Auf Messers Schneide

Geschrieben am 29.11.2021 von Volker Gassmann

SFK III gewinnt 4,5:3,5 gegen Dortmunder SV

Die Anreise war für mich mit - aber nicht wegen - Erich und den Jubilaren Willy und Werner stressiger als geplant: Zunächst war die A40 gesperrt, was uns 15 Minuten kostete und dann fanden wir das in der Kleingartenanlage etwas versteckte Spiellokal nicht und mussten uns nach telefonischer Rücksprache von Lasse einweisen lassen, der auch gemeldet hatte. Zu Unrecht hatte ich mich darauf verlassen, dass unsere Senioren sicherlich schon Dutzende Kämpfe gegen Dortmund ausgetragen hatten und sich auskennen würden. Gemeinerweise hatte Dortmund erst vor kurzem das Spiellokal verlegt. Durch Lasses Einsatz waren wir aber nur wenige Minuten verspätet am Start.

Da wir diesmal mit lediglich einem Ersatzspieler nominell deutlich überlegen waren. ging ich sehr optimistisch in den Kampf. Nach 90 Minuten hatte Willy eine Qualität gewonnen und stand klar auf Gewinn, ansonsten war alles offen. Daher war ich mit dem Remis von Gerd Geerlings sehr einverstanden, der den auf den starken Bauern f6 gestützten Königsangriff seines Gegners zwar durch umsichtiges Spiel zunächst pariert hatte, den f6 aber nicht beseitigen konnte.

Meine Zustimmung zum Remis bereute ich aber schon nach wenigen Minuten, da Erich und Lasse aus ausgeglichenen Stellungen vom Weg abkamen und auch Berthold sehr gefährdet stand.

Nach 3 Stunden hatte zunächst Willy wie geplant gewonnen, Erich und Lasse jedoch verloren, so dass wir 1,5 : 2,5 hinten lagen. Da ich Bertholds und Werners Stellungen als zwar kompliziert aber eher schlechter einschätzte, sah es trotz guter Stellungen unserer Jugendlichen zu diesem Zeitpunkt also nicht gut aus für uns. Kurz vor der Zeitkontrolle verlor Berthold nach einem starken Abschluss seines Gegners dann tatsächlich: Wir lagen 1,5 : 3,5 hinten. Zum Glück überspielten unsere Jugendlichen ihre Gegner im Endspiel: Zunächst Jonas, und dann überraschend schnell auch Noel. Damit war der Ausgleich wiederhergestellt.

So lag wie so oft die ganze Verantwortung bei Werner Nautsch, der nach einer seltsamen Eröffnung - vermutlich Bird - lange Zeit unter seinen durch den gegnerischen Bauern c3 eingeklemmten Ta1 und Lc1 gelitten hatte - zumindest ich hatte jedenfalls gelitten! Bei der sehr späten Öffnung der Stellung stand aber Werners rochierter König hinter dem Bauern h2 besser als der schwarze König im Zentrum, und der schlafende weiße Damenflügel griff gerade rechtzeitig entscheidend ins Spiel ein, um in ein gewonnenes Endspiel mit zunächst einem und bald zwei Mehrbauern abzuwickeln.

Eine sehr kaltblütige und wichtige Partie von Werner, der damit den schlechten Saisonstart fast vegessen machte. Trotzdem müssen wir uns steigern, um den Klassenerhalt zu sichern, denn nominell waren wir an allen Brettern überlegen!

SFK 3 gegen Dortmunder SV

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Die Menschen haben nie mehr Geist gezeigt, als wenn sie gespielt haben und wegen seines Mangels an Glückreiz steht das Königliche Spiel über allen anderen und stellt es der Wissenschaft nahe.

Gottfried Wilhelm Leibniz

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