Paukenschlag in der Kreisliga

Geschrieben am 04.09.2016 von Bernd Rosen

Wie soll der Vereinsvorsitzende das in der Schachöffentlichkeit verkaufen? Mit einem überraschenden Sieg gegen die nominell stärkste Mannschaft der Liga machte Aufsteiger SFK 7 in der Kreisliga gleich zu Beginn deutlich, dass die sehr junge, kampfstarke Mannschaft sich im neuen Umfeld keinesfalls auf Abstiegsvermeidung beschränken will klingt toll, stimmt aber leider genauso wie Gleich im ersten Saisonspiel geriet Absteiger SFK 6 trotz klarer DWZ-Hoheit an nahezu allen Brettern gegen die ambitionierte Aufstiegsmannschaft aus dem eigenen Verein ins Straucheln und verlor am Ende zwei schon sicher geglaubte Punkte. Lassen wir es dabei bewenden, dass heute zwei Seelen in meiner Brust wohnen und wenden uns dem Geschehen an den Brettern zu:

Julian Knorr brachte SFK 6 in Führung, als er gegen den inzwischen sogar DWZ-stärkeren Luca Zamhöfer eine Figur gewann und wenig später auch den Punkt kassierte. Über die dramatische Partie an Brett 1 gingen im Bistro der Zeche Helene höchst unterschiedliche Meldungen bei mir ein - fast wie im Theater, wo die Schlacht nicht auf der Bühne nachgespielt wird, sondern ihr Fortgang durch einen Ausrufer dem Publikum verkündet wird. In chronologischer Reihenfolge hörte ich "Das lässt sich Cem nicht mehr aus der Hand nehmen!" (Kiebitz Jürgen Kraft), danach "Jetzt noch zwei leicht zu sehende Schachgebote und Afschin hat den Punkt!" (Not playing Captain Edwin Otremba) und schließlich "Cem hat in einem Remisendspiel nach 10 Sekunden Nachdenken eine Figur eingestellt" (Julian Knorr) - also 2:0 für den Favoriten.

Doch SFK 7 gab nicht auf: Cedric verwertete gegen Volker Schlepütz einen Mehrbauern im Endspiel, und Noel bestrafte die zu optimistische Partieanlage von Henrik Kennemann. Remis zwischen Peter Boden und Stefan Krückhans. Schließlich der Sieg von Davit Mamikonyan in seiner ersten Turnierpartie auf deutschem Boden und damit schon 3,5 Punkte für SFK 6. In einer spannenden Partie siegte Isabel Otterpohl ("Isabel hat Nerven wie Drahtseile!") gegen Gregor Sternemann: 3,5:3,5.

Das Zünglein an der Waage wurde dann Jonas Jahrke in seinem ersten Pflichtspiel für SFK: Seit der Eröffnung auf Verlust stehend stellte er Dieter Przygoda vor immer neue Probleme, verteidigte unverdrossen auch ein immer noch total verlorenes Turmendspiel. Er versuchte es schließlich mit einem Remisangebot an den sichtlich nervösen Dieter, das dieser jedoch ablehnte, nur um wenige Züge in immer noch gewonnener Stellung die Zeit zu überschreiten.

Nach diesem Start darf man auf den weiteren Saisonverlauf gespannt sein!

Zurück

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.

Erasmus von Rotterdam

Schachaufgabe

<<  <  >  >>
-