Andrei Blitzkitin

Geschrieben am 09.12.2006 von Bernd Rosen

Bundesligablitz: Tolle Premiere in edlem Ambiente

Mit 86 Teilnehmern, darunter 20 internationalen Titelträgern, war das Bundesliga-Blitzturnier bei seiner Premiere ausgezeichnet besetzt. Die Teilnehmer zeigten sich besonders angetan von den ausgezeichneten Spielbedingungen. Unangefochtener Sieger mit 13 Punkten aus 15 Runden wurde Andrei Volokitin, der einsam seine Kreise zog und zwischenzeitlich satte 3 Punkte Vorsprung besaß. Ladehemmung hatten dagegen die übrigen Großmeister, die alle nicht in die Preisränge kamen: Igor Glek blieb mit 10 Punkten nur der undankbare 8. Platz, Erwin l'Ami und Alexander Motylev erzielten gar nur 9,5 Punkte. Enttäuscht zeigte sich vor allem Alexander Motylev, der noch vor Andrei Volokitin die Setzliste angeführt hate: Wenn ich wieder zu Hause in Ekaterinburg bin, melde ich mich wieder beim Kinderschach an!

Den Sprung aufs Treppchen schafften dagegen IM Andrei Orlov (SF Gerresheim), der auf 11 Punkte kam und Volokitin die einzige Niederlage zufügte, und der Essener Lokalmatador IM Karlheinz Podzielny (10,5 Punkte).

So begeistert die Teilnehmer waren - bedauerlich war aus Katernberger Sicht doch die geringe Resonanz der Veranstaltung bei den Spitzenspielern der übrigen Westbundesligisten. Wattenscheid hatte sich schon frühzeitig aus der Organisation zurückgezogen, die Mülheimer stiegen einige Tage vorher aus (immerhin hielt Daniel Hausrath seine gegebene Zusage ein und nahm als einziger Spieler aus dem Mülheimer Kader am Turnier teil), und dann mussten auch noch die bereits gemeldeten Holländer in Solinger Diensten wieder aus der Teilnehmerliste gestrichen werden. Der Chronist fühlt sich hier unwillkürlich an die von Ringelnatz beschriebene Australienreise der Ameisen (s.u.) erinnert...

Dennoch überiwegt die Erinnerung an eine rundum gelungene Veranstaltung. Oft gehörte Frage: "Wann macht Ihr so etwas wieder" - oder, wie es der Solinger Tunrierleiter Oliver Kniest formulierte: Ganz lieben Dank an unsere Freunde aus Katernberg für die wirklich grandiose Ausrichtung! Wer dieses Turnier verpasst hat, ist selbst schuld gewesen! Ein Dank geht auf jeden Fall auch an die Schachfreunde des ESV Großenbaum und von Köln-Longerich, die mit der Ausleihe von Spielmaterial ebenfalls zum Gelingen der Veranstaltung beitrugen.

Die Turniertabelle und die Ergebnisse der einzelnen Runden stehen auf  Franz Jittenmeiers Schachticker zur Verfügung: www.chess-international.de .

Das Gedicht von Ringelnatz geht so:

In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Denn auf den letzten Teil der Reise.

So will man oft und kann doch nicht
Und leistet dann recht gern Verzicht.

Zurück

Der größte Feind der Qualität ist die Eile.

Henry Ford

Schachaufgabe

<<  <  >  >>
-