Mühsamer Start

Geschrieben am 18.09.2016 von Volker Gassmann

Saisonstart der Jugendmannschaften

Schwächer als erhofft begann nach den Ferien der Start der Jugendmannschaften in die neue Saison: Als deutlicher Favorit spielte unsere zweite Jugendmannschaft am Samstag in der Jugendverbandsliga gegen Waltrop, kam aber nur zu einem knappen 3,5 : 2,5 Erfolg. Die erste Mannschaft verlor am Sonntag in der Jugendbundesliga gegen die starken Gegner aus Brackel mit 2,5 : 3,5.

Der Kampf am Samstag begann gut. Jonas Jahrke profitierte von seinen besseren Eröffnungskenntnissen: Nach e5xd4 e4-e5 im Italiener muss Schwarz fast immer d7-d5 spielen anstatt den Springer fortzuziehen, wie es sein Gegner in der Partie tat. So kam er zu großem Vorteil, den er bereits nach 1 Stunde sicher zum Sieg verwertete. Auch an den anderen Brettern standen wir eher besser. Dann übersah jedoch Henrik ein auf seine ungedeckte Dame gestütztes Scheinopfer, welches einen ganzen Turm kostete.

Eine ähnlich Materialkonstellation erreichte auch Cem, aber standesgemäss "absichtlich" durch ein inkorrektes Opfer. Zum Glück standen Anna und Julian sehr gut. Bald verloren denn auch Henrik und Cem, während Julian gewann. Beim Stand von 2:2 mussten also die beiden "Damenbretter" mit Anna und Isabel den Kampf entscheiden. Anna gewann eine Figur - nur, denn da war sicher mehr drin - glaubte sie der Gegnerin plötzlich ein Dauerschach und nahm ihr Remisangebot an: Eine Halluzination wie sich kurze Zeit später herausstellte. Zum Glück behielt Isabel die Nerven und gewann ihr Endspiel nach einigen Umwegen. Ein verdienter Siegm, aber um das Saisonziel "Aufstieg" zu erreichen ist eine deutliche Leistungssteigerung notwendig.

Jugendbundesliga

Nicht besonders gut fing am Sonntag der Kampf gegen Brackel an: Noel kam gegen eine ihm nicht bekannte Variante der Russischen Verteidigung mit weißem Sb1-c3 und Sd5x3 in Schwierigkeiten, weil er dem Gegner Entwicklungsvorteil und das Läuferpaar überließ. Bei zwei offenen Mittellinien konnte das nicht gut gehen. Nikita tauschte in einer bequemen Stonewall-Struktur mit weißem Sc3 vor dem Bauern c2 ohne Not seine beste Leichtfigur, nämlich den Lb4 gegen den Sc3, und verblieb mit dem Krüppel auf c8. Dieses befürchtete ich langfristig auch bei Timo, der gegen das Londoner System nicht energisch genug spielte.

Dafür stand Tim deutlich besser, und bei Lukas und Patrick hoffte ich in schwierigen Stellungen auf leichten Vorteil. Noels Gegner spielte stark und gewann nach ca. 1 Stunde. Nach 1,5 Stunden gewann Tim, und Patrick einigte sich auf Remis: Er stand vermutlich in einem komplizierten Endspiel etwas schlechter, aber sein Gegner war in Zeitnot. Bei Nikita kam sein Agriff gegen die lange Rochade kaum in Gang, während sein Gegner sich quasi aussuchen konnte, welchen schwachen Bauern er als erstes verspeisen wollte - allenfalls Schummelchancen in schlechter Stellung für Nikita.
Dafür gewann Lukas die Qualität und stand auf Gewinn. Es zeichnete sich daher ab, dass Timo die entscheidende Partie spielen würde. Vermutlich wurde ihm in schwieriger Stellung der verfehlte Abtausch des letzten Turmpaars zum Verhängnis, denn mit seinem schlechten Läufer konnte er nur mit taktischen Tricks auf Gegenspiel hoffen: Letzlich erreichte er eine Abwicklung in ein materiell ausgeglichenes Bauernendspiel, in dem ihm dann allerdings ein entscheidendes Tempo fehlte.

Der abschließende Sieg von Lukas konnte uns nicht wirklich trösten: Da bei uns einerseits alle Schwarzspieler unter ihren Möglichkeiten blieben und andererseits Brackel nicht in Bestbesetzung angetreten war, war sicherlich mehr drin - trotz der traditionellen Stärke von Brackel.

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August von Kotzebue

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