Der "Cem"pion holt den letzten Punkt

Geschrieben am 03.09.2017 von Jürgen Kraft

SFK 4 siegt nach dramatischem Kampf in Werden

Bei allerschönstem Spätsommerwetter fanden wir uns in Werden zum Bezirksliga-Spiel SF Werden 2 gegen SFK 4 ein. Dort fand gleichzeitig das Fest zu Ehren des heiligen Ludger, Gründer des Klosters und der Abtei, statt. Schließlich ist Werden viele Jahrhunderte älter als Essen. Wir konnten jedoch weder das Fest noch das Wetter genießen- dafür gab es dramatisches Schach.

Der Beginn war für uns katastrophal: Isabel Otterpohl überschritt die Zeit, Jonas Jahrke verkalkulierte sich in klar besserer Stellung. Noel Gallas konnte dem Werdener Mannschaftsführer ein Remis abtrotzen. Und ich? In einer schönen Durchbruchskombination (mein Hirn jubelte schon) fand mein Gegner einen phantastischen Computerzug, den ich völlig übersehen hatte. Mit einem ebenso schönen stillen Zug hätte ich Vorteil bewahren können - den haben wir aber auch in der nachfolgenden Analyse nicht gesehen. Da musste erst zu Hause DEEP FRITZ ran. Fazit nach gut drei Stunden: 0,5- 3,5. Schlimmer kann es nicht kommen!

Ein Lichtblick: Luca Zamhöfer holte den vollen Punkt. Tut mir leid, Luca: Deine Partie habe ich leider nicht gesehen, was auch an der ungünstigen Raumverteilung lag. Es blieben drei Turmendspiele… Alte Katernberger Regel: Turmendspiele sind remis, außer, sie werden von Werner Nautsch gespielt. Heute hatten wir den WN-Klon in gleich dreifacher Ausfertigung! Zunächst Thomas Sikorski: Klarer Vorteil, technisch sauber verwertet. 2,5 zu 3,5. Die beiden verbliebenen Endspiele sehen sehr nach Remis aus…. Ok,Cem hat minimalste Vorteile. DAS REICHT NICHT!!

Es geschieht das beinahe Unmögliche: Michael Wolff knöpft seinem Gegner durch Kampfgeist in einer "Totalremisstellung" den vollen Punkt ab. Ausgleich! Cem wickelt seine minimal bessere Position zu einem Endspiel T+B gegen T ab. Der schwarze König beherrscht des Umwandlungsfeld, es sieht verdächtig nach der Philidor-Remisstellung aus. Cem gibt gemeine Schachs und es gelingt ihm, den gegnerischen König abzudrängen. Sein Gegner hätte sich besser verteidigen können, aber nach über 90 Zügen waren beide Kontrahenten total erschöpft. Endlich: Die Lucena Stellung!!! Cem gewinnt mit dem exakt einhundertsten Zug. Ende gut,alles gut: 4,5: 3,5. Und Werner hat interessante Gegner in Turmendpielen!

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Das muss ein Esel sein, der mit fünfzig Jahren noch dieselben Anschauungen hat wie vor zwanzig Jahren.

Otto Fürst von Bismarck

Schachaufgabe

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