Die Meistermacher

Geschrieben am 19.03.2013 von Bernd Rosen

Schulschach: Platz 4 für Leibniz beim Landesfinale WK2

Unter einem unglücklichen Stern stand die Terminierung der diesjährigen NRW-Meisterschaft in der Wettkampfklasse 2: Ursprünglich für den 21.03. gepant, wurde das Turnier um zwei Tage vorverlegt. Zeitgleich fand auch das Bezirksfinale im Mädchenfußball statt, weshalb wir mit Anna Bérénice Döpper auf eine unserer erfolgreichen Stammspielerinnen verzichten mussten. Cem Celik war ebenfalls verhindert, für diese beiden kamen kurzfristig Same und Sajad Ebady zum Einsatz. Die Spitzenbretter wurden wieder von Clemens Waidelich und Lukas Schimnatkowski besetzt.

Dass auch diese Vier eine schlagkräftige Truppe bildeten, zeigte sich schon in der 1. Runde: Gegen das Städtische Gymnasium Meschede erreichte Sajad völlig mühelos ein Remis, ebenso souverän siegte Clemens. Nach der Niederlage von Same lag es also an Lukas: Der schaffte es leider nicht, die missratene Eröffnung des Gegners zu bestrafen und kam über ein Remis nicht hinaus – 2:2.

In der 2. Runde gegen Hennef scheiterte Same nur an seiner Unerfahrenheit und ließ seine Gegnerin in total gewonnener Stellung noch ins Remis entschlüpfen. Auch Clemens schaffte es nicht, sein Endspiel mit Turm gegen Läufer zu gewinnen. Lukas hatte ein Remisangebot auf mein Geheiß hin abgelehnt, verlor später aber völlig den Faden und verlor. Da auch Sajad diesmal nicht in die Partie fand, stand statt des möglichen Sieges eine 1:3 Niederlage zu Buche.

Es folgte der Kampf gegen den Turnierfavoriten aus Paderborn: Sajad und Same hatten ihren erfahrenen Gegnern diesmal nichts entgegen zu setzen. Auch Clemens konnte dem starken Carsten Hecht, der bereits an deutschen Jugendmeisterschaft erfolgreich teilnahm, nicht standhalten. Schließlich verlor auch Lukas den Kopf und gab eine Gewinnstellung durch ein schlecht berechnetes Opfer noch aus der Hand: 0:4.

Zum Glück waren wir in der folgenden Runde spielfrei – Zeit, die hohe Niederlage aus den Köpfen zu bekommen. Dabei half auch die SMS von Anna: "Wir haben das Finalspiel gegen die Gesamtschule Bockmühle gewonnen!" - der Verzicht auf das NRW-Finale war also nicht umsonst! Gestärkt durch diese gute Nachricht gingen wir in den letzten Kampf mit dem festen Vorsatz, die rote Laterne noch abzugeben. Dazu musste aber das "Gymnasium der Mariannhiller Missionare Maria Veen" aus Reken unbedingt besiegt werden – über diesen Namen stolperte der Turnierleiter ein ums andere Mal...

Schon nach 10 Minuten sah es gut aus für Leibniz: Zwar hatte Same nach anfänglich gutem Spiel die Übersicht verloren, aber Clemens hatte bereits eine Figur gewonnen. Lukas stand sehr bequem, und auch Sajad hielt sich gut. Sein Remisangebot wurde vom Rekener Spieler abgelehnt, aber Sajad behielt die Nerven und parierte die gegnerischen Drohungen mit guter Übersicht ab. Dann ging es plötzlich Schlag auf Schlag: Clemens siegt im Endspiel, und Sajad erhielt durch ein tolles Figurenopfer zwei unwiderstehliche Freibauern. Einen davon brachte er zur Dame, anschließend fuhr er souverän den Punkt ein. Zeitgleich stellte Lukas seinen Gegner vor ein undeckbares Matt: 3:1 und der erste Sieg!

Am Ende fehlte nur ein Brettpunkt zum Gewinn der Bronzemdeaille, und wir waren sogar das Zünglein an der Waage bei der Vergabe des Siegerpokals: Denn Meschede und Paderborn waren punktgleich, Paderborn wurde nur dank des besseren Torverhältnisses NRW-Meister. Unser Unentschieden in der 1. Runde hat Meschede also den Titel gekostet. Fazit: Meister sind wir wieder nicht geworden, aber immerhin Meistermacher!

Zurück

Erfahrungen sammelt man wie Pilze: einzeln und mit dem Gefühl, dass die Sache nicht ganz geheuer ist.

Erskine Caldwell

Schachaufgabe

<<  <  >  >>
-