Pokal? Läuft wieder!

Geschrieben am 02.04.2019 von Bernd Rosen

SFK gewinnt in der ersten Doppelrunde des NRW-Pokals

Dr. Thomas Wessendorf berichtet über das erste Wochenende im NRW-Pokal

An einem herrlichen Frühlingswochenende Schach spielen? Und dann auch noch zweimal hintereinander? Nicht schon wieder... Aber es hilft ja nichts: Pokal ist Pokal und wir wollen als Titelverteidiger auf NRW-Ebene natürlich wieder mitspielen. Also fuhren am Samstag Bosko, Timo, der Berichterstatter und Lukas nach Hilden, wo es galt, gegen Eschweiler anzutreten. Hilden als Ausrichter hatte keine Mannschaft zusammenbekommen, dadurch stand bereits fest, dass der Sieger am Sonntag gegen Lasker Köln spielen würde. Der Verkehr rund um das gesperrte Autobahnkreuz Hilden drohte zusammenzubrechen, daher war der Schiedsrichter nicht pünktlich. Doch hatten die Mannschaftsführer keine Probleme, sich zu einigen , und es wurde pünktlich begonnen. Allerdings mit Spielformularen ohne Durchschlag: Ich wusste gar nicht, dass es so etwas noch gibt.

Der Kampf wurde letztlich drei zu eins gewonnen: Bosko stand von Anfang an klar besser, und Timo wickelte in ein deutlich günstigeres Endspiel ab, das auch kurzfristig gewonnen war. Ich selbst bekam direkt zu Beginn das Läuferpaar geschenkt, verlor dann aber den Faden. Zum Glück betraf das auch meinen Gegner, der in Zeitnot eine Figur einstellte und dann- etwas verfrüht- aufgab. Lukas Partie war damit bedeutungslos geworden. Er hatte in der Öffnung die Hälfte seiner Züge allein mit der Dame bestritten, was leider selten gut ausgeht.

Soweit so gut: Am Sonntag dann gegen Lasker Köln. Das Wetter war schon deutlich kühler. Diesmal war der Schiedsrichter pünktlich, was aber wegen des vorgesehenen Farbenwechsels am zweiten Tag aufgrund einer falsch ausgefüllten Spielberichtskarte zunächst zu einer Diskussion führte. Habe ich jetzt Weiß oder Schwarz? Außerdem trug unsere geänderte Aufstellung (Sebastian kam wie geplant als Überraschung zum Einsatz!) vielleicht etwas zur Verwirrung mit bei.

Zunächst sah es nicht so aus, als ob es eine leichte Übung werden sollte: Sebastians König stand ein wenig in der Mitte, Bosko hatte als Weißer in einem Spanier nur leichte Vorteile. Martin Villwock an Brett vier sah sich nach Bauernopfer des Gegners einem mächtigen Zentrum einschließlich Läuferpaar gegenüber. Ich selbst wurde im sechsten Zug mit einer Neuerung konfrontiert, mit der ich nun wirklich nicht gerechnet hatte: Mein Gegner entkorkte 6. …g5!?

Diagramm

Immerhin favorisiert Stockfish in der Postmortem-Analyse ebenfalls diesen Zug!? Nach Theorie wurde bisher 6. …a6 gespielt. Es entwickelt sich dann eine etwas schwerblütige Partie.

Dann wird Bosko kurzfristig fertig: Während ich von einem Remis ausging, zeigte er nur locker an, dass er gewonnen habe. Martin sah sich mit einem Figurenopfer konfrontiert, das ihn letztlich die Dame kostete. Er bekam aber dafür extrem viel Holz (drei Leichtfiguren plus Turm!), und der nächste Punkt wurde eingefahren. Martin meinte nachher, dass der Angriff nicht so schlimm gewesen sei: Naja, Sebastian und ich waren während der Partie etwas anderer Ansicht gewesen.

Mein Gegner hatte viel Zeit verbraucht und übersah dann, dass drei Schwerfiguren in der d-Linie doch zu viel für ihn waren. Sebastian hatte zu einem früheren Zeitpunkt Remis abgelehnt und fuhr dann in seiner typischen Art den Punkt locker nach Hause.

Also sogar 4:0! So hat sich trotz des schönen Wetters die zweimalige Fahrt nach Hilden doch noch gelohnt. Ach ja, in der letzten Runde der NRW-Klasse spielen wir wieder gegen Lasker Köln…

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Eine offene Linie erinnert manchmal an eine offene Wunde.

Dr. Savielly Tartakower

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