SFK3 dominiert weiter die Verbandsklasse

Geschrieben am 28.01.2014 von Bruno Müller-Clostermann

6,5:1,5-Sieg gegen SV Ahlen 2

Unseren Auswärtskampf gegen SV Ahlen 2 bestritten wir in der kalten aber ansonsten sehr schönen Mensa des Städtischen Gymnasiums (vgl. Bild). Nach einer Stunde standen alle Partien recht ordentlich für uns, lediglich Erich Krüger (mit Schwarz an Brett 4) schien gegen den weißen Trompowski-Angriff etwas unglücklich aufgestellt zu sein, allerdings bedingt durch einen verwegenen Bauernraub mit dem aufwändigen Manöver Dd8-Db6-Db4-Dxc4-Db4-Db6. Die deswegen lange abseits stehende schwarze Dame wurde aber von der Temposchluckerin schließlich zur Heldin der Partie und dominierte auf d4 die letzlich unhaltbare weiße Stellung. Unsere kritischen Nachfragen bezüglich des gefährlichen Bauernraubs konterte Erich nach der Partie: "Bobby Fischer hat doch auch jeden Bauern genommen, den er kriegen konnte!"

Das 2:0 besorgte Team-Captain Jürgen Armbrüster persönlich. Er erspielte sich großen Raumvorteil, gewann Bauer und Qualität und dann noch mehr Raum und schließlich die Partie.

Durch ungefährdete Weiß-Remisen von Ralf Stremmel (an Brett 1) und Werner Nautsch (an Brett 3) hatten wir einen angenehmen Halbzeitstand von 3:1. Werner war von mir auf der Hinfahrt durch eine 10-Sekunden-Ansprache sehr effektiv auf seinen Gegner vorbereitet worden: „Auf d4 spielt er BenOni, auf e4 spielt er Sizilianisch, auf f4 spielt er klassisch mit d5 und Sf6.“ Prompte Antwort von Eröffnungsuniversalist Werner: „Ach, dann werde ich wohl Sf3 spielen.“ Und so kam es dann auch!

An Brett 2 konnte ich nach längerer Zeit wieder eine von groben Fehlern freie Partie spielen und dadurch auf 4:1 erhöhen. Die Eröffnung war endlich mal wieder eine nicht-abgelehnte Aljechin-Verteidigung und tatsächlich ging die weiße Stellung daran zu Grunde, dass wegen des vorgeschobenen Bauern auf e5 zu viele positionelle Zugeständnisse notwendig wurden.

Den Siegpunkt zum 5:1 holte Holger Stratmann durch seinen 4-ten Sieg beim 4-ten SFK3-Einsatz; Holger baute eine mächtige schwarze Batterie gegen die geschwächte weiße Königstellung auf, begnügte sich aber schließlich ganz pragmatisch mit Materialgewinn in Form von Qualität und Bauer, der nach etwas technischer Arbeit den Gewinn sicherte.

Ebenso sicher (zumindest rückblickend betrachtet) kam Edgar Schmitz mit den weißen Steinen in einer positionell sauberen Partie durch sukzessive Anhäufung kleiner Vorteile zu einem Sieg gegen eine nominell deutlich stärkere Gegnerin. In einem Damenendspiel hatte Edgar den etwas schnelleren Freibauern und in der Schlussstellung zwei weiße Damen gegen eine schwarze auf dem Brett.

Den Endstand von 6,5:1,5 zu Gunsten von SFK3 stellte Michael Wolff nach schwerblütigem Positionsspiel durch ein Remis gegen seinen jugendlichen Gegner her. Wer Michael kennt, weiß, dass er gerne noch 1-2 Stunden gespielt hätte, um bei seinem Debüt bei SFK3 vielleicht doch noch den vollen Punkt zu machen! Aber wir hatten ja noch rund 100 km Heimfahrt vor uns und deswegen waren wir alle für diesen „frühen“ Remisschluss dankbar!

Nach 6 Runden und 6 Siegen steht SFK3 jetzt mit 12 Mannschaftspunkten und 36,5 Brettpunkten weiterhin auf Platz 1 der Tabelle. In Runde 7 kommt es beim Heimkampf am 16.2. in der Zeche Helene zur Spitzenbegegnung mit der DWZ-stärksten und derzeit drittplatzierten Mannschaft von “Unser Fritz“.

Die kompletten Ergebnisse der 6. Runde: http://nrw.svw.info/ergebnisse/show/2013/614/runde/6/

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Die Schachspieler wissen sehr wohl, dass es leichter ist, eine Partie zu verlieren als zu gewinnen!

Alexei Suetin

Schachaufgabe

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