Caissa - eine griechische Göttin?

Geschrieben am 25.05.2018 von Jürgen Kraft

Ein Bericcht vom ACO-Turnier auf Kos

Liebe Schachfreunde, das ACO-Turnier auf Kos ist bereits Tradition: Schach in der Frühlingsonne der Ägäis - Meer, Wein, Meeresfrüchte und SchachfreundInnen inclusive! Vorsicht: Extreme Suchtgefahr, ich habe bereits vor dem Rückflug für 2019 geplant.

Einige Tage früher angereist hatte ich Gelegenheit, die südlich von Kos gelegene Vulkaninsel Nisyros zu besuchen - Lieblingsurlaubsziel von Jürgen Riesenbeck. Stefanos-Krater in der Inselmitte, ein echter „Vorzeigevulkan“. Riesenkrater, letzter Ausbruch 1887. Nach Ansicht der Geologen ist zur Zeit kein Ausbruch zu befürchten - aber die kochendheißen Schwefelfumarolen im Kratergrund stimmen den Besucher etwas mulmig… Das Bergdorf Nikia auf Nisyros ist ein Traum in Blauweiß, wie im Bilderbuch.

Zurück zum Wesentlichen: Eine „schachtheologische“ Frage, entstanden am Abend bei Rotwein und Blick auf das Meer: Ist Caissa wirklich eine griechische Göttin? Die Griechen kannten doch kein Schach?! (Verzeih mir die Frage,Liebste!)

Ok, im fünften Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung erfolgte der Angriff der Perser. Schlacht bei Marathon 490, Seeschlacht bei Salamis 480 vor Christus. Kennen wir aus der Schule. Aber: Mal angenommen,die Perser als Erfinder des Schachspiels hätten mit ihrer Invasionsarmee genügend Spielmaterial (von Schach Niges Manes??) mitgeführt und den griechischen Siegern das Spiel kurz vor dem Rückzug beigebracht: Warum sind dann keine Partien aus der Hochzeit des Hellenismus bekannt? Woher kommst Du, unsere Göttin? - und verzeih die Frage.

Zum Turnier: 2017 habe ich mich mit einer DWZ von 1774 für die Ratinggruppe C: 1800- 2000 angemeldet. Auch wenn ich kurz vor dem Turnier 1804 erreicht habe: Das war echt hartes Brot! Am Ende 4 aus 9, nicht ganz mein Wunsch, aber leistungsgerecht. Zwei Partien zum Thema Eröffnungsfallen möchte ich gerne zeigen. Und ich danke meinem „Schachvater“ Werner Nautsch: In der letzten Partie hatte ich die Eröffnung misshandelt und stand nach Damentausch klar schlechter. Entscheidung: Kein langes Leid, sondern einen Bauern opfern und dann mit Minusbauern in ein aktives Turmendspiel gehen. Bei jedem Zug habe ich mich gefragt: Was würde Werner spielen? Turm in die gegnerische Stellung, immer von hinten angreifen. Dem Gegner maximal auf die Nerven gehen! Am Ende eine Philidor- ähnliche Stellung. Benjamin Jensen aus Dänemark war sichtlich betrübt. Danke,Schachvater!

Zwei Partien zum Thema Eröffnungsfallen

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Zum Abschluss des Turniers noch etwas ganz Besonderes: Juga aus Südamerika. Schachspielerin, hauptberuflich Sängerin und bildschön: Kann eine Frau ein Lied über Schach machen? Sie kann! Ihr neues Album erscheint in zwei Monaten, wir durften die Kos(t)probe hören! Toller Text (Schach), schöne Musik und ein beeindruckendes Schachvideo. In zwei Monaten: Juga und „Capablanca" (so der Titel Ihres Liedes) googeln! Hätte gerne gegen sie gespielt - und natürlich verloren. Aber sie startete in Gruppe F (1200 - 1400). Juga, bitte gewinne doch noch einige Turniere!

Juga

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