SFK 3 gegen SG Gladbeck 1: 3,5 - 4,5

Geschrieben am 17.11.2014 von Bruno Müller-Clostermann

Wenig Glück im Spitzenduell der Verbandsliga

Gegen den Tabellenführer SG Gladbeck sollte sich zeigen, ob wir um den Aufstieg oder gegen den Abstieg spielen. Der Kampf entwickelte sich nach zwei relativ frühen Schwarzniederlagen der sonst so verlässlichen Topscorer der vergangenen Saison Werner Nautsch und Erich Krüger sehr zu unseren Ungunsten. Nach einem Sieg in einer taktischen und undurchsichtigen Partie sah Ralf Stremmel nach Eröffnungsschwierigkeiten offenbar mehr als sein Gegner und verkürzte nach knapp 3 Stunden auf 1:2. Erstaunlich, wie man eine derart komplexe Partie in so kurzer Zeit spielen kann! Anekdote am Rande: Da wir auf Bernd Dahm am Spitzenbrett verzichten mussten, rückten alle Katernberger um ein Brett nach oben, was das Gladbecker Brett 4 offenbar nicht mitbekommen hatte und munter gegen „Müller-Clostermann“ spielte, der allerdings an Brett 3 saß. Nach einer guten Stunde bemerkte er seinen Irrtum, strich auf seinem Formular endlich den Namen „Müller-Clostermann“ durch und ersetzte den Eintrag durch „Stremmel“!

Nach Niederlage des hartnäckig kämpfenden Jürgen Riesenbeck gegen Frank Winzbeck stand es 1:3 gegen uns. Und vor dem Kampf hatte ich noch geunkt, dass bei einer Begegnung „Riesenbeck - Winzbeck“, das Ergebnis doch schon vorher feststehen sollte! Ab sofort galt Remisverbot für alle Katernberger! Holger Stratmann befolgte die Order, lehnte Remis ab, erreichte eine hoffnungsvolle Stellung und musste nach kurzem Tumult (ich hörte von Holger nur „verflixt“) doch ins Remis einwilligen: 1,5:3,5.

Willy Rosen hatte seinem Gegner einen Bauern abgeluchst, für den keine rechte Kompensation zu sehen war. Sein findiger Gegner zettelte zu Recht Verwicklungen an, erreichte Gegenspiel und sogar Gewinnstellung, wich zurecht einer Stellungswiederholung mit Remis aus und spielte tapfer weiter auf Gewinn. Im Springerendspiel mit Mehrbauer schien er weiter auf dem rechten Weg zu sein und ich traute meinen Ohren nicht, als Willy ein Remisangebot ablehnte! Und tatsächlich ergab sich nach allerlei kleinen Verwicklungen und einer traumhaften Aberntung der schwarzen Bauernmasse am Königsflügel ein lehrbuchartiges Endspiel „aktiver König mit Springer und Randbauer gegen entfernten König und unglücklichen Springer“. Willy machte schließlich den vollen Punkt! 2,5:3,5 und neue Hoffnung für SFK3.

Es liefen noch die Partien von Edgar Schmitz und Bruno Müller-Clostermann. Edgar erreichte nach vielleicht nur optischer Überlegenheit im Mittelspiel keinen verwertbaren Vorteil und musst nach über 5 Stunden Spielzeit ins Remis einwilligen. 3:4 gegen uns. Die zeitlich und von der Zuganzahl längste Partie spielte diesmal der Mannschaftsführer, der nach diesmal positiv verlaufener Holländischer Verteidigung mit Ausgleich nach ca. 20 Zügen und Mini-Vorteil nach 40 Zügen in ein Turmendspiel mit Mehrbauern und aktivem König abwickeln konnte. Leider bewahrheitete sich wieder einmal die alte Merkregel „Alle Turmendspiele sind Remis.“ In der häuslichen maschinen-gestützten Analyse wissen Fritz und Houdini natürlich wieder alles besser und werfen mit Gewinnvarianten um sich. Mea Culpa. Als wir uns in der finalen Stellung mit Königen und nichts außer je einer Umwandlungsdame die Hände zum Remis reichten, reckten die siegreichen Gladbecker die Fäuste gen Himmel. Einer fiel dabei sogar auf die Knie! Endstand: 3,5:4,5 gegen uns und leider herzlichen Glückwunsch nach Gladbeck! Mit 3:3 Mannschaftspunkten sind wir jetzt in der Mitte der Tabelle. Nach Gladbeck haben wir mit Horst-Emscher (Heimkampf), Doppelbauer Brambauer (auswärts) und Bochum-Linden (Heimkampf) die nächsten drei Aufstiegskandidaten unmittelbar vor uns.

Als Trost für unsere verpassten Chancen bleibt uns die Partie 6 des laufenden WM-Matchs, Magnus Carlsen – Vishy Anand. Weltmeister und Elo-Maximus Carlsen stellt im Zug 26 die fast gewonnene Partie ein! 90% aller Club-Spieler hätten den maximalen Patzer von Magnus genutzt und ihm mit „Schlagen-Schach-Schach“ zwei Bauern abgeknöpft, aber Anand als einer der taktisch besten Spieler der Welt, übersieht diese geradlinige dreizügige Kombination und verliert die Partie! Unfassbar!

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Wer einen Zug zurücknimmt, der klaut auch Brieftaschen.

William Fenton

Schachaufgabe

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