Partie des Monats: Timo behält den Überblick

Geschrieben am 27.02.2016 von Bruno Müller-Clostermann

Wie spielt man Königsindisch gegen den Sämisch-Angriff?

Das neue Angebot für den SFK-Spiel- und Trainingsabend namens „Partie des Monats“ begann mit einer etwas improvisierten Vorführung. Als kurzfristig eingesprungener Vortragender hoffte ich auf unterstützende Kommentare von Timo Küppers, der die zu präsentierende Partie zwei Wochen zuvor bei der ersten Runde des Nordpokals gewonnen hatte. Leider war Timo im Nebenraum schon mit der Vorbereitung der nächsten Partie beschäftigt: Spitzenkampf in der Vereinsmeisterschaft gegen Marcus Bee! Timo schaffte es aber, mich vorher noch in einem 2-minütigen Schnelldurchgang für die Vorführung seiner Partie zu präparieren.

Am Demo-Brett konnte ich dann zeigen, wie Timo sich mit seiner Königsindischen Verteidigung erfolgreich gegen den weißen Sämisch-Angriff gewehrt hat. Nach den weißen Zügen d4, c4, Sc3, e4, f3, Le3 und den schwarzen Zügen Sf6, g6, Lg7, d6, 0-0 hat der Nachziehende in seinem 6. Zug mehr als 10 vernünftige und alle auch in der Praxis gespielten Fortsetzungen zur Verfügung! Das sind die Bauernzüge a5, a6, b6, c6, c5, e5, e6 und sogar h6 und die Springerzüge Sa6, Sbd7, Sc6, außerdem noch Tb8 oder Te8! Weiß versucht in der Regel das klassische Angriffsmuster Dd2, g4, h4, h5, Lh6 und „baldiges Matt“ anzuwenden. So kam es auch in dieser von beiden Spielern gut gespielten, inhaltsreichen und komplizierten Partie.

In der Schlussstellung (Foto vom Demo-Brett) kann man noch den Kampfverlauf erahnen: Weiß schaffte es die Turm-Dame-Batterie gegen den schwarzen König zu richten, während Schwarz den weißen Damenflügel durch den thematischen Vorstoß b7-b5 völlig demoliert und mit d5xe4 auch noch die letzten Reste des weißen Zentrum beseitigt hat.

Hier die Partie zum Nachspielen, mit Kommentaren vom Publikum und von Fritz 13:

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Die Premiere der „Partie des Monats“ verlief insgesamt „durchwachsen“. Die Teilnehmer hatten etwas Spaß und auch dazu gelernt (auch ich als Vortragender). Für die nächsten Durchgänge (jeweils am letzten Freitag des Monats) brauchen wir natürlich mehr Publikum und vielleicht schaffen wir mit einem früheren Beginn bereits ab 18:30 Uhr auch die Kinder und Jugendlichen zu gewinnen.

Die gleichzeitig angelaufene und im Foto eingefangene Spitzenpartie der Vereinsmeisterschaft zwischen Marcus Bee und Timo Küppers (beide 3/3) endete übrigens Remis, wie man aus der im Bild gezeigten Stellung fast erraten kann.

Marcus und Timo führen jetzt gemeinsam mit je 3,5 Punkten aus 4 Runden die Tabelle an. Zu den Führenden aufschließen oder sogar mit 4-aus-4 die Spitze übernehmen kann Bernd Rosen, der am kommenden Freitag (4. März) gegen Bruno Müller-Clostermann spielen wird.

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Schach bietet meiner Meinung nach unsterbliche Geistesblitze ohne Ende.

Prof. Eckhard Freise

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