Das letzte Gefecht

Geschrieben am 08.07.2009 von Volker Gassmann

SFK-Jugend gewinnt Stichkampf gegen Wattenscheid und bleibt in der Verbandsliga

Mit einem Happyend für SFK geht die Spielzeit 2008/2009 zu Ende: Unsere U20-Mannschaft bezwang am letzten Wochenende der Saison die Konkurrenten aus Wattenscheid im Stichkampf gegen den Abstieg aus der Jugendverbandsliga mit 5:3. "Matchwinner" beim Stand von 4:3 war Jan Dette, der ein vorteilhaftes Endspiel sicher zum Sieg führte. Hier der ausführliche Bericht mit Fotos:

In den vorigen Spielen hatte es die Mannschaft trotz erheblicher Leistungssteigerung gegenüber der ersten Saisonhälfte versäumt, den rettenden 4. Platz zu erreichen, so dass nun der Stickkampf gegen die starken Wattenscheider um den 3. Absteiger aus den beiden Parallelgruppen entscheiden musste. Bereits vor dem Kampf war klar, dass die Chancen unserer sehr jungen und spielstärkemäßig sehr homogenen Mannschaft in erster Linie an den Brettern 4-8 liegen würden: An Brett 1 und 2 sind bei Wattenscheid die (Herren-) BL-Spieler Kuipers und Tereick gemeldet und auch Brett 3 Matthias Körber ist mit DWZ 1818 noch etwas stärker als Patrick Imcke, unsere Nr. 1.

Wie erwartet spielte der "Legionär"  Kuipers jedoch nicht und wegen eines krankheitsbedingtes Ausfalls ließ Wattenscheid Brett 1 frei, so dass Thomas Blumerger an Brett 2 gegen den früheren deutschen U16-Meister Benjamin Tereick und Daniel gegen Matthias Körber antreten musste. Tatsächlich gerieten beide von Anfang an unter Druck: Daniel übersah einen Doppelangriff und Thomas büßte einen Bauern in einem Slawischen Damengambit ein. Während Daniel schnell aufgeben musste, spielte Thomas sehr stark und verteidigte sehr zäh ein Turmendspiel.

An den Brettern 5-8 rechnete ich mit guten Chancen für uns und tatsächlich kamen Jan Dette, Michel Meyer, Maximilian Heldt und Patrick Ruhwedel gut aus der Eröffnung. Dies galt leider nicht für Tim Dette, der mit Weiß nach mehreren Fehlern noch Glück hatte, dass er "nur" die beiden Zentrumsbauern weniger hatte und nicht Figur und Bauer! Besonders überzeugend gewann Patrick Ruhwedel, der keinen Fehler beging und seinen Gegner systematisch überspielte. Max versäumte es nach starker Eröffnung den bereits begonnenen Königsangriff gegen die geschwächte Königsstellung seines Gegners fortzusetzen, was zu einem schnellen Sieg geführt hätte. Statt dessen öffnete er das Zentrum und ging auf Bauernjagd. Der resultierende Mehrbauer war aber nur schwer zu verwerten. Auch Michel hatte nach guter Eröffnung 2 Bauern gewonnen, beging jedoch im Turmendspiel gravierende Fehler, die dem Gegner ein Remis ermöglicht hätten. Nach einigen bangen Momenten ließ dieser jedoch die Chance verstreichen und Michel war wieder auf der Siegesstrasse. Der Kampf verlief insgesamt insofern gerecht, als an jedem Brett der Spieler gewann, der das Spiel auch diktiert hatte: Nachdem Tim kurzfristig eine Qualität gewonnen hatte und auf Gewinn stand stellte er durch zu schnelles und sorgloses Spiel bald Bauer und Qualität wieder ein, manövrierte seinen Turm ins Abseits und musste in ein hoffnungsloses Bauernendspiel abwickeln. Beim Stand von 3:2 für uns blieben die Partien von Thomas, Jan und Max und da abzusehen war, dass Thomas das Turmendspiel verlieren würde, brauchten wir 1,5 Punkte aus den Partien von Jan und Max da beim 4:4 die Berliner Wertung gegen uns gewesen wäre. Zum Glück stellte der Gegner von Max einen ganzen Turm ein, was die Gegnerin von Jan zwang, Risiken einzugehen um auf Gewinn zu spielen.

Diese ungerechfertigten Gewinnversuche wehrte Jan ab und erreichte ein vorteilhaftes Endspiel, was er sicher gewann. Ein verdienter Sieg, da Jan als Schwarzer mit Albins-Gegengambit seinen Bauern bei anhaltendem Druck zurückgewonnen hatte und das Spiel zunächst diktierte. Leider versäumte er dann eine Kombination und konnte seinen Entwicklungsvorsprung zunächst nicht in positionelle Vorteile umsetzen. Hier noch weitere Bilder des letzten umlagerten Kampfes sowie der Siegermannschaft, die in der nächsten Saison sicherlich um den Aufstieg mitspielen kann!

Zurück

Jeder Dummkopf kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.

Arthur Schopenhauer

Schachaufgabe

<<  <  >  >>
-