SFK U20 fährt zur DVM!

Geschrieben am 05.04.2019 von Bernd Rosen

Jugendbundesliga: SFK siegt in Schalksmühle

Ein Bericht von Lukas Schimnatkowski, Timo Küppers (Text) und Bernd Zamhöfer (Fotos)

Um einen Mannschaftskampf zu gewinnen, muss man nur eine Partie mehr gewinnen als verlieren. Folglich ist es praktisch, wenn keine Partie verloren geht. Der 4:2 Sieg der ersten Jugendmannschaft in Schalksmühle war demnach recht souverän und drohte nie wirklich verloren zu gehen.

Noch mal zur Ausgangslage in der Liga: Unserer Mannschaft würde ein Sieg aus den letzten beiden Runden zur sicheren Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft reichen. Die entspanntere Variante dabei ist natürlich, direkt den ersten Kampf zu gewinnen.

Nachdem wir alle ins doch recht entfernt gelegene Schalksmühle gefunden und es uns im dortigen Aufenthaltsraum gemütlich gemacht hatten, konnte der Kampf wie gewohnt um 11 Uhr starten. An diesem Sonntag rückte Luca Zamhöfer für Noel Gallas an Brett 6 in die Mannschaft, sodass wir in dieser Saison erstmals mit einem Ersatzspieler antraten.

Nach der Niederlage gegen Brackel in der letzten Runde war es wichtig, dass wir wieder an die gute Form von Saisonbeginn anknüpfen würden. Der Kampfverlauf zeigte jedoch schnell, dass dies der Fall sein sollte: Nach der Eröffnug standen wir an fast allen Brettern gut. Yakub erhielt im Grünfeldinder schnell einen gefährlichen Freibauern am Damenflügel . Lukas erreichte zufällig genau die Variante, die wir noch am Freitag angeschaut hatten, und so konnte auch er schnell eine sehr angenehme Stellung erhalten. Timo hatte eine offene Stellung, in der sein Gegner seinen gesamten Damenflügel nicht entwickeln konnte. Besonders schnell kam allerdings Nikita in Vorteil. Sein Gegner spielte als Weißer mit c4 und f4 in den ersten beiden Zügen einen sehr anfälligen Aufbau. Nikita reagierte souverän darauf: Er besetzte das Zentrum und entwickelte seine Figuren so, dass sie sofort Druck auf die schwachen Bauern ausübten. Schon nach einer Stunde gewann er den ersten Bauern. Der Rest war nur noch Formsache: 1:0!

DiagrammAn Brett 6 allerdings improvisierte Luca mit Schwarz nach 1.e4 c5 2.c3 mit dem Zug 2…Sc6, anstatt das vorbereitete 2…d6 zu spielen. Kurze Zeit später gelangte er in die nebenstehende Diagramm-Stellung und zog leider 7…Lg4. Der Gegner nahm die Einladung zu 8.Lxf7+ Kxf7 9.Sg5+ Ke8 10.Dxg4 an. KLeiner Trost: Mit 10…Sxd4 bekam Luca immerhin noch einen gegnerischen Zentralbauern für seine desolate Königsstellung und büßte auch kein Material ein.

Als nächste Partie endete die von Jonas. Er hatte gegen einen Franzosen die klar bessere Stellung erhalten, tauschte danach in ein Endspiel mit Dame und Springer gegen Dame und schlechten Läufer von Schwarz. Die Stellung war immer noch sehr vielversprechend, allerdings schwierig zu verwerten, also Remis: 1,5:0,5.

Luca schaffte es nach dem Fehlstart in die Partie, seinem Gegner stets neue Probleme zu stellen, so dass dieser keinen klaren Weg zum Sieg fand. So wurde der weiße Vorteil nach und nach kleiner. Letzten Endes konnte Luca fdann in ein Läuferendspiel mit gleichen Bauern abwickeln, das mit einem Remis endete. Ein starke Verteidiungsleistung! 2:1

Diagramm

Lukas hatte sich am Damenflügel einen starken Freibauern verschafft. In der Diagrammstellung rechts konnte sein Gegner dem Zug 29…Sxf2 nicht widerstehen: Es folgte á tempo 30.Dxd4! Danach gibt es nichts mehr für Schwarz, der mindestens eine Figur verliert. Nach 30…Dxd4 (auch 30…Dc2 hilft nichts, es folgt 31.Tb2+-) 31.Sxd4 Ld3 32.Tb3 war die Sache erledigt - Schwarz gab kurze Zeit später auf. 3:1.

Yakub tauschte in ein optisch besseres Endspiel Läufer und Freibauer gegen Springer ab. Dieses erwies sich allerdins als noch haltbar für Weiß, Yakub musste sogar aufpassen, dass sein Bauer am Ende nicht verloren gehen würde. Wenig später nahm er dahaer das Remisangebot seines Gegners zur Abischerung des Mannschaftssieges an. 3,5:1,5

Timo hatte leider einen taktischen Trick übersehen und musste versuchen, seinen Mehrbauern im Doppelturmendspiel statt wie geplant im einfachen Turmendspiel zu verwerten. Dies erwies sich allerdings als erstaunlich schwierig. Schließlich opferte er vor der Zeitkontrolle zwei Bauern, um dafür einen Freibauern auf der a-Linie zu erhalten. Beide Spieler dachten, dass dies gewonnen sein müsste, doch tatsächlich fehlte ihm in fast allen Varianten ein Tempo, weshalb auch diese Partie Remis endete. Endstand 4:2!

Dieser souveräne Sieg bedeutet nicht nur die erstmalige Qualifikation zur deutschen Meisterschaft, zugleich übernahmen wir auch wieder die Tabellenführung, da Brackel gegen Kleve verlor. Somit sind wir jetzt in der komfortablen Position, dass uns in der letzten Runde Anfang Juni bereits ein Unentschieden zum Ligasieg reichen würde. Entsprechend unserem ruhigen Temperament als Schachspieler freuten wir uns nach innen und traten die Heimreise an. Dem letzten Mannschaftskampf am 02.06.2019 (Heimspiel gegen Kleve in der Zeche Helene!) können wir nun entspannt entgegensehen.

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Es ist keine Sünde, ein Dummkopf zu sein, aber die größten Sünden werden von Dummköpfen begangen.

Marie von Ebner-Eschenbach

Schachaufgabe

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