Erfolgreich aufgemischt

Geschrieben am 18.01.2017 von Volker Gassmann

Jugendbundesliga: SFK U20 nach Sieg gegen Porz auf Platz 4

Nach dem deutlichen und verdienten Sieg gegen den Serienmeister und bisherigen Tabellenführer Porz ist in der Jugendbundesliga auf einmal wieder alles offen: Vom neuen Spitzenreiter Bochum bis Brackel auf Platz 5 haben alle Mannschaften in den letzten 3 Runden die Chance ganz oben zu landen. Dabei spielen wir und Brackel noch 2X gegen Mannschaften der unteren Hälfte, während Bochum, Lippstadt und Porz nominell das schwerere Restprogramm haben. In jedem Fall bestehen gute Chancen auf Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft.

Während wir in Bestbesetzung antraten, kamen bei Porz gleich drei Ersatzspieler zum Einsatz. Trotzdem waren wir nominell an den ersten vier Brettern unterlegen. Am Spitzenbrett setzte Xianliang Xu (DWZ 2277) Patrick Imcke schon in der Eröffnung unter Druck, und auch Lukas stand mit Schwarz gegen Tobias Niesel schlechter, da er im Zentrum und am Damenflügel kein Gegenspiel hatte. Dafür sah es an drei Brettern von Beginn an sehr gut aus für uns: Timo erhielt mit Weiß im offenen Sizilianer durch Damenschwenk nach h3 eine starke Angriffsstellung, und Nikita hatte in seinem Linksspringer deutlichen Entwicklungs- und Zeitvorsprung. Noel erreichte gegen Caro Kann mit der Abtauschvariante Vorteil, weil Schwarz seinen Läufer fianchettierte. Sehr unklar stand Tim, dessen Sc6 nach dem Bauernvormarsch e4-e5-e6 hing und nur vom ebenfalls gefährdeten Se5 gedeckt wurde.

Nach 90 Minuten musste Patrick nach mehreren Ungenauigkeiten aufgeben. Dafür hielt Tims Stellung. Kurze Zeit später opferte Nikita eine Figur, um seinen Entwicklungsvorteil auszunutzen. Objektiv gab es wohl stärkere Züge, aber am Brett war die objektiv vielleicht nur leicht nachteilige Stellung von Schwarz kaum zu halten. Jedenfalls war ich ab hier sehr optimistisch für den Kampf. Bereits im übernächsten Zug gab seine Gegnerin Kathrin Sewald einen ganzen Turm auf a8 zurück und hoffte vermutlich, den Sa8 zu fangen und sich mit 2 Leichtfiguren gegen Turm und 1 oder 2 Bauern verteidigen zu können. Da aber die Rochade verhindert war, dauerte es viel zu lange, die schwarzen Figuren zu koordinieren, so dass ein Bauern nach dem anderen verloren ging. Noels Gegner startete einen der Bauernstellung durchaus angemessenen Minoritätsangriff mit a6 und b5 – aber seine Figuren standen dafür verkehrt und so ging nach dem starken Gegenstoß a2-a4 ein Bauer verloren, so dass Noel deutlichen Vorteil erzielte. Bei Tim vereinfachte sich die Stellung weiter und auch er erhielt mit starkem Läufer auf d4 gegen einen auf a4 abseits stehenden Springer deutlichen Vorteil.

In bedrängter Stellung fand Lukas dann eine sehr gute Verteidigungsstellung mit Kh8, Tg8 und Turmschwenk von b7 nach h7. Demgegenüber hatte sich der Weiße in dem Bestreben, möglichst schnell Linien am Königsflügel zu öffnen und die Türme auf der g-Linie zu verdoppeln, seinen eigenen König eingeklemmt und auch die Harmonie seiner Figuren sträflich vernachlässigt. Daher konnnte Lukas nach dem weißen Opferangebot Sf5 einfach mit Sf4 kontern und plötzlich mit Th7 und Lc8 Matt auf h3 drohen. Kurze Zeit später gewann Tim nach beiderseitigen Fehlern zunächst den Springer und dann die Partie. Wenig später gab auch Nikitas Gegnerin auf: 2:1 für Katernberg.

Leider war Noel inzwischen vom Weg abgekommen, und sein Mehrbauer hatte sich in einen Minusbauern verwandelt. Zum Glück erreichte er ein Endspiel mit Läuferpaar gegen Springer + Läufer, welches objektiv sicherlich Remis war. Unterdessen hatte Timos Gegner den Königsangriff nur mit dem Verlust von 2 Bauern abwehren können, so dass Timo das Endspiel nach einem weiteren Fehler schnell gewann. Beim Stande von 3:1 nach der Zeitkontrolle musste daher noch mindestens 1 Remis erzielt werden.

Lukas stand inzwischen klar auf Gewinn, da sein lange schlechter schwarzfeldriger Läufer die Stellung nach verfehltem Abtausch auf f4 dominierte, während sein weißfeldriger Gegenspieler ein echter Krüppel blieb. Bei ungleichfarbigen Läufern ist der Angriff bekanntlich besonders gefährlich, und tatsächlich erzielte Lukas mit einem sehr schönen Qualitäts- mit anschiießendem Turmopfer das Matt erzielen. Auch Noel konnte seine Stellung halten, so dass das 4,5 : 1,5 Ergebnis völlig verdient war.

Rückblickend sind die beiden knappen Niederlagen natürlich besonders ärgerlich, aber mit den gezeigten Leistungen steht die Tür zur DVM-Teilnahme weit offen!

Nachstehend die Partie von Lukas mit der sehenswerten Schlusskombi zum Nachspielen:

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