La8 23. Kh2 Sf6 24. De2 Bb7 25. Tc2 Sf8 26. a4 mit Vorteil für Weiß. Schwarz versuchte noch das Qualitätsopfer Tc5: 27. dc5: ba4: 28. La6: Dc7 erhielt aber nach 29. c6! keine ausreichende Kompensation. In meinen beiden Weißpartien gegen Königsindisch gelang es mir erfolgreich, den schwarzen Läufer g7 zu kontrollieren (links Gassmann-Maric, Runde 5, rechts Gassmann-Mainka, Runde 7).

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Allerdings versäumte der sympathische GM Romuald Mainka in der rechten Stellung in starker Zeitnot nach meinem Zug 40. e5?! das richtige Da5 mit schwarzen Vorteil, da er nach 40. .. Tg7 41. ed6: Dd6: die Aktivierung des Springers duch 42. Sc3! übersehen hatte. Bald musste er die Qualität für diesen Springer geben und hatte Glück, noch Remis zu erreichen: In der folgenden Stellung hätte b6 wegen der Drohung Dd8+ schnell gewonnen. Statt dessen spielte ich 88. De8+ Kh7 67. De7+ Kh6 68. b6 Le1 und erzwang nun Remis durch Dauerschach.

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Trotzdem war dieses Remis und das Remis gegen IM Donchenko am vorletzten Tag entscheidend für meinen Turniersieg. Gegen letzteren nahm ich in vermutlich leicht besser Stellung Remis an, nach 22. .. e4 sollte die Schwäche von d3 schwerer wiegen als der blockierte Freibauer d5 und das für Weiß unzugängliche schwache Feld e6.

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Leider war dann die Luft raus: Vor der vorletzten Runde führte ich bei 6 aus 7 mit einem halben Punkt Abstand und hatte bereits gegen alle Konkurrenten gespielt. So musste ich gegen den 12 jährigen Dennis Wagner antreten, der 4,5 aus 7 hatte. Obwohl ich wie üblich die Eröffnungstheorie vergessen hatte, spielte ich ordentlich und erreichte folgende vorteilhafte Stellung:

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Nun hätte 38. .. Dg4: 39. Db5 Dh5: 40. Da5: Dh1+ 41. Ka2 De4 zu einer chancenreichen Stellung geführt, statt dessen ließ ich mich nach 38. .. Te3:? 39. Dd2? fg4: ?? 40. Dd5 mattsetzen. Nach diesem Schock willigte ich in der letzten Runde widerstrebend in das Remisangebot meines Gegners ein, da die Konkurrenz ebenfalls ohne Kampf Remis gemacht hatte und mir so der Turniersieg sicher war:

RangNameELOPunkteBuchh.
1 Volker Gassmann 2269 6,5 46
2 GM Romuald Mainka 2501 6,5 44
3 IM Karsten Volke 2417 6,5 43,5
4 IM Anatoly Donchenko 2384 6 45
5 FM Uwe Kersten 2282 6 44,5
6 Davor Maric 2278 6 43

Fazit: Ein schönes Turnier, welches hoffentlich nächstes Jahr stärkeren Zuspruch findet und für mich ein Jahresauftakt nach Maß.