SFK 2 mit starker Leistung an die Tabellenspitze

Geschrieben am 16.12.2018 von Bruno Müller-Clostermann

5,5:2,5-Sieg gegen Mülheim-Nord 3

Als ich gegen 16:30 Uhr als Kiebitz in der Zeche Helene eintreffe, sind noch alle Partien in vollem Gang. Die spannendsten Partien laufen an Brett 1 (Marcus Bee) und Brett 2 (Martin Villwock), beide sehr aussichtsreich für uns.

Trübe sieht es an Brett 5 aus, wo Bernd Dahm eine problematische Stellung verwaltet, Qualität weniger, schwacher König und als Kompensation nur ein Mehrbauer. Sein Gegner findet glücklicher Weise keinen Gewinnweg, verdaddelt sich beim Königsangriff und Bernd gelingt es, die anscheinend hoffnungslose Stellung nicht nur zu verteidigen, sondern sogar zu gewinnen! Ein überraschender "Big Point" zum 1:0.

Durch ein sehr gut stehendes und überzeugend vorgetragenes Endspiel (T+S gegen T+S) schafft Lukas Schimnatkowski an Brett 6 das 2:0. Lukas hat übrigens einen Lauf: Donnerstag Essener Pokalmeister (Gratulation!), Freitag Sieger im Grand-Prix-Blitzturnier, Sonntag souveräner Punkt im Mannschaftskampf.

In dem Stil geht es weiter: Josua Kudelka an Brett 7 riskiert ein vielleicht dubioses, aber chancenreiches Damenopfer (gegen Turm und Läufer). In der Folge verliert der Gegner zuerst die Übersicht, dann Material und gerät am Ende mit der hilflosen Dame gegen 2T + L in ein Mattnetz. Das Foto zeigt die Stellung, bevor Schwarz mit dem Schachgebot Tf7 dem weißen König endgültig den Garaus macht. Starke Leistung von Josua und 3:0!

An Brett 8 sieht es nach einem weiteren vollen Punkt durch Willy Rosen aus. Eine Mehrqualität (Turm versus Springer) bei nur einem schwachen Bauern als Kompensation sollte eigentlich reichen. Am Ende aber leider nur Remis und 3,5:0,5 als brillante Bilanz für die Bretter 5-8!

An den Brettern 1-4 sollte doch der restliche Punkt zu holen sein!? Marcus Bee am Spitzenbrett (mit Schwarz) spielt die komplexeste Partie, scheint nach Figurenopfer einen unwiderstehlichen Mattangriff zu haben (in der Galerie ist ein Schnappschuss der Partie zu sehen), aber irgendwo läuft was schief, der Mattangriff ist vorbei und als die Partie schon zu Kippen droht, gibt es doch noch einen Gewinnweg für Marcus. 4,5:0,5! 

Team Captain Jan Dette an Brett 4 hat zeitweise einen Bauern weniger, aber genügend Aktivität, um das entstehende Springerendspiel sicher Remis zu halten.  Martin Villwock  an Brett 2 hat seinen Gegner die ganze Partie über "am Wickel", verpasst es aber den Sack zu zu machen (Aussage ohne Gewähr) und muss am Ende mit Remis zufrieden sein. Dass Max Heldt an Brett 3 sein Endspiel mit Minusbauer gegen den starken Ilja Ozerov leider nicht halten kann, habe ich nicht mehr Live erlebt. Endergebnis: 5,5:2,5.

Meine 2 1/2 Stunden in der Zeche Helene waren jedenfalls spannende Unterhaltung auf hohem Niveau und um einige Klassen besser als der Sonntagabend-TV-Krimi (Bewertung 10-von-10-Sternen!), den ich beim Schreiben dieses Berichts mit einem halben Auge verfolgt habe.

SFK 2 ist jetzt mit 8 MP aus 4 gespielten Runden alleiniger Tabellenführer, wobei die direkten Verfolger auf den Plätzen 2-5 mit 1-2 Punkten Rückstand alle schon 5 Runden absolviert haben. Die Regionalliga Ruhrgebiet hat ja 11 Mannschaften, d.h. jedes Team spielt 10 Runden und hat einmal frei. 

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Albert Einstein

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