SFK 4 weiter im Höhenflug!

Geschrieben am 14.03.2017 von Bruno Müller-Clostermann

Nach 6:2-Sieg bei SW Oberhausen winkt der Aufstieg

In der Verbandsklasse musste Tabellenführer SFK4 im Auswärtskampf beim direkten Konkurrenten SW Oberhausen antreten. Als Ihr Berichterstatter nach zwei Stunden Spielzeit und einem Spielstand von 0,5:0,5 – Tim Dette hatte Remis gespielt - im Cafe Lunchström in der Oberhauser Fußgängerzone eintraf, fiel durch Nikita Gorainow eine erste Vorentscheidung.

Trotz Mehrfigur schien er wegen seinem eingeklemmten Damenflügel und drohendem gegnerischen Aufmarsch in prekärer Situation zu sein, konnte aber mit dem kräftigen Damenzug nach f4 - ein Pseudodamenopfer! - die gegnerische Dame fesseln, zwei weiße Figuren auf d6 und e2 gleichzeitig angreifen und sich völlig konsolidieren. Nach der verzweifelten Antwort Le2-c4 (vgl. Bild) folgte Dxd6, später dann Abwicklung und nach nur wenigen weiteren Zügen gab es den vollen Punkt für Nikita. Zwischenstand 1,5:0,5 aus Katernberger Sicht. Ein Super-Comeback des immer stärker werdenden Nikita, der der Mannschaft  in den Runden 3-7 leider nicht zur Verfügung stehen konnte.

Die übrigen Partien standen zu diesem Zeitpunkt gut bis vielversprechend. Unklar war die Stellung an Brett 1, wo Lukas Schimnatkowski eine Figur gegen zwei Bauern geopfert hatte und viel Druck gegen den in der Mitte steckenden schwarzen König ausüben konnte. Als Schwarz sich einen verfrühten Bauernvorstoß erlaubte, entschied Lukas die Partie mit wenigen Kraftzügen für sich: Gabel-Zwischenzug-Abzugsschach-Damenschach mit Matt (oder so ähnlich) und neuer Stand 2,5:0,5! Laut Lukas eine seiner bisher besten Partien, jedenfalls ist sie unter seinen Top5.

Danach folgten drei ausgekämpfte Remispartien von Max Heldt, Bernd Sauer und Jürgen Kraft. Max hatte gegen den starken Holger Heimsoth in einem Endspiel T+S gegen T+L eine hoffnungsvolle Initiative, musste aber am Ende in ein Remis einwilligen. Bernd – eigens aus Polen zu diesem Mannschaftskampf angereist! - hatte ein leicht vorteilhaftes Endspiel, das nach Übergang in ein reines Bauernendspiel zu einem sofortigen Remisschluss führte. Jürgen, der nach eigener Aussage das Glück hatte, an zwei Sonntagen hintereinander und erfolgreich einmal gegen den Abstieg (mit SFK 5) und anschließend um den Aufstieg mitzuspielen, hielt nach "mikroskopischen Vorteilen" ein sicheres Schwarzremis. Zwischenstand nach 6 Partien 4,0:2,0. Jürgen hat überdies angekündigt seinen Kontakt mit der Schachgöttin Caissa zu intensivieren. Wir werden das anstehende Turnier auf Kos beobachten und mitfiebern!

Es liefen noch die beiden sehr gut stehenden Partien von Edgar Schmitz (mit Weiß an Brett 3) und Josua Kudelka (mit Schwarz an Brett 4).

Josua, der erst vor gut einem Jahr als Quereinsteiger vom Internet-Schach zu uns gekommen ist und seine erste richtige Liga-Saison "am Brett" spielt, hatte seinem erfahrenen Gegner in einem taktischen Scharmützel nicht nur einen Bauern abgenommen, sondern ihm in der Folge auch noch die Bauernstruktur gründlich ruiniert – zwei isolierte Doppelbauern auf d3/d4 und b3/b4 sieht man nicht alle Tage! Das resultierende Doppelturmendspiel konnte er dann sicher nach Hause bringen: Big Point, Mannschaftssieg, Zwischenstand 5:2 und der erneute Aufstieg zum Greifen nah!

Mannschaftsführer Edgar musste am längsten arbeiten. Trotz reduziertem Material war es ihm gelungen den schwarzen König mit Fesselungen, Schachgeboten – und drohungen solange zu belästigen bis schließlich eine Springergabel zum Qualitätsgewinn und zum verdienten Endstand von 6:2 führte.

Die Katernberger Vierte als Aufsteiger(!) der letzten Saison steht damit souverän an der Tabellenspitze der Verbandsklasse und vor dem erneuten Aufstieg! SFK 4 führt mit 13 Punkten vor SC Mülheim 1 (12), SG Mengede 1 (10) und SW Oberhausen 1 (10). In der Schlussrunde am 30.4.2017 zu Hause in der Zeche Helene gegen Horst-Emscher 2  sollte hoffentlich nichts mehr schiefgehen.

Tabelle und alle Ergebnisse im Überblick im NRW-Ergebnisportal.

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Ich glaube nicht, dass wir das Spiel verloren hätten, wenn es 1:1 ausgegangen wäre.

Uli Hoeneß

Schachaufgabe

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