Sensation knapp verpasst

Geschrieben am 22.11.2003 von Bernd Rosen

SFK unterliegt Porz mit 3:5

GM Vladimir ChuchelovDavid gegen Goliath - diese Formulierung drängt sich beim Blick auf die Mannschaftsaufstellungen unwillkürlich auf, wenn man die Ausgangssituation vor dem vorgezogenen Kampf der 7. Runde SG Porz gegen SF Katernberg beschreiben will. Doch der Außenseiter aus dem Ruhrgebiet leistete erbitterte Gegenwehr, ehe er sich nach siebenstündigem Kampf in das Unvermeidliche fügte.

 Zu einem ungefährdeten Remis kam SFK-Neuzugang GM Vladimir Chuchelov (Foto links) gegen GM Loek von Wely. Die beiden Großmeister, die sich auch aus gemeinsamer Trainingsarbeit kennen, brachten zwar eine scharfe Variante aufs Brett, ein Figurenopfer des Porzers auf g6 mündete nach einer Serie beiderseits erzwungener Züge allerdings in einem Remis.

 

Hochspannung pur herrschte erneut am Spitzenbrett. GM Andrei Volokitin Mit den weißen Steinen schien GM Andrei Volokitin (Foto rechts) gegen GM Christopher Lutz frühzeitig auf der Siegerstraße. Nach 18 Zügen "brannte" das Brett, wobei der Zeitverbrauch für den Katernberger sprach: Wenige Minuten gegenüber einer guten Stunde des Porzers. Doch der deutsche Nationalspieler bewies seine hervorragenden Verteidigerqualitäten und schlug die erste Angrifswelle ab. Mit unbändigem Siegeswillen suchte Volokitin dennoch den Erfolg, geriet darüber sogar selbst in Zeitnot - aber am Ende stand der volle Punkt.

IM Sebastian Siebrecht Wie schon im Kampf gegen Solingen in der 1. Runde fiel die Entscheidung zugunsten der Gastgeber vor der ersten Zeitkontrolle: GM Igor Glek (ELO 2566) verdarb eine ausichtsreiche Stellung gegen GM Ivan Sokolov (ELO 2693) in Zeitnot zum Verlust, und auch IM Sebastian Siebrecht (Foto links - ELO 2434) verlor in einer Zeitnotschlacht gegen GM Alexander Graf (ELO 2643) die Übersicht. Bis dahin hatte er für seine etwas gedrückte Stellung immerhin zwei Mehrbauern besessen.

Als dann auch die Partien an den beiden letzten Brettern verloren gingen, war der Kampf bereits entschieden: IM Georgios Souleidis Armin Meyer (ELO 2289) hatte seine Partie gegen GM Edwin Kengis (ELO 2586) lange Zeit ausgeglichen gestaltet, büßte in der Zeitnotphase jedoch eine Figur ein. FM Falko Meyer (ELO 2348) geriet gegen GM Curt Hansen (ELO 2618) bereits frühzeitig in eine schwierige Stellung.

Erst dieser Zwischenstand sorgte für Erleichterung bei den Gastgebern, denn die beiden letzten Partien verhießen (aus Porzer Sicht) wenig Gutes. GM Rafael Vaganjan (ELO 2623) hatte gegen den "Ruhrgriechen" IM Georgios Souleidis (Foto rechts - ELO 2382) mit einem zu optimistischen Figurenopfer überzogen. Leider gelang es dem Katernberger nicht ganz, "den Sack zuzumachen", doch auch das Remis ist angesichts der riesigen ELO-Differenz ein unerwarteter Erfolg.

Christian Scholz Den Schlußpunkt setzte nach fast sieben Stunden Spielzeit Christian Scholz (Foto links - ELO 2392). Zunächst hatte er gegen GM Mikhail Gurevich (ELO 2644) verdächtig gestanden, konnte sich mit zunehmender Spieldauer jedoch freikämpfen und seinen Vorteil immer weiter ausbauen. Zuletzt demonstrierte der frischgebackene Vater, dass er als gelernter Mathematiker auch das "kleine Einmaleins" beherrscht und demonstrierte perfekte Technik beim Mattsetzen mit Springer und Läufer.

Willi Knebel

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Was uns beim Schach Freude macht, das ist im Grunde bei uns allen, bei dem Laien, der in der Opferkombination das Höchste sieht, und beim Kenner, der am meisten die tiefe Partieanlage bewundert, dasselbe, nämlich der Sieg des tiefen, genialen Gedankens über die Nüchternheit, der Sieg der Persönlichkeit über das Triviale.

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