Erster Saisonsieg für SFK VII

Geschrieben am 14.12.2021 von Axel Cremerius

SV MH-Nord VI - SFK VII 2,5-3,5

Nach der Niederlage gegen Steele/Kray in der 1. Runde standen wir in dieser ziemlich ausgeglichenen Liga bereits unter Zugzwang. In nominell bester Aufstellung fuhren wir nach Mülheim zur 6. Mannschaft des SV Nord. Diese hatten die 1. Runde ebenfalls recht hoch gegen die eigene 7. Mannschaft verloren. Gleiche Voraussetzungen also für beide Mannschaften. Nord 6 trat mit 2 Ersatzspielern an. Somit waren wir an den ersten 5 Brettern im DWZ Vorteil, nur an Brett 6 hatte Sam die leichtniedrigere DWZ als sein Gegner. Gute Voraussetzungen für einen entspannten Sonntag also.

Trotzdem wurde es eine äußerst knappe Partie mit dem besseren Ende für uns. Ziemlich früh erspielte sich Achim Kühn an Brett 5 eine vorteilhafte Stellung. Nach Gewinn der Dame für eine Leichtfigur folgte kurze Zeit später das 1-0 für uns.

Sam Becker an Brett 6 kam zunächst in Vorteil und gewann eine Leichtfigur für 2 Bauern. Dann kam er aber etwas vom Wege ab, als sein Gegner einen Bauernsturm am Königsflügel begann. Leider fand er nicht immer die besten Züge und musste nach 35 Zügen die Waffen strecken. Zwischenstand 1:1.

An Brett 4 hatte Markus Kontny den größten DWZ-Vorteil aller Spieler: 1435 gegen 1122! Dass in der Kreisliga aber eher die Tagesform als die DWZ den Ausschlag gibt zeigte sich in dieser Partie deutlich. Bis zum 17. Zug hielt Markus die Partie offen, dann spielte er mehrere schlechte Züge hintereinander, die sein Gegner konsequent ausnutzte. Nach 24 Zügen blieb Markus nur noch die Aufgabe. Damit lagen wir erstmals 1:2 zurück.

An Brett 2 wurde Friedel Dicks von seinem Gegner mit 1. f4 überrascht! Das ist Friedel in 35 Jahren Turnierschach für SFK noch nie aufs Brett gekommen, wie er mir nach der Partie sagte. Ganz ahnungslos war Friedel aber nicht. Sicherlich waren die vielen Trainingspartien eine Hilfe, die er im Verein mit Dieter Deppe ausgefochten hatte, der bekanntlich ein treuer Anhänger von 1. f4 war. Die Partie endete schließlich nach Stellungswiederholung im Remis, wobei Friedels Gegner die ein oder andere bessere Fortsetzung verschmähte. Zwischenstand also 1,5:2,5.

An Brett 3 hatte es Daniel Klaus mit einem in etwa gleichstarken Gegner zu tun. Daniel tauschte früh die Damen und nahm seinem Gegner dabei das Rochaderecht, Danach öffnete er die Stellung immer mehr, um sein starkes Läuferpaar zur Geltung zu bringen. Daniel spielte sehr konsequent und zielstrebig, ich hatte nie das Gefühl das er mal schlechter stehen könnte. Das sah wohl auch sein Gegner so und gab seine hoffnungslose Stellung nach 30 Zügen auf. Ausgleich 2,5:2,5.

Bleibt nur noch meine Partie am 1. Brett zu erwähnen. Nach 14 Zügen hatte ich einen gesunden Mehrbauern. Nach einigen weiteren Vereinfachungen ergab sich ein Endspiel mit K + L + 7 Bauern für mich gegen K + S + 6 Bauern meines Gegners. Verlieren konnte ich die Partie eigentlich nicht mehr, aber auf Gewinn spielen war natürlich noch möglich. Ich kam mir in dieser Situation wie in der 6. WM Partie Carlson - Nepo vor. So brachte ich meinen aktiveren König zum Damenflügel und ließ meine Bauernmajorität laufen. Mein Gegner fand hier nicht immer die besten Verteidigungszüge, so dass ich die Partie im 49. Zug gewinnen konnte. Damit stand der erste Mannschaftssieg mit 3,5:2,5 fest. Etwas glücklich, aber nicht unverdient.

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Schach ist ein vornehmes Spiel. Ich atme die hocharistokratische Atmosphäre des Schachs gern - der arme Hund freut sich, wenigstens hier auf dem Brett Schiebungen vornehmen zu dürfen mit Bischöfen, Königen und Damen.

Roda Roda

Schachaufgabe

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