Revanche?

Geschrieben am 03.10.2022 von Lukas Rasch

Am Sonntag reiste die zweite Mannschafft des SK Holsterhausen an, um sich für die vorsaisonale Niederlage ihrer 3ten Mannschaft zu rächen. Letztes Jahr verbannte unsere Mannschafft Holsterhausens Dritte immerhin in die Kreisliga. Ob die geplante Rückzahlung funktionieren würde? Wir versuchten uns dagegen zu stemmen, folglich trat unsere Mannschaft fast in Bestbesetzung an. Lediglich Mario musste Collin vertreten. Doch der Kampf sollte einen unheilvollen Verlauf nehmen.

Berthold war wie gewohnt als erster fertig. Er versuchte dem Londoner System seines Gegners auszuweichen, doch nachdem er in der Eröffnung einige Tempi verlor, rächte sich dies schnell. Bei dem Versuch, seinen Springer aus der Fesselung zu entwinden, musste er einen Doppelangriff auf Springer und das Feld f7 über sich ergehen lassen. 0-1

Nachdem Herbert in den Angriff seiner Gegnerin mutig hineinrochierte, war ich der Meinung, dass dies nicht gut enden könnte.  Von Herberts jahrzehntelange Erfahrung musste ich mich jedoch wenig später eines Besseren belehren lassen. Kurz darauf gewann er auch noch eine Qualität. Man hätte meinen können, dass Herbert den Sack nur noch zuzumachen brauchte, doch das Gegenspiel ließ nicht lange auf sich warten und das gegnerische Läuferpaar brachte Herberts Türme in große Probleme. Nachdem die Mehr-Qualität verloren ging, folgte kurz darauf die auch die Partie durch eine Taktik, die durch den schwachen König begünstigt wurde. 0-2

Tims Benoni sah zunächst solide aus. Von Zeit zu Zeit ergaunerte sich sein Gegner positionelle und strategische Vorteile. Diese nutzte er später eiskalt aus. 0-3

Stefan, unser Topscorer der letzten Saison, hatte zunächst starke Diagonalen für seine Läufer. Nachdem diese verstellt wurden, verblasste sein Spiel aber leider. Sein Gegner kam am Damenflügel zu Gegenchancen und zwang Stefans König in die Mitte. In schlechterer Stellung schaffte er es dennoch, ein Remis zu erreichen. 0,5-3,5

Ersatzspieler Mario nahm schnell die Zügel in die Hand und zwang die gegnerischen Figuren zur Passivität. Nach und nach holte er seine Figuren in den Angriff. Das I-Tüpfelchen war ein taktischer Abzug, wodurch er eine Figur gewann. Kurz darauf reichte sein Gegner die Hand. 1,5-3,5

Wenn der Gegner eine unbekannte Eröffnung spielt, braucht man nicht viel, um besser zu stehen. Wenn eine der besten Eröffnungen jedoch unbekannt ist, ist dies weitaus schwieriger. Dieses Problem bekam mein Gegner in Form meiner Person und meines Ammoniak Angriffes (1.Sh3!) vor die Nase gesetzt. Nachdem ich meinen Aufbau vollendet hatte, gewann ich taktisch einen Bauern. Durch einfache Züge brachte ich den Gegner in Zeit und Stellungsnot. Mehrmals hatte er keine sinnvollen Züge, wodurch er weitere Fehler beging. 2,5-3,5

Heinz‑Jürgens Partie mündete in einem Endspiel mit jeweils 2 Springern. Nach einigen Versuchen von beiden Parteien mussten sich beide mit einem Remis begnügen. 3-4

Alle Hoffnungen beruhten auf Ole.  Gespannte Stille im Raum. Herzschlagen bei den beiden verbliebenen Spielern. Die Menschenmenge versammelte sich um das letzte unkämpfte Brett. Die Anspannung hätte kaum höher sein können. Alle waren bereit für diesen Augenblick. Dieses Ergebnis würde über den Mannschaftskampf entscheiden. Ole musste alles riskieren und opferte zwei Figuren für Turm und Bauer. Dieses Endspiel verwertete er. 4-4! Jubelströme brachen aus. Die gefürchtete Holsterhauser Rache sollte an diesem Tag keinen Bestand haben.

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Schach ist ein sehr friedliches Spiel. Man gibt sich vor- und nachher die Hand. Wenn man sich im Denken misst, ist das eine gute Sache.

Otto Schily

Schachaufgabe

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