Im grünen Bereich

Geschrieben am 15.11.2009 von Bernd Rosen

Bundesliga in Mülheim 2009Bundesliga: SFK holt erneut zwei Mannschaftspunkte

Ein Sieg gegen Remagen und eine knappe Niederlage gegen den haushohen Favoriten Solingen - damit lässt es sich leben! Sicher wird auch Ulrich Geilmann in seinem Bericht vom Wochenende ein positives Fazit ziehen - hier schon einmal ein Kurzbericht.

Remagen ließ auch an diesem Wochenende etliche Asse zu Hause, so dass sich zwei etwa gleichwertige Mannschaften gegenüber saßen.  Zunächst geriet Mannschaftsführer Ulrich Geilmann allerdings erst einmal gehörig ins Schwitzen: Mit Andrei Volokitin, Sebastian Siebrecht und Dr. Christian Scholz standen drei Spieler im Stau auf der A40. Dieses Schicksal teilte sein Remagener Kollege, der den aus Dortmund anreisenden Romuald Mainka ebenso schmerzlich vermisste. Doch alle trafen noch so rechtzeitig ein, dass sie ihren Gegnern lediglich eine Zeitgutschrift überlassen mussten.

Igor GlekNach zwei schnellen Remisen von Christian Seel und Sebastian Siebrecht brachte Igor Glek die Mannschaft mit einem locker herausgespielten Sieg über Romuald Mainka in Führung: Er kassierte einen Bauern ein, überstand die anschließende gegnerische Offensive ohne Verluste und wies schließlich auch ein Springeropfer als Verzweiflungstat zurück. Den Ausgleich musste Klaus Bischoff hinnehmen, der in der Zeitnotphase in schwieriger Position vom rechten Weg abkam. Die Stellung von Andrei Volokitin am Spitzenbrett bereitete den Katernberger Anhängern einige Sorgen, doch die Königsstellung des Ukrainers hielt allen Angriffen stand, am Ende siegte er im Gegenangriff – Prädikat Weltklasse.

Dr. Christian ScholzDie Schlüsselpartie der Begegnung fand am letzten Brett statt. Dr. Christian Scholz hatte gegen den Klaus-Jürgen Schulz die Eröffnung ungewohnt scharf angelegt und wurde eingangs der Zeitnotphase von einem starken Figurenopfer überrascht. Wie sich in der nachträglichen Analyse herausstellte, verpasste der Remagener in Zeitnot mehrmals die beste Angriffsfortsetzung - statt dessen entkam Christians König auf wundersame Weise.

Damit konnten Ilja Zaragatski (der vorher bestimmt irgendwo den ganzen Punkt liegen ließ) und Robert Ris ihre Partien Remis geben – der zweite Saisonsieg war perfekt.Im Sonntagsspiel lieferte unsere Truppe dem haushohen Favoriten Solingen, der mit 8 Großmeistern angetreten war und an sieben der acht Bretter klare ELO-Vorteile besaß, einen beherzten Kampf. Zwar konnte Andrei Volokitin gegen die russische Verteidigung des holländischen Nationalspielers Jan Smeets keinen Vorteil herausholen, aber dafür trotzten fast alle Katernberger ihren Gegenspielern ein Remis ab.

Wie am Vortag spielte Dr. Christian Scholz die entscheidende Partie, diesmal allerdings erlag er dem Königsangriff des Solinger Großmeisters Michael Hoffmann. Die besten Chancen auf einen Sieg besaß noch Sebastian Siebrecht, der erst einen Bauern und dann noch die Qualität opferte, doch Großmeister Alexander Naumann verteidigte sich präzise, so dass der Katernberger sich mit einem Remis durch Zugwiederholung begnügen musste.

Andrei VolokitinEine unglückliche Niederlage kassierte zum Schluss Robert Ris gegen den Österreicher Markus Ragger: In einem Turmendspiel vergab er nach 7 Stunden Spielzeit durch einen einzigen Tempoverlust das sichere Remis. Dennoch können wir mit dem Verlauf des Wochenendes zufrieden sein: Mit 4:4 Punkten und Tabellenplatz 9 liegt unsere Mannschaft im grünen Bereich.

Weitere Informationen und Ergebnisse gibt es wie immer unter www.schachbundesliga.de.

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Wenn ein Großmeister irrt, so ruft das bei den gewöhnlichen Klötzchenschiebern Befriedigung, wenn nicht Schadenfreude hervor.

Al Horowitz

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