Ein grandioses Finale

Geschrieben am 15.04.2013 von Ulrich Geilmann

Zentrale Endrunde der Schachbundesliga in Schwetzingen

Das galt diesmal nicht so sehr für die letzten Mannschaftskämpfe, die aus Katernberger Sicht nur noch eine Standortbestimmung bedeuteten, sondern besonders für das wundervolle Ambiente und das tolle Rahmenprogramm der zentralen Abschlussrunde rund um das Weltkulturerbe Schloß Schwetzigen mit Ausstellungen, Lehrgängen und Simultanveranstaltungen. Zu dem Rahmen gehörte u. a. ein Empfang der Stadt Schwetzigen im schlossnahen Palais Hirsch, an dem ich am Donnerstagabend als einer der Vertreter der Schachbundesliga teilnahm. Eine Soiree mit getragener Musik und entsprechend feierlichen Reden. Höhepunkte waren dabei sicherlich die Grußworte des DSB-Präsidenten Herbert Bastian sowie des Exweltmeisters Anatoly Karpov.

Vorher gab's aber noch eine Abnahme der Spielsääle durch den Turnierdirektor der Schachbundesliga Jürgen Kohlstädt, die unser Edelfan Heidi Saller und ich als Beobachter begleiteten. Aus diesem Grund konnten wir im übrigen auch leider nicht am traditionellen Mannschaftsdinner teilnehmen, dass diesmal dem Vernehmen nach bei einem Mexikaner stattfand und von GM Parimarjan Negi, GM Sebastian Siebrecht, IM Ilja Zaragatski, IM Robert Ris und IM Matthias Thesing getragen wurde. Robby hatte übrigens wieder seinen Vater Wim an seiner Seite, was mich besonders freute. GM Nazar Firman, IM Jens Kontainy und IM Christian Scholz sollten dann am Freitag zum Team stoßen. Während sich das Team also Speisen mit Migrationshintergrund schmecken ließ, versuchte ich es zur selben Zeit mit typischer kurpfälzischer Küche und bestellte mir in experimenteller Laune das Lieblingsgericht unseres Altkanzlers Kohl: Saumagen. Schmeckte unerwartet gut.

Der Freitag begann mit einem ausgiebigen Frühstück, Sightseeing und einem deftigen Mittagsmenue in einem örtlichen Brauhaus. Während dessen trudelten so nach und nach auch die verlorenen Söhne ein, so dass um 15.30 Uhr eine relaxte Mannschaftsmeldung erfolgen konnte. Alles gut. Die Aufstellung unseres elostärkeren Reisepartners war indes aber keine echte Überraschung mehr, denn wir hatten (ebenso wie die Solinger SG) im gleichen Hotel gebucht:

SV Mülheim NordSF Katernberg
Vachier-Lagrave Negi
Navarra Firman
Fridman Siebrecht
Landa Zaragatski
Feygin Kotainy
Levin Ris
Hausrath Thesing
Saltaev Dr. Scholz

Vor dem Partiebeginn wollte ich aber noch zwei Geburtstagskindern gratulieren. Der Solinger Spieler Jan Smeets und Erwin l’Ami feierten nämlich just an diesem Freitag ihren 28. Geburtstag. Grund genug den Beiden eine Schwetzinger Süßwarenspezialität zu offerieren. Smeets musste übrigens am Morgen erst von seinen Teamkollegen an seinen Ehrentag erinnert werden!

Um 16.00 Uhr waren dann aber endgültig alle Freundlichkeiten ausgetauscht.  Und es ging gleich spannend los. So griff Jens, der sich ja in Deizisau seine 1. Großmeisternorm erspielt hatte, mal wieder tief in seine Variantenkiste und grub ein Abspiel der Französischen Verteidigung aus, die seinen Gegner am Königsflügel zunächst weitestgehend lahm legte. Kurze Zeit später folgte sogar noch ein Turmopfer mit dem er den Bauernwall vor dem gegnerischen König zersprengte. Als sich der Gefechtsnebel lichtete, hatte er zwar eine Qualität weniger, aber dafür etliche Bauern mehr. Eine bis dahin mehr als beachtenswerte Kampfleistung. Ebenso gut gefiel mir die Stellung von Parimarjan, nur dass er am Damenflügel loslegte und bald auch die materielle Oberhand bekam. Parimarjan hat übrigens vor kurzem ein Turnier in Texas gewonnen. Außerdem erschienen zu meiner freudigen Überraschung auch noch eine Katernberger Abordnung zur moralischen Unterstützung. Ich war sprachlos!

Die übrigen Partien sahen danach über einen langen Zeitraum hinweg ausgeglichen aus, wobei allerdings Sebastian eine Qualität gegen letztlich zwei Bauern einstrich, Robby (allerdings in einer im übrigen etwas gedrückten Stellung) einen Bauern gewann und Nazar gegen den Weltklassemann Navara ein mutiges Figurenopfer brachte. Vielleicht ging was!

In der 4. Spielstunde schien allerdings Ilja in einen nicht ungefährlichen Angriff zu geraten, was für den Großmeister in spe sicher ein wenig Ungemach bedeutete. Auch bei Sebastian drehte sich der Wind. Daniel Fridman gelang es, die Material- und Stellungsverhältnisse wieder klar zu seinen Gunsten zu relativieren, was ihm kurze Zeit später den Partiegewinn sicherte. Schachmatt (0:1).

Dann purzelten die Ergebnisse: Zunächst der hochverdiente Ausgleich durch Jens (1:1), dann ein Remis bei Robby (1,5:1,5) und der erneute Führungstreffer für Mülheim bei Ilja (1,5:2,5). Kurz danach musste leider auch noch Nazar die Segel streichen. (1,5:3,5).

Nach der 1. Zeitkontrolle hatte ich nach einem (zugegebener Maßen) sehr flüchtigen Blick den Eindruck, dass die Endspiele von Parimarjan und Christan zwar kompliziert, aber letztlich vielleicht doch vorteilhaft waren. Bis zum rettenden Ufer war es aber jeweils noch ein langer Weg. Damit wäre eine Punkteteilung dann machbar, falls es Matthias gelänge, seine Partie noch zu halten. Aber auch das war harte Arbeit. Es blieb mithin zunächst noch ein Stück weit spannend.

Doch grau ist alle Theorie. Parimarjan konnte (wie neulich in Bremen) mit einem Wunderspringer zwar alle gegnerischen Damenflügelbauern aufhalten, doch es gelang ihm danach nicht mehr, das Remis zu vermeiden, (4:2). Das verschlechterte wiederum unsere Chancen auf den Mannschaftspunkt dramatisch. Und als sich dann auch noch Matthias Läufer verlief, war der Keks endgültig gegessen. (5:2).

Blieb noch die Partie Saltaev – Dr. Scholz, die Christian inzwischen aber klar dominierte. Doch sein Ergebnis war letztlich nur noch Kosmetik (5:3) und änderte nichts an dem klaren und hoch verdienten Sieg unseres Reisepartners, der sich damit die Chancen auf den zweiten Tabellenplatz bewahrte. Insoweit herzliche Glückwünsche an unseren Ruhrgebietsnachbarn!

SV Mülheim Nord5 : 3SF Katernberg
Vachier-Lagrave ½ : ½ Negi
Navarra 1 : 0 Firman
Fridman 1 : 0 Siebrecht
Landa 1 : 0 Zaragatski
Feygin 0 : 1 Kotainy
Levin ½ : ½ Ris
Hausrath 1 : 0 Thesing
Saltaev 0 : 1 Dr. Scholz

Die Partie von Christian dauerte bis ca. 21.30 Uhr. Jedenfalls war das für mich viel zu spät um noch irgendwelche Nahrungsmittel ohne Schlafeinbußen zu mir zu nehmen. Außerdem musste ich am nächsten Morgen wegen einer Besprechung zwischen der Schachbundesliga und dem DSB früher aufstehen. Ich hatte daher mit dem Team vereinbart, dass man sich je nach Einzelergebnis ruhig schon einmal vorab im Hotel zu einem Mannschaftsessen zusammenfinden sollte, was dann auch so geschah. Ich fiel jedenfalls um 22.00 Uhr müde und vielleicht auch ein wenig enttäuscht ins Bett.

Am nächsten Morgen musste ich nach dem Frühstück erstmal eine Tragekonstruktion für ein etwas sperriges Gepäckstück konstruieren, was mir aber unter Verwendung von ungefähr 1,2 km Packband dann auch auf Anhieb gelang. Dem Ingenieur ist halt nix zu schwör! Es handelte sich dabei übrigens um den Siegerpokal für den alten und neuen Deutschen Meister OSG Baden-Baden, der am Sonntag feierlich übergeben werden sollte.

Gegen 10.00 Uhr war dann der bereits angesprochene Erörterungstermin mit dem DSB, in dem es u. a. um die Ausgestaltung der weiteren Zusammenarbeit zum Wohle des Schachsportes ging, angesetzt. Das Gespräch verlief in der erwartet harmonischen Atmosphäre. Man kennt und respektiert sich.

Ab 13.00 Uhr packte mich dann jedoch wieder das Schachfieber; ging es doch gegen unseren alten Lokalrivalen, den SV Wattenscheid, der allerdings nicht in bestmöglicher Besetzung antrat:

SF KaternbergSV Wattenscheid
Negi Bogner
Firman Rustemov
Siebrecht Appel
Zaragatski Johannessen
Kotainy Dr. Holzke
Ris Hirneise
Thesing Dr. Dinstuhl
Dr. Scholz Straeter

Damit würde es wohl ein Kampf auf Augenhöhe geben. Man durfte letztlich aber auch nicht unterschätzen, dass die Bochumer bereits am Vortage klar gegen die SG Solingen verloren hatten und noch gegen die starken Mülheimer spielen mussten. Wenn sie also punkten wollten, dann vermutlich gegen uns. Dies galt für uns jedoch gleichermaßen umgekehrt und insoweit kannte ich den Ehrgeiz meiner Pappenheimer. Aber wir hatten einen ganz entscheidenden Vorteil. Ich hatte heute nämlich endlich wieder mein Teamshirt an, das gestern in der Eile im Hotel geblieben war. Leider war das gute Stück nach der elenden Pokalschlepperei schon reichlich durchgeschwitzt. Doch da mein Deo hielt, konnte ich mich trotzdem noch unter die Leute trauen. Zur Sicherheit trug ich überdies noch den magischen Schal. Mit dem gesamten Schachvoodookram im Rücken konnte eigentlich gar nichts mehr schief gehen!

Wie auch immer: Um 14.00 Uhr nahm das Schicksal seinen Lauf! Übrigens hatte das Zuschauerinteresse gegenüber dem Vortage deutlich zugelegt. In der Eröffnungsphase lief noch alles den gewohnten Gang, wobei Parimarjan frühzeitig einen Bauern gab, was ihm aber offensichtlich einen leichten Entwicklungsvorsprung, eine halboffene Linie und freies Figurenspiel garantierte. Insoweit ergab sich dort eine mehr als gute Kompensation. Mithin sollte das Material schnell zurück kommen. Bemerkenswert war auch, dass Jens heute wiederum eine sehr aggressive Eröffnungsbehandlung an den Tag legte und sich so schon einen Holzagronomen einverleibt hatte. Allerdings braute sich hier ein beachtliches Figurenangriffsszenario gegen ihn auf.

Zwischendurch gab’s immer mal wieder ein kurzes Trompetensignal. Jetzt werden Sie – lieber Leser – sicher fragen: Ein Trompetensignal? Im Turniersaal? Ist das nicht verboten? Und Radio Eriwan würde antworten: Im Prinzip ja, aber in diesem speziellen Fall nein! Handelte es sich doch um den verzweifelten Versuch von Sebi seine heuschnupfengeplagte Nase zu reinigen.

In der zweiten Spielstunde kam es dann zu dem von mir befürchteten Feuerwerk als Dr. Holzke mutig seine Figuren in Jens Stellung opferte. Ich hoffte da natürlich auf den einen oder anderen Rohrkrepierer; aber das sah alles schon brandgefährlich aus. Gerne hätte ich jetzt einmal Mäuschen bei Klaus Bischoff gespielt, der diese Partie bei seiner rappelvollen Livekommentierung sicher auch im Fokus hatte; aber das wäre irgendwie wohl nicht so ganz statthaft gewesen.

Ein anderes Highlight war übrigens die überaus gut besuchte Simultanveranstaltung von Anatoly Karpov, die parallel im Palais Hirsch stattfand. Dafür hatte ich aber keinen Sinn zumal sich mittlerweile die Lage bei Parimarjan geklärt hatte. Die Meister einigten sich darauf, die Partie nach Zugwiederholung friedlich zu beenden (0,5:0,5).

Zwischenzeitlich hatten sich bei Christian nicht unflotte Materialverhältnisse ergeben. Er hatte dabei zwar seine Dame ins Geschäft stecken müssen, doch dafür zwei Türme und einen Springer erhalten. Insgesamt ging das Ding jetzt aber in die heiße Phase. Hierfür war insbesondere das doppelte Qualitätsopfer von Robby symptomatisch, der sich dadurch jedoch ziemlich weit vorgerückte Freibauern erspielte. Ich hatte dennoch meine Zweifel, ob das wirklich gut gehen konnte. Allerdings war mein Hauptsorgenkind im Moment ohnehin Matthias, der unterentwickelt da stand und seine Uhr schon deutlich strapaziert hatte. Nach einigen genauen Verteidigungszügen konnte dann aber zunächst Jens den Angriff seines Gegners abwehren und trug so mit einem ganzen Punkt zum Gesamtergebnis bei. (1,5:0,5).

Frei nach dem Motto, die Kuh gibt Milch, man muss ihr nur lange genug den Euter massieren, erspielte sich Nazar etwa zu dieser Zeit einen Mehrbauern. Matthias musste es sich parallel dazu aber gefallen lassen, seine Dame etwas unvorteilhaft abzutauschen. Während dessen wechselte in der Partie Sträter – Dr. Scholz zum x. Male das Brettmaterial. Man hatte fast den Eindruck, die Herren könnten sich nicht so recht entscheiden, wie sie’s gerne hätten.

Doch wie bereits befürchtet, segnete erstmal unser Mattes das Zeitliche. Verdienter Ausgleich für Wattenscheid. (1,5:1,5). Kurz vor der Zeitkontrolle dann aber weitere Entscheidungen: Verdiente Punktgewinne für Nazar (2,5:1,5) und Christian (3,5:1,5). Derweil sprengte sich aber offenbar Ilja selbst in die Luft. Da Sebastian bereits seit längerer Zeit ausgeglichen stand, würde sich der Kampf nun wohl auf Robby’s Brett entscheiden und der stand so, dass ich mir eine Stellungsbewertung ohne Computerunterstützung jedenfalls nicht mehr zutraute. Das war wiederum so verboten wie die Nacht und Würfel hatte ich keine zur Hand. Insoweit musste ich erstmal mit einer gewissen Ungewissheit leben. Eine Stunde später lief Ilja dann quasi in ein Selbstmatt. (3,5:2,5). Okay, sagen wir besser, er hat sein Leiden selbst abgekürzt. Aber auf Robby war Verlass. Er machte nach hartem Kampf den ganzen Punkt. Eine außergewöhnliche Kampfleistung! (4,5:2,5). Zwei Mannschaftspunkte!

Insofern hätte Sebi ab jetzt locker weiterspielen können. Doch irgendwie wurde das zunächst gleich stehende Endspiel immer schwieriger. Irgendwann kam dann auch noch ein Bauer abhanden und zu guter letzt ließ Appel nichts mehr anbrennen. Sebastian verlor schließlich nach 7 harten Spielstunden die Partie. Das war ein wirklich ereignisreicher Spieltag, den übrigens auch unser Reisepartner für sich entschied.

SF Katernberg4,5 : 3,5SV Wattenscheid
Negi ½ : ½ Bogner
Firman 1 : 0 Rustemov
Siebrecht 0 : 1 Appel
Zaragatski 0 : 1 Johannessen
Kotainy 1 : 0 Dr. Holzke
Ris 1 : 0 Hirneise
Thesing 0 : 1 Dr. Dinstuhl
Dr. Scholz 1 : 0 Straeter

Der Abend endete in gelöster Stimmung bei einem zünftigen Brauhausessen. Außerdem lernte ich meinen ersten russischen Satz: Пиво и водку, пожалуйста - ein Bier und einen Wodka, bitte! спасибо – Danke!

Der Sonntag begann mit einem entspannten Frühstück und der Gewissheit schon eine sehr stabile Saison gespielt zu haben. Mit den 14 Punkten auf der Habenseite war ich wirklich ganz zufrieden. Insofern betrachtete ich den Abschlußkampf gegen Solingen als Bonus. Außerdem hatte ich erfahren, dass man heute auch einmal den Exweltmeister Karpov am Brett erleben würde. Herz, was willst Du mehr!

SG SolingenSF Katernberg
Ragger Negi
Stellwagen Firman
Jones Siebrecht
Sandipan Zaragatski
Smeets Kotainy
L’Ami Ris
Naumann Thesing
Hoffmann Dr. Scholz

Zum Rundenbeginn gab’s allerdings ein kleines logistisches Problem, weil die automatisierten Eintrittskarten nicht mehr funktionierten. Das verursachte geringe Zeitverzögerungen. Ansonsten war aber alles prima, zumal heute Jens und Robert nach meiner Rechnung um eine GM-Norm spielen konnten. Außerdem schien endlich mal die Sonne! 

Nach meinem ersten Rundgang konnte ich keine besonderen eröffnungstheoretischen Eskapaden entdecken. Offenbar wollten es die Jungs heute insgesamt etwas relaxter angehen lassen. Ich hatte also Muße, um den Siegerpokal und die Erinnerungsmedaillen mediengerecht zu drapieren und einen kurzen Plausch mit der Schachjournalistenprominenz abzuhalten, die zahlreich vertreten war.

Um die Mittagszeit versuchte Jens einen Bauerndurchbruch im Zentrum, was Smeets zu langem Nachdenken veranlasste. Einen interessanten Kampf konnte man auch bei Nazar verfolgen. Hier griff Stellwagen am Königsflügel an, während unser Ukrainischer Held davon unbeeindruckt seine Linien am Damenflügel öffnete.

Das erste zählbare Ergebnis erzielte Parimarjan. Die Partie war von Beginn an ausgeglichen, so dass das Remis absolut in Ordnung ging. (0,5:0,5). Sein Gegner GM Markus Ragger wurde übrigens nach der Partie mit dem Schönheitspreis der Schachbundesliga für das Spieljahr 2011/2012 geehrt.

Die wohl seltsamste Partie des Tages spielte Sebastian, der sich nach einem durchaus remisverdächtigen Spielaufbau in einer relativ einfach zu durchschauende Zugfolge mattsetzen ließ. Eigentlich nicht zu glauben. (0,5:1,5). Ich denke aber mal, dass seine Konzentration durch die Allergietabletten gegen den Heuschnupfen beeinträchtigt war. Nazar knockte seinen Gegner aber kurz danach mit einer Rechts-Links-Kombination aus und schaffte so fast postwendend den Ausgleich! (1,5:1,5).

Dann passierte eigentlich lange nichts mehr. Man tastete sich ab. Kurz vor der Zeitkontrolle kam dann Ilja auf mich zu und bat darum, in relativer Zeitnot auf Unendschieden spielen zu dürfen. Dieser Bitte konnte und wollte ich nicht abschlagen. (2:2). Bis dahin hatten wir den Kampf ziemlich ausgeglichen gestalten können, wobei ich mir allerdings etwas Sorgen um Christian machen musste, der im Doppelturmendspiel zunächst mit zwei, später allerdings nur noch mit einem Minusbauern da stand. Die Begegnung blieb aber auch am frühen Nachmittag mehr als spannend. Wenn man bedenkt, dass es ja eigentlich um nichts mehr als die Ehre ging, konnte man mit der kämpferischen Einstellung des Teams mehr als zufrieden sein. Ich war es jedenfalls und zwar unabhängig von Ausgang der einzelnen Partien.

Dies galt zum Beispiel für den Einsatz, den Robby zeigte, der sich für eine gute Saison mit einem Remis gegen Erwin l’Ami belohnte. (2,5:2,5). Trotzdem war er nicht ganz zufrieden, weil er in der Analyse feststellte, dass er vielleicht hätte gewinnen können. Dies galt weiterhin für unseren Jens, der seinen Gegner fast die gesamte Partie über unter starken Druck gesetzt hat. Auch sein  Remis war mehr als verdient (3:3). Leider reichte es danach weder für Robby noch für Jens zur ersehnten GM-Norm. 

Während dessen half Heidi noch bei der Siegerehrung. 

Bei Matthias sah es lange Zeit so aus, als könne er sogar einen ganzen Punkt machen. Am Schluss war aber auch sein Remis völlig in Ordnung. (3,5:3,5). Insoweit spielte um 16.00 Uhr nur noch Christian. Eigentlich hatte er mir versprochen, nicht ganz so lange am Brett zu bleiben, aber das war offensichtlich Makulatur! Die Position sah inzwischen allerdings wieder remislich aus, so dass eine Punkteteiliung in greifbarer Nähe lag! Und so geschah es dann! (4:4).

SG Solingen4 : 4SF Katernberg
Ragger ½ : ½ Negi
Stellwagen 0 : 1 Firman
Jones 1 : 0 Siebrecht
Sandipan ½ : ½ Zaragatski
Smeets ½ : ½ Kotainy
L’Ami ½ : ½ Ris
Naumann ½ : ½ Thesing
Hoffmann ½ : ½ Dr. Scholz

Ein erfreulicher Saisonabschluss. In der Endabrechnung 11. Platz mit 15 Mannschafts-punkten. Danke an alle, die das möglich gemacht haben!

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