SFK schlägt Spitzenreiter SG Porz II 5:3

Geschrieben am 30.01.2003 von Bernd Rosen

Aufstiegskampf ist wieder völlig offen

Aufwind für die SFK-Schachspieler! Mit einem schwer erkämpften 5:3 über die bislang verlustpunktfreie 2. Mannschaft des vielfachen deutschen Meisters SG Porz melden sich die Katernberger zurück im Kampf um den Aufstieg in die 1. Bundesliga, zumal sich Meisterschaftsfavorit RT Andernach auf eigenen Brettern einen 3:5-Ausrutscher gegen den starken Aufsteiger SV Betzdorf-Kirchen erlaubte. SFK, Porz und Andernach liegen nun mit je zwei Punkten Rückstand gleichauf hinter dem überraschenden Spitzenreiter SG Bochum 31, der in den beiden nächsten Spielen in Porz und gegen SFK die Führung verteidigen muss. Das Rennen ist wieder offen!

Ungläubige Blicke von Spielern und Zuschauern galten vor allem der Uhr von Großmeister Igor Glek. Der Zeitnotspezialist pflegt normalerweise die Bedenkzeit bis zur Neige auszukosten und dabei die Nerven der SFK-Fans zu strapazieren. In Porz war alles anders: Mit schnellem Spiel wirbelte Glek die Stellung von GM Rotstein durcheinander. Ein weit vorgeschobener Freibauer sorgte für Unruhe; eine ideenreiche Endspielführung führte schließlich zu einer unparierbaren Mattdrohung. Am Ende hätte die nicht genutzte Zeit durchaus für eine zweite Partie gereicht. Unmittelbar danach remisierte GM Sergey Smagin seine ausgeglichene Partie gegen GM Reinderman am Spitzenbrett.

Die mit taktischen Finessen gewürzte Partie von Falko Meyer endete ebenfalls remis, nachdem zuvor beide Seiten mit offenen und verstellte Diagonalen, Grundlinienmatt-Ideen und Damenfang-Versuchen auf Gewinn gespielt hatten. Sebastian Siebrecht kassierte die einzige Niederlage. In unklarer Stellung riskierte er trotz hoher Zeitnot Kopf und Kragen und verlor beides.

IM Martin SenffDie Vorentscheidung fiel in zwei Glanzpartien: Martin Senff (Foto) inszenierte einen furiosen Angriffswirbel gegen die geschwächte Grundlinie seines Gegners, schreckte vor Opfern nicht zurück und gewann später das Endspiel nach der Abwehr eines drohenden Dauerschachs. Christian Scholz lehnte bei vollem Brett ein Remisangebot ab, entwickelte starken Druck auf der offenen c-Linie und zermürbte sein Gegenüber nach der Bildung eines Freibauern mit seiner offensiv geführten Dame. Auch hier gelang es, am Ende ein Dauerschach zu verhindern.

4:2, und der Sieg dennoch in weiter Ferne, denn Dirk Hennig und Bernd Rosen kämpften mit je einem Minusbauern gegen die drohende Niederlage. Erst kurz vor Ablauf der Spielzeit wurde Hennig für seine wahrlich heldenhafte Verteidigung mit dem Remis belohnt. Rosen, Autor des Bestsellers "Fit im Endspiel", bewies schließlich, dass er seine eigenen Lektionen gelernt hatte und hielt mit etwas Glück sein Endspiel mit dem Läufer gegen Turm und Bauer ebenfalls remis.

Willi Knebel

Alle Einzelergebnisse finden Sie auch in dieser Saison wieder auf der Seite des Deutschen Schachbundes unter www.schachbund.de/SchachBL/2blw00e.htm.

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