Endstation Porz

Geschrieben am 24.01.2005 von Bernd Rosen

SFK im DSB-Pokal ausgeschieden

Eine Woche bevor die Bundesliga ihre "Winterpause" beendet fand am 22./23.01.2005 in Dortmund die Zwischenrunde im DSB-Vereinspokal statt. Neben den vorberechtigten Bundesligisten SFK und Porz nahmen hieran KKS Köln (2. Bundesliga West) und SC Hansa Dortmund (NRW-Liga) teil. SC Hansa Dortmund als Ausrichter bot gute Bedingungen für Spieler und Zuschauer, dennoch fanden die Kämpfe praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Die Auslosung, erst vor Ort vorgenommen, ergab die Paarungen Porz- KKS Köln und Hansa Dortmund - SFK. Während sich die Porzer (mit den Großmeistern Lutz, Vaganjan, Gurwitsch und van den Doel überragend ebsetzt) trotz einer überraschenden Niederlage von GM Christopher Lutz gegen Dieter Morawietz nach gut vierstündiger Spielzeit durchsetzten, wurde unsere Begegnung gegen die Gastgeber erst in einem dramatischen Finale in buchstäblich letzter Sekunde entschieden.

IM Matthias ThesingZunächst erzielte IM Christian Scholz mit den schwarzen Steinen in einem aktiv geführten Königsinder gegen Deto Bischof das 1:0. IM Martin Senff kam nach frühem Damentausch gegen Oleg Eismont über ein Remis nicht hinaus. Zu wenig Stehvermögen zeigte Bernd Rosen, der im Mittelspiel lange Zeit Vorteil besaß, dann aber in ein nur ausgeglichenes Springerendspiel abwickelte. Hier verpasste er gleich mehrere Wege zum Ausgleich und musste schließlich seinem Gegner Vyacheslav Kluyner zum Sieg gratulieren.

Die Entscheidung musste also am Spitzenbrett fallen. Hier hatte IM Matthias Thesing (Foto) gegen IM Bernd Kohlweyer schon in der Eröffnung einen Bauern geopfert und dafür starken Königsangriff erhalten. Doch der Dortmunder verteidigte sich beinhart, die Entscheidung fiel erst gegen Ende der 6stündigen Spielzeit, als beide Spieler wild herumblitzten. Hier hatte Matthias das glücklichere (und einen Tick schnellere) Händchen, die "Platte" seines Gegners fiel zuerst.

Die Begegnung gegen den haushohen Favoriten Porz konnte das SFK-Team nur ca. 3 Stunden offen gestalten. In der Zeitnot setzten sich die Großmeisterdann souverän durch:

IM Christian ScholzIM Sebastian Siebrecht, der für den beruflich verhinderten Matthias Thesing ins Team rückte, landete bei seiner Suche nach einem scharfen und unklaren Abspiel ausgerechnet in einer Leib- und Magenvariante von Mikhail Gurevich. Sein Königsangriff erwies als nicht so gefährlich wie es zunächst den Anschein hatte, die schwarzen Chancen m Damenflügel erwiesen sich als realer. IM Martin Senff stand gegen GM Raphael Vaganjan lange Zeit völlig zufrieden stellend und geriet erst in Zeitnot auf die schiefe Bahn. FM Bernd Rosen überraschte GM Christopher Lutz in der Eröffnung mit einer wenig gespielten Variante. Der Porzer fand jeoch am Brett eine starke theoretische Neuerung. Nach einem Fehler des Katernbergers entstand ein schwieriges Endspiel, in dem Lutz makellose Technik demonstrierte. Allein Christian Scholz (Foto) konnte die Niederlage vermeiden. Nach starkem Eröffnungsspiel stand er lange Zeit riesig. Am Ende fehlte ihm die Zeit um den Weg aus dem Dauerschach zu finden und willigte gegen Erik van den Doel ins Remis ein - in Gewinnstellung, wie die sofortige Anaylse ergab!

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Kaum verloren wir das Ziel aus den Augen, verdoppelten wir unsere Anstrengungen.

Mark Twain

Schachaufgabe

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