Es hat nicht ganz gereicht...

Geschrieben am 31.05.2022 von Bernd Rosen

SFK 1 siegt gegen Letmathe mit 6,5:1,5

Ist das Glas halb leer oder halb voll? Diese uralte Frage drängt sich auch auf, wenn man das Ergebnis von SFK 1 in der Oberliga betrachtet: Einserseits haben wir mit einer Mannschaft, die nominell eher zu den schwächeren der Liga zählte, eine tolle Saiosn gespielt, mehrere starke Mannschaften besiegt und in der letzten Runde durch einen hohen Sieg gegen Letmathe zu den führenden Teams Mülheim-Nord II und Siegburg aufgeschlossen. Andererseits jedoch fehlen uns am Ende 1,5 magere Brettpünktchen zu Platz 2. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga war ursprünglich sicher nicht unser Saisonziel, aber der Appetit kommt bekanntlich beim Essen, und bei dem tollen Verlauf der Saison waren wir doch hungrig geworden.

Letmathe musste schon die gesamte Saison über auf seine osteuropäischen Spieler verzichten. So blieb der als zusätzliche Verstärkung verpflichtete Holländer Jeroen Bosch der einzige Ausländer, der überhaupt zum Einsatz kam. Der Unterbau bei Letmathe ist einfach zu schwach, und so waren zuvor alle Kämpfe hoch verloren worden. Gegen uns fehlte auch noch die starke Zoya Schleining, so dass wir von Beginn an ab Brett 3 mehr order weniger deutliche ELO-Vorteile hatten. Der Kampf wurde denn auch nie wirklich spannend:

  • Bosko überspielte seinen nominell gleich starken Gegner locker und wickelte in ein gewonnenes Endspiel ab - 1:0.

  • Armin ließ in überlegener Stellung diesmal keine gegnerische Taktik mehr zu und gewann die Partie nach Belieben - 2:0.

  • Thomas erreichte gegen den passiven weißen Aufbau schnell eine aktive Stellung und startete dann einen durchschlagenden Angriff am Königsflügel: 3:0.

  • Lukas erreichte in einer Maroczy-Struktur mit vertauschten Farben ebenfalls eine sehr bequeme Stellung, die sein Gegner vielleicht etwas vorschnell verloren gab. 4:0.

  • Timo sah ein, dass sein Endspiel zwar besser, aber nicht zu gewinnenn war, und willigte in die Punkteteilung ein: 4,5:0,5.

  • Ihr Berichterstatter erreichte schon im frühen Mittelspiel eine überlegene Stellung, in der auch ein Verzweiflungsopfer nichts mehr am Ausgang der Partie änderte: 5,5:0,5.

  • Marcus quetschte aus einem Endspiel mit gutem Springer gegen schlechten Läufer mit tiefsinnigen Manövern erstaunlich leicht einen ganzen Punkt heraus: 6,5:0,5.

  • Sebastian wurde von Jeroen Bosch, der eine ganze Buchreihe über giftige Nebenvarianten verfasst hat, schon in der Eröffnung auf dem falschen Fuß erwischt. Seine Versuch, mit einem Bauernsturm am Königsflügel Gegenspiel zu bekommen, führte dazu, dass die weißen Kräfte genau dort entscheidend eindrangen. 6,5:1,5.

Da parallel auch unsere Dritte gewann - zum 6. Mal in dieser Saison mit 4,5:3,5 übrigens - waren die besten Voraussetzungen gegeben, um die Saison bei einem gemeinsamen Essen im großen Kreis ausklingen zu lassen. Hierbei setzte sich auch die Erkenntnis durch, dass wir auf das Erreichte zu recht stolz sein dürfen. Die Gläser, die bei diesem Anlass auf den Tisch kamen, wurden übrigens alle vollständig geleert!

Nachstend noch einige Fotos, die alle von Dr. Volker Gassmann stammen. Herzlichen Dank dafür!

Zurück

Schach ist nicht nur ein Sport, sondern auch eine Kunst und eine Wissenschaft.

Garri Kasparow

Schachaufgabe

<<  <  >  >>
-