Ein starkes Gespann

Geschrieben am 04.03.2012 von Bernd Rosen

Schulschach: Leibniz-Gymnasium bleibt in der Erfolgsspur

Auch bei den Schulschachwettbewerben 2012 macht das Leibniz-Gymnasium bislang eine ausgezeichnete Figur, wobei die SFK-Jugendlichen dabei eine herausragende Rolle spielen: In der WK II und der WK III überstanden die beiden Mannschaften nach dem Gewinn der Stadtmeisterschaft auch die nächste Runde und qualifizierten sich für die Meisterschaft des Regierungsbezirks Düsseldorf, die am 13. März in Solingen stattfindet. Die WK4-Mannschaft kam bei der NRW-Meisterschaft auf den 3. Platz und verpasste den Sprung zur Deutschen Meisterschaft nur um Haaresbreite.

Bei der Zwischenrunde mussten beide Mannschaften kurzfristig umgestellt werden, weil sich Cem am Vormittag des Spieltages krank meldete. Für ihn kam Same Ebady in die Mannschaft, der ursprünglich für die WK II vorgesehen war. Dessen Bruder Sajad wurde von mir kurzerhand in der Pause requiriert (früher nannte man so etwas wohl "Bauernlegen") und komplettierte die WK II - Mannschaft. Beide Mannschaften erreichten den 1. Platz, wobei in der WK III das Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium aus Wuppertal wie schon im Vorjahr der härteste Konkurrent war. Die SFK-Spieler Tim Dette, Lukas Schimnatkowski und Anna Bérénice Döpper (WK III) sowie Jan Dette, Clemens Waidelich und André Kolbe (WK II) gaben dabei insgesamt nur ein Remis ab.

Bei der NRW-Meisterschaft kam die Leibniz-Auswahl mit Lukas Schimnatkowski, Anna Bérénice Döpper, Cem Celik und Sören Tonnemacher nach dramatischem Verlauf auf den 3. Platz:

Ein denkwürdiger Turniertag begann für die Mannschaft schon vor 10 Uhr: Nach der 2. Schulstunde sammelte ich die Spieler an der Schule ein – da die Meisterschaft diesmal in Gütersloh stattfand, fuhren wir mit dem Auto zum Turnier. Vor Ort stellten wir schnell fest, dass Leibniz diesmal auf dem Papier zum erweiterten Favoritenkreis zu zählen war – die Startrangliste führte uns bei 30 teilnehmenden Mannschaften auf dem 3. Platz. Tatsächlich wurden die ersten beiden Kämpfe recht locker gewonnen. Schon in der 3. Runde trafen wir auf das starke Gymnasium Paderborn Schloss Neuhaus. Dieser Kampf nahm einen dramatischen Verlauf: Nachdem Cem seine Gegnerin regelrecht schwindelig gespielt und den Punkt sicher nach Hause gebracht hatte, sah alles nach einem hohen Sieg aus: Doch Lukas verspielte am Spitzenbrett ein gewonnenes Bauernendspiel zum Remis und Anna lief in totaler Gewinnstellung in ein tödliches Abzugsschach – statt 3:0 stand es plötzlich 1,5:1,5. Die ganze Verantwortung lastete nun auf Sören, der als einziger Nicht-Vereinsspieler der Mannschaft natürlich in jeder Partie einen besonders schweren Stand hatte. Und tatsächlich: Obwohl er eine Mehrfigur besaß konnte Sören sich zwischen all den guten Möglichkeiten nicht entscheiden und überschritt in immer noch völlig unklarer Stellung die Zeit.

War das Rennen damit schon gelaufen? Die Spieler ließen die Köpfe nur ganz kurz hängen – schließlich waren noch 6 Runden zu spielen, in denen auch Paderborn noch verlieren konnte! Und tatsächlich gelang die Aufholjagd: Nach zwei weiteren Siegen saßen wir dem Stiftsgymnasium aus Gütersloh gegenüber, das alle Spiele – auch gegen Paderborn – gewonnen hatte und die Tabelle zu diesem Zeitpunkt alleine anführte. Anna legte in einer überlegen geführten Partie das 1:0 vor, leider musste Sören den Ausgleich hinnehmen. Cem besaß mit Turm gegen Springer nur noch theoretische Gewinnmöglichkeit und machte auf meine Anweisung Remis – zeitgleich gewann Lukas nach einer taktisch verwickelten Partie sein Endspiel. Nach diesem knappen Sieg führten wir gemeinsam mit Gütersloh und Paderborn die Tabelle an, das Rennen war wieder völlig offen.

Leider mussten wir gleich in der nächsten Runde gegen die Hohwart-Grundschule aus Dortmund ein unnötiges Unentschieden hinnehmen. Cem, der sein Temperament vorher so gut gezügelt, bedächtig und mit Überlegung gespielt hatte, spulte seine Züge im Blitztempo herunter und verlor in nicht einmal einer Minute. Sören musste sich trotz hartnäckiger Verteidigung ebenfalls geschlagen geben, da reichten die klaren Siege von Lukas und Anna nur zum Unentschieden. Zwar folgten in den beiden letzten Runden noch zwei überlegene Siege, aber die Konkurrenten leisteten sich keinen Ausrutscher mehr: Am Ende siegte das Stiftsgymnasium Gütersloh nach Wertung vor dem Gymnasium Paderborn Schloss Neuhaus, uns blieb nur der 3. Platz. Dass diese drei Mannschaften im Turnier eine Klasse für sich waren, zeigt die Abschlusstabelle, in der wir satte 4 Mannschaftspunkte Vorsprung auf den Vierten aufweisen.

Auf der Rückfahrt (Ankunft in Essen: 19.30 Uhr!) überwog die Freude über den gewonnenen Pokal und die Genugtuung, gegen den neuen NRW-Meister gewonnen zu haben. Auch mit ihrem individuellen Resultat konnten unsere Cracks sehr zufrieden sein: Anna Bérénice Döpper (7d) gewann mit 8:1 Punkten die Medaille für das beste Ergebnis am 2. Brett, Cem Celik (6a) holte superstarke 7,5:1,5 Punkte, Lukas Schimnatkowski (7a) löste seine Aufgabe am Spitzenbrett mit 7:2 Zählern ebenfalls überzeugend. Und Sören Tonnemacher (7e) zeigte mit seinen 4:5 Punkten, dass er sich auch gegen die Vereinsspieler durchaus zu behaupten vermag.

Zurück

Man ist meistens nur durch Nachdenken unglücklich.

Joseph Joubert

Schachaufgabe

<<  <  >  >>
-