Leider kein Weihnachtsgeschenk

Geschrieben am 20.12.2017 von Jürgen Kraft

SFK 4 verliert knapp gegen Überruhr 1

Liebe Schachfreunde, der Bericht erfolgt mit einem winzigen lachenden und einem ganz,ganz grossen weinenden Auge: Mit lachendem, da ich nach miesem persönlichen Saisonauftakt zum ersten Mal gewinnen konnte. Mit weinendem, da ausgerechnet jetzt die Mannschaft verloren hat. Zur Illustration ein Mahakala aus dem tantrischen Buddhismus. Trotz des Aussehens sehr lieb: Hüter des Wissens.

Der Kampf begann ganz gut für uns: Unser Mannschaftsführer Michael Wolff befolgte meinen Rat,mutiger und offener zu spielen: Kortschnoigambit gegen Holländisch und wenige Züge später war die Kurzpartie für Schwarz zu Ende. 1: 0 nach 60 Minuten. Michael holt damit 3,5 aus 5 und ist unser einziger Spieler mit noch weißer Weste. Leider hatte unser "Cempion" einen schwarzen Tag, 1: 1 Ausgleich kurze Zeit später. Ein Remis von Noel Gallas, kurz darauf konnte ich die Führung wieder herstellen. Mein Gegner beging den psychologischen Fehler, auf Skandinavisch mit dem Blackmar- Diemer Gambit zu antworten.

Damit will ich keineswegs das Gambit verteufeln - als opferbereiter Spieler finde ich es durchaus faszinierend! Nur: Es ist so kompliziert, dass man es entweder regelmäßig oder überhaupt nicht spielen sollte. Zumal jeder Skandinavier sein persönliches Repertoire gegen BD im Koffer hat - bei mir ist es das Lemberger Gegengambit.

Pech für uns, dass Torjäger Luca Zamhöfer zum ersten Mal hinter sich greifen musste. Mach Dir nix draus, Luca, Deine Bilanz ist immer noch phantastisch!

Ein technisch perfekter Einstandssieg von Samir Fattah brachte erneut die Führung: Aktives Turmendspiel.

Am spannendsten verlief der Kampf von Jonas Jahrke: In beiderseitiger Zeitnot wurde auf beiden Seiten geblitzt. Jonas´ Gegner behielt die Übersicht und krönte seine strategisch gewonnene Stellung mit undeckbarem Matt.

Thomas Sikorski wehrte sich zum Schluss noch lange, doch im Endspiel konnten seine beiden Läufer dem Turmpaar des Gegners nichts entgegen setzen. Schade, aber Überuhr hat verdient gewonnen.

Wir sollten uns vornehmen, 2018 inspiriert von dem abgebildeten Mahakala zu spielen! Das Mahakala ist eine heilige Figur, die in fast allen Tempeln des Mahayana- Buddhismus zu finden ist. Sie gilt als Hüter des Wissens, das der gesamten Menschheit zuteil werden soll. So furchterregend sieht sie nur deshalb aus, weil die Dummheit und Unwissenheit vertrieben werden müssen. Also das Prinzip Abschreckung, ansonsten ist sie sehr freundlich. Es ist noch nicht erforscht, ob sie Schach spielen kann. Aber wenn, dann spielt sie sicher Gambits, denn Material zählt im Buddhismus nichts!

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Das Spiel gibt uns die Genugtuung, die das Leben uns versagt.

Dr. Emanuel Lasker

Schachaufgabe

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