O Captain, my Captain ...

Geschrieben am 05.06.2016 von Bruno Müller-Clostermann

Ulrich Geilmann nimmt Abschied

„Alles hat seine Zeit“ - an diesem Wochenende informierte uns Ulrich Geilmann darüber, dass er sein Amt als Captain des Katernberger Bundesligateams niederlegt. Diese Entscheidung nehmen wir mit Bedauern und Respekt zur Kenntnis. Für 10 überaus verdienstvolle Jahre gebührt ihm unser Dank.

Lesen Sie, was Ulrich Geilmann bewogen hat, die Mannschaftsführung des Bundesligateams aufzugeben:

Der Lotse geht von Bord

Vor gut 10 Jahren habe ich als Nachfolger von Willi Knebel wunschgemäß die Mannschaftsführung der Bundesligamannschaft übernommen. Diese Entscheidung hat mir viele interessante Wochenenden mit netten Leuten, unvergessliche Anekdoten und außergewöhnliche schachsportliche Ereignisse beschert. Darüber hinaus ergab sich für mich so auch die eine oder andere interessante Sightseeingtour.

Mit anderen Worten: Mir hat diese Aufgabe sehr viel Spaß bereitet und ich habe mit vielen Spielberichten versucht, diese Freude an Euch weiter zu geben.

Doch nun möchte ich den Weg für einen Neuanfang frei machen. Ich werde deshalb nicht mehr als Mannschaftsführer für die Bundesligamannschaft zur Verfügung stehen. Lassen Sie mich kurz erklären, warum ich diese Entscheidung getroffen habe:

Durch die deutlich veränderten finanziellen Rahmenbedingungen und die dadurch begründeten personellen Umstellungen ist im letzten Jahr ein verändertes Team für die 2. Bundesliga entstanden. Dabei konnte die Reduzierung der verfügbaren Gelder in den letzten Jahren aber zumindest teilweise durch den dankenswerten Einsatz einiger Mitglieder aufgefangen werden. Auch ich habe hierzu meinen Beitrag geleistet.

Die daraus entstandenen Strukturveränderungen schreiten fort. Meiner Einschätzung nach hat die 1. Mannschaft, die das Aushängeschild unseres Vereins ist, in der anstehenden Saison aber trotzdem gute Chancen auf den Klassenerhalt. Weitergehende sportliche Ziele halte ich momentan hingegen für sehr unrealistisch; sie wären nach gegenwärtigem Stand aufgrund fehlender Sponsoren wohl auch gar nicht umsetzbar.

Gleichwohl unterscheidet sich der organisatorische Aufwand für die Vorbereitungen der Mannschaftskämpfe in der 2. Bundesliga kaum von den entsprechenden Arbeiten für die 1. Liga. Dabei möchte ich nicht verhehlen, dass mein Zeitbudget gerade im letzten Jahr aufgrund stark veränderter beruflicher Ansprüche überdeutlich eingeschränkt worden ist.

Hinzu kommt aber, dass meine persönliche Motivationslage gerade in letzter Zeit doch arg gelitten hat.

So ist es mir aufgrund der Terminierung der Ligaspiele, aber auch durch die konkrete Mannschaftsstruktur nicht mehr gelungen, ein wirkliches konsistentes Team zu bilden. Meiner Meinung nach sind deshalb unnötige Niederlagen entstanden.

Ebenso habe ich es nicht geschafft, einen wirklichen Teamgeist zu kreieren; zumindest ist das mein Eindruck.

Nimmt man überdies die regelmäßig doch eher knappe Zuschauerkulisse der Ligakämpfe zum Maßstab, ist es überdies auch immer schwieriger geworden, Euer Interesse am Spitzensport zu bewahren. Gerade diesen Aspekt bedauere ich sehr.

Kürzlich hat es dann auch noch Missverständnisse mit dem Vorstand gegeben. Hier ging es mir v. a. um eine aus meiner Sicht unzureichende Einbindung in Entscheidungsprozesse zur Zukunft der Mannschaft. Dies konnte inzwischen aber zumindest teilweise ausgeräumt wurden.

Nun gut. All das hat aber letztlich dazu geführt, dass ich mit der Gesamtsituation inzwischen einfach nachhaltig unzufrieden bin. Kurz gesagt: Es ist für mich einfach an der Zeit zu gehen.

Doch ich mag nicht enden, ohne Euch ausdrücklich für die gewährte Unterstützung und das Vertrauen, das ich genießen durfte, zu danken.

Ich wünsche unserem Team und meinem Nachfolger viel Erfolg und für die Zukunft alles Gute!

Adieu mes amis!

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