Knapp verloren

Geschrieben am 13.03.2022 von Jan Dette

NRW-Liga: SFK 2 - Lippstadt 3,5 - 4,5

An einem sonnigen Frühlingstag fand die 7. Runde der NRW-Liga zwischen SFK 2 und Lippstadt statt. Als Mannschaftsführer war ich bereits um 10 Uhr da, um in aller Ruhe die Tische und Bretter aufzubauen. War doch dies das erste Heimspiel für SFK 2 in dieser Saison. Verschiebungen und Absagen führten hierzu. Dennoch war es ein schönes Gefühl endlich wieder einen Kampf in der Zeche Helene zu spielen. Mit kleiner Verspätung des Schiedsrichters konnte der Kampf nahezu pünktlich starten. Die Lippstädter waren besonders an den vorderen Brettern gut besetzt, doch an den hinteren Brettern hatten wir die besseren Karten. So lautete die Devise:„Vorne halten, hinten gewinnen.“ Gewonnen haben dann Max (Archivfoto) und ich, aber der Reihe nach:

Die erste Entscheidung brachte Yakub an Brett 5. Er war etwas durch den ersten Zug des Gegners überrascht und griff daher spontan zum Wolgagambit. Hier erreichte er eine gute Stellung und hatte genügend Kompensation für den geopferten Bauern. Jedoch war ihm die Stellung unklar, weshalb er vorsichtshalber Remis bot, was sein Gegner dann auch annahm.

Auch Volker war überrascht, denn den Einsatz von Ingemars Jesse, der früher mal in Essen beim Listigen Bauern spielte, hielten wir für unwahrscheinlich. Trotz dieser Fehleinschätzung spielte Volker am Spitzenbrett eine ordentliche Partie und setzte sich lange zur Wehr. Doch zum Schluss ging eine Qualität verloren und damit auch die Partie. 0,5 - 1,5

Am Nachbarbrett spielte Martin in einem offenen Sizilianer schon früh am Königsflügel auf Angriff. So schickte er seine Bauern dem schwarzen König entgegen. Doch irgendwie überlebte sein Gegner und selbst eine geopferte Figur brachte nicht die erhoffte Entscheidung. Im Gegenteil ging wegen Materialmangel auch diese Partie verloren. 0,5 - 2,5

Das nächste Remis steuerte Nikita bei. In seinem Grünfeld-Inder hatte er eine komplizierte Stellung erreicht, die den Zuschauer an so manche Katalanisch-Stellung erinnerte. Doch sowohl Nikita als auch sein Gegner dachten:„Ich stehe schlechter.“ Damit ist die Punkteteilung nur konsequent. 1 - 3

An Brett 8 gelang es Max in einem untheoretischen Sizilianer mit seinen Türmen auf die 7. Reihe einzudringen. Hier ging dann nicht nur der ein oder andere Bauer verloren, sondern auch der schwarze König hatte große Schwierigkeiten nicht Matt zu gehen. Durch diesen Umstand gewann Max zunächst Material und dann auch die Partie. 2 - 3

Ebenso mit den weißen Steinen gelang es Ihrem Berichterstatter früh gegen das Cordel-Gambit (s. Diagramm) eine gute Stellung zu erreichen. Hier sei kurz erwähnt, dass ich dieses Gambit erst seit Samstag kenne und sich somit meine Vorbereitung voll ausgezahlt hat. Aus der Eröffnung heraus gewann ich also einen Bauern, der dann später umgewandelt und dadurch gegen einen Läufer eingetauscht wurde. Mit Mehrfigur war das Endspiel leicht gewonnen. 3 - 3

Nach der Zeitkontrolle blieben also nur noch die Partien von Benjamin und Bernd. Bei Benjamin war jedoch nach einer typischen Königsindisch-Partie auf beiden kein entscheidendes Material mehr übrig, also auch hier Remis.

Damit hatte Bernd die undankbare Aufgabe beim Stand von 3,5 - 3,5 das Remis zu sichern. Er war eigentlich gut aus der Eröffnung gekommen, landete aber in einem schwierigen Turm+Läufer gegen Turm+Springer Endspiel. Als sein Gegner es mit seinen Figuren schaffte, in die weiße Stellung einzudringen, war nichts mehr zu machen. und so ging die Partie wie auch der Kampf verloren.

Leider ist unser Plan „vorne halten, hinten gewinnen“ nicht ganz aufgegangen. Zwar sind die 3 aus 4 an den hinteren Brettern beachtlich, doch vorne waren die Gegner zu stark, sodass hier nur 0,5 aus 4 realisiert wurden.

Der nächste Kampf findet am 03.04. in Bad Godesberg statt.

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Zufall ist vielleicht das Pseudonym Gottes, wenn er nicht unterschreiben will.

Anatole France

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