Keine Zeitnot, aber Uhrenprobleme

Geschrieben am 10.12.2018 von Ulrich Greveler

Breitensport: SFK 10 spielt Unentschieden gegen Werden 8

Unsere zehnte Mannschaft empfing SF Essen-Werden 8 zum Heimspiel in der Zeche Helene. Die räumliche Situation war etwas beengt,  da zeitgleich eine Begegnung von SFK 6 in der Bezirksklasse ausgetragen wurde, die nach Katernberg verlegt werden musste – und es war nur ein Raum verfügbar. Dank umsichtiger Vorbereitung durch Edwin Otremba fanden aber alle vier Mannschaften Platz und wir konnten pünktlich beginnen.

Doch dann ein Schreck: Etwas stimmte nicht! Alle vier weißen Spieler zogen und wunderten sich über die Anzeige der Schachuhr. Aufgrund eines Missverständnisses waren die Uhren auf einen anderen Modus eingestellt. Die zusätzliche Bedenkzeit pro Zug fiel zwar sofort auf, jedoch konnte keiner der Schachspieler im Raum, die noch nicht spielten, digitale Uhren korrekt einstellen. Auch die Kiebitze nicht. Die Mannschaftsführer spielten bereits selbst in anderen Begegnungen und konnten daher nicht helfen. Uli für SFK10 an Brett 1 traf kurzerhand die Entscheidung, die Uhren schnell gegen alte mechanische auszutauschen, die er im Schrank gesehen hatte. Diese kannten zwar die jungen Spieler noch gar nicht, sie waren aber sehr interessiert, den Umgang mit Zeigern, Fallblättchen  und das notwendige Aufziehen der Uhren kennenzulernen, denn bis auf Uli waren nur Jungs im Alter von 7-12 Jahren in den beiden Mannschaften vertreten. Für diese waren Uhren, die ohne Batterien und digitale Anzeigen funktionierten, kleine Retro-Wunderwerke, die sie fast so spannend fanden wie die Eröffnungszüge des Gegners.

Mit etwas Verspätung ging es also los. Lukas an Brett 4 begann gewohnt druckvoll in der Eröffnung und gewann rasch die Oberhand, da er sich in der Theorie auskannte und enormen Druck auf die gegnerische Bauernstruktur vor dem König ausüben konnte. Mit Eintritt in das Mittelspiel erkannte er dann bereits, dass eine Mattkombination möglich wurde, die sein Gegner erst bemerkte als es zu spät war: 1:0 für SFK10.

Jonathan und Oskar an Brettern 2 und 3 erlitten beide leichte materielle Verluste in der Eröffnung, konnten sich aber bis zum Ende des Mittelspiels behaupten. Dann ließ aber die Konzentration nach, zuerst übersah Jonathan ein drohendes Matt in zwei Zügen und musste die Waffen strecken. Oskar vermied zwar zunächst den Partieverlust, gab aber im Endspiel so viel Material preis, dass er schließlich nur noch mit dem König spielte und dann versuchte, ein Patt zu provozieren. Keine ungewöhnliche und gelegentlich sogar erfolgreiche Strategie für 7-jährige Schachspieler, die nicht gerne aufgeben, wenn ein Remis noch möglich ist. Diesmal aber erfolglos, denn sein nur zwei Jahre älterer Gegner beherrschte sein Handwerk und setze seine Türme souverän bis zum siegreichen letzten Zug ein.

Uli hatte die schwarzen Steine am ersten Brett und war vom Uhrenproblem und der Hilfe beim Aufziehen an den anderen Brettern abgelenkt: Bereits in der Eröffnung unterlief ihm ein deutlicher Schnitzer. Mit etwas Glück konnte er jedoch die Partie für sich entscheiden,  da sein junger Gegner noch mit dem Schlagen en passant seine Schwierigkeiten hatte und die Zugfolge nach einem Abtausch daher falsch berechnete. Ein schwarzer Freibauer auf der 3. Reihe war die Folge. Für diesen musste Weiß einen Turm und damit die Partie hergeben: Endstand 2:2 und neuer Tabellenplatz 5. Damit konnten wir ganz zufrieden sein und waren früh zuhause, denn die analog gemessene Zeit wurde kaum in Anspruch genommen: Junge Spieler ziehen schnell.

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Dort ist es immer leichter einen Schatz zu Tage zu fördern, wo bereits irgendjemand eine Handvoll Münzen aufgefunden hat.

Igor Saizew

Schachaufgabe

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