SFK 1 kann noch gewinnen!
Geschrieben am 14.09.2026 von Bernd Rosen
"Wir haben jetzt schon mehr Punkte geholt als in der ganzen letzten Saison" freute sich Lukas Schimnatkowski nach dem deutlichen Sieg in Bonn Beuel. Das stimmt natürlich nicht, denn da standen am Ende drei Mannschaftspunkte zu Buche. Aber die einzige gewonnene Partie im letzten Saisonspiel gegen 6 Düsseldorfer mag auch ich nicht als richtigen Sieg mitzählen.
Den Grundstock für den Erfolg legte Lukas am Spitzenbrett selbst. Gegen den Grandprix-Angriff wählte sein Gegner eine sehr merkwürdige Aufstellung: Der Fianchettoläufer schlug auf d4 mit Schach, der Königsspringer stand auf h6 und wurde dort vom König auf g7 gedeckt. Lukas deckte die Schattenseiten dieses Aufbaus mit präzisem Spiel auf. Der Gaul musste schnell zurück in den Stall (nach g8), der Ld4 wurde abgetauscht, weil ihm das Rückzugsfeld g7 fehlte. Danach schlug der weiße Angriff durch.
Zuvor waren die Partien von Martin Grünter und Marcus Bee im Remishafen gelandet. Vor allem bei Marcus war sicher mehr drin, aber er war nach eigener Aussage "zu gierig": Anstatt den Gegner weiter einzuschnüren wollte er die Ernte zu schnell einfahren, schlug zwei Bauern und erlaubte damit zu viel Gegenspiel.
Ich selbst traf mit Peter Rechmann auf einen alten Bekannten, der in den 80er und 90er Jahren in zahlreichen Duellen mit Monheim auf der gegnerischen Seite saß. Es war aber die erste Partie, in der wir gegeneinander spielten. Mein Verzicht auf den "toten Benoni" überraschte ihn wohl, denn schon in der Eröffnung verbrauchte er sehr viel Zeit. Das gab am Ende den Ausschlag - die Engine lässt an fast keinem unserer Züge im Mittelspiel ein gutes Haar. Allerdings verdarb ich die Partie mehrmals "nur" zum Ausgleich... Wie dem auch sei, schließlich kostete ihn mein Freibauer die Qualität und damit auch die Partie: 3:1.
Jan Dette wickelte aus komplizierter Stellung heraus in ein sehr gutes Turmendspiel ab, das ihm kurz darauf auch den ganzen Punkt einbrachte. Anschließend zeigte er seinem verdutzten Gegner, dass dieser zwei Züge vor dem Ende noch einen Gewinn ausgelassen hatte, weil er im Doppelturmendspiel die schwache Grundreihe hätte ausnutzen können:

Hier hätte Schwarz mit 1...b4-b3! den Partieverlauf auf den Kopf stellen können: axb3 führt zum Matt, und der Rettungsversuch 2.Te1 bxa2 3.Kc2 scheitert an 3...Td1! (Die Stellung der Bauern am Königsflügel erinnere ich nicht genau, aber für die Grundidee ist das nicht relevant). Mit etwas Glück also 4:1!
Dieser Spielstand veranlasste Max, der im Duell zweier Ersatzspieler der einzige Katernberger mit einem deutlichen ELO-Vorteil war, seinem Gegner Remis anzubieten, das dieser sofort annahm. Max hatte ein Endspiel mit zwei Türmen Turm und Springer, allerdings hatte Weiß dafür einen Mehrbauern und einen sehr aktiven Springer.
Den einzigen Gegentreffer musste Thomas Wessendorf hinnehmen, und das noch gegen die Drachenvariante, die er selbst mnit Schwarz spielt! Er büßte einen Bauern ein, der im Läuferendspiel den Ausschlag gab.
Den Schlusspunkt setzte Noel Gallas, der mit den schwarzen Steinen schon in der Eröffnung die Führung übernahm. Er wickelte in ein Endspiel ab, in dem er die bessere Bauernstruktur besaß. Dies führte zum Gewinn eines Bauern, und im Läuferendspiel brachte dann ein schöner Durchbruch die Entscheidung:

Nach 1...g4! 2.fxg4 f3 3.Kd3 a4 waren die schwarzen Freibauern zu stark, es folgte noch 4.g5 f2 5.Ke2 a3 6.c5+ bxc5 6.dxc5+ Kxc5 7.Lf7 Lb5+ und Weiß gab auf, denn nach 8.Kxf2 Lc4 ist der a-Bauer nicht mehr zu bremsen.
Ein komfortabler Sieg mit 5,5:2,5 Punkten also. In der nächsten Runde treffen wir im Heimspiel auf den Aufsteiger aus Südlohn, der sich mit meinem alten Trainerkumpel Thomas Michalczak verstärkt hat, in der ersten Runde gegen Solingen III aber dennoch eine knappe Niederlage quittieren musste.
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