Ralf Kilian (Kamen) SVR-Meister

Geschrieben am 27.06.2004 von Bernd Rosen

Turnierbericht von Martin Villwock

Als Bezirkseinzelmeister von Essen und Mülheim nahm ich einen der drei Qualifikationsplätze unserer Bezirks-Spielgemeinschaft war. Die beiden anderen Plätze hätten Peter Gümpges und Marian Prass als 2./3. der Bezirksmeisterschaft gebührt, aber keiner der beiden trat an. Schade, daß für sie keine Nachrücker ins Feld kamen! Hatten sie einfach nicht abgesagt, oder hatte die Essener Spielleitung keine Anstrengung unternommen, einen würdigen Ersatz zu finden? Ich finde, daß sich für die nächsten Jahre eine Reuegeld-Regelung anbieten würde, denn die Verbandsmeisterschaft ist (zumindest aus meiner Sicht) immer ein Highlight im Turnierkalender, und es sollten doch möglichst viele Essener Spieler daran teilnehmen können.

Aus Essen war außerdem die Eigentlich-Dortmunderin Wenke Heinicke (SK Holsterhausen) am Start, sie spielte zusätzlich um den Damentitel des Ruhrgebiets und war schon allein durch ihre DWZ (>1800) teilnahmeberechtigt. Die Damenmeisterschaft wird seit einigen Jahren zusammen mit der allgemeinen Meisterschaft ausgetragen, und der bestplatzierten Dame wird schließlich der Titel zuerkannt. In diesem Jahr nahmen fünf Damen am Turnier teil, und Meisterin wurde Jevgenija Leveikina (SK RE-Altstadt) mit 3.5/7.

Insgesamt hatte das Turnier 24 Teilnehmer, darunter einige der "üblichen Verdächtigen": Peter Trzaska, Thomas Berens, Igor Eismont, Soel Kartsew, Ludger Grewe, Michael Müller. Auch ich mit jetzt sechs Teilnahmen in den letzten zehn Jahren gehöre langsam zum Stammpersonal.

Die Setzliste favorisierte mit Marcel Becker und Klaus Friedrichs zwei Spieler vom Ausrichterverein SV Mülheim Nord. Das ganze Turnier über spielten die beiden an den vorderen Brettern in der einzigartigen Glaskabine des Mülheimer Schachzentrums - das Ambiente vermittelte den Teilnehmern das Gefühl, starke Züge in wichtigen Partien zu machen. Es wurden auch gar einige fehlerfreie Partien gespielt: Remisen von weniger als zehn Zügen. Nach seiner Partie mußte man, der Glaskabine zu Dank, auch gar nicht leise sein und konnte die belegten Brötchen und Frikadellen aus der Teeküche genießen.

Die Spitze bewegte sich das ganze Turnier über in einem langsamen und friedfertigen Tempo, und in der siebsten und letzten Runde hatten zwei Spieler 4.5 Punkte: Marcel Becker und Klaus Friedrichs. Sie spielten jeweils mit Schwarz gegen die beiden Verfolger Jürgen Kaufeld (SV Mülheim Nord) und Ralf Kilian (SV Kamen) mit je 4.0 Punkten. Diese Paarungen versprachen ein spannendes Finale, alle vier Spieler hätten noch Meister werden können. Das Versprechen wurde eingelöst: Beide Tabellenführer wurden gestürzt. Kaufeld gelang ein sehenswerter Opfersieg gegen Becker, und Kilian gewann im Endspiel gegen Friedrichs. Die bessere Buchholzwertung krönte Kilian zum Meister vor dem punktgleichen Kaufeld.

Mein eigenes Turnier verlief typisch: ich spielte kein einziges Remis. Ein gutes Ergebnis habe ich diesmal nicht erzielt und mit 3/7 letztendlich 8 DWZ-Punkte abgegeben. Hätte ich in der letzten Runde aus meiner Gewinnstellung gegen Igor Eismont mindestens ein Remis erzielt, hätte das nicht nur mein DWZ-Konto ausgeglichen, sondern es wäre nach der Zweitwertung Sonneborn-Berger(!) Jürgen Kaufeld anstelle von Ralf Kilian Verbandsmeister geworden! Da es nur einen einzigen Startplatz für den SVR auf NRW-Ebene gibt, ist es schade, daß es bei solchen Konstellationen keinen Stichkampf gibt.

Die NRW-Meisterschaft wird im Herbst ebenfalls in Mülheim ausgetragen werden, und vielleicht wird dort sogar ein Katernberger Teilnehmer zu sehen sein: Sebastian Siebrecht hat für die NRW-Meisterschaft schon häufiger einen Freiplatz bekommen.

Martin Villwock

Abschlusstabelle

Rang Teilnehmer Titel TWZ S R V Pu. Bu. SoBe
1. Kilian,Ralf   2279 4 2 1 5.0 28.0 19.00
2. Kaufeld,Jürgen   2208 3 4 0 5.0 27.5 19.00
3. Friedrichs,Klaus   2358 3 3 1 4.5 32.5 20.50
4. Müller,Michael FM 2245 2 5 0 4.5 31.0 19.50
5. Becker,Marcel FM 2299 3 3 1 4.5 29.5 17.75
6. Frombach,Ralf   2179 3 3 1 4.5 28.0 16.25
7. Grewe,Ludger   2241 3 3 1 4.5 26.5 15.25
8. Kartsev,Soel   2245 4 1 2 4.5 25.0 15.00
9. Trzaska,Peter   2190 4 1 2 4.5 22.0 11.50
10. Eismont,Igor   2311 3 2 2 4.0 26.0 13.00
11. Gohla,Ulf   2064 2 3 2 3.5 28.5 12.25
12. Leveikina,Jevgenija   2034 2 3 2 3.5 22.5 9.50
13. Heimsoth,Holger   2171 1 5 1 3.5 21.0 9.50
14. Berens,Thomas   2061 3 1 3 3.5 20.0 7.75
15. Villwock,Martin   2185 3 0 4 3.0 26.5 8.50
16. Kreslawski,Raimond   2250 2 2 3 3.0 26.0 10.00
17. Heinicke,Wenke   2109 3 0 4 3.0 22.0 6.50
18. Kleymann,Jelena   1908 2 2 3 3.0 19.5 7.00
19. Roitburd,Marina   2014 2 1 4 2.5 23.0 7.25
20. Solberg,Kirsten   1824 1 3 3 2.5 17.5 5.25
21. Löffelbein,Klaus   1910 1 2 4 2.0 24.0 5.00
22. Grube,Frank   2112 1 2 4 2.0 20.5 5.50
23. Terwey,Matthias   2074 2 0 5 2.0 19.0 3.50
24. Dönges,Dirk   1931 1 1 5 1.5 22.0 4.25

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Das Schachspiel gibt eine Ahnung von dem, was an ganz anderen Orten, was unter Geistern, ja was in fremden Welten möglich ist.

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