Toll gekämpft und doch verloren

Geschrieben am 04.02.2020 von Bernd Sauer

SFK 3 – SV Königsspringer Hamm 3:5

Was für ein Mannschaftskampf - fast sieben Stunden dauerte es, bis sich die 3. Mannschaft dem Tabellenführer der Verbandsliga, dem SV Königsspringer Hamm, etwas unglücklich 3:5 geschlagen geben musste. In der fünften Spielstunde stand es noch 2:0 für den SFK 3 - an den Brettern der noch laufenden sechs Partien waren so interessante wie unübersichtliche Stellungen entstanden, dass eine Prognose über das Endergebnis beinahe nicht möglich war - Sieg, Unentschieden, Niederlage - alles war denkbar. In der siebten Spielstunde hatte der Tabellenführer dann die besseren mentalen Kraftreserven und das Stehvermögen, den Kampf doch gewinnen zu wollen, An den Spitzenbrettern zeigte Hamm seine Klasse und wandelte die Stellungsvorteile in Siege um.

Eigentlich hatte alles sehr verheißungsvoll begonnen - Bernd Sauer hatte nach einem Fehler des Gegners - der stellte einfach den Läufer ein - relativ leichtes Spiel. Der dann drohende Königsangriff war nur durch vorzeitige Aufgabe abzuwenden und damit 1:0 für uns.

Gerd Geerlings setzte sein Erfolgsrezept - den Materialgewinn in Angriff umwandeln - erneut eindrucksvoll um und brachte das Team nach zwei Spielstunden mit 2:0 in Führung.

An allen anderen Brettern wurde zäh gekämpft. In den teilweise sehr komplizierten Stellungen war es zunehmend schwierig, die Konzentration zu halten. Zu ermüdend waren die Bestrebungen, immer den optimalen Zug zu finden.
Noel Gallas hatte zwischenzeitlich dem Gegner das Grundübel seiner schlecht gesicherten Grundreihe aufgezeigt und gewann eine Figur gegen einen Bauern - das 3:0 schien in Reichweite...

In Spielstunde sechs musste SFK 3 dann die ersten Zugeständnisse machen. Willy Rosen hatte ein schwerblütiges Endspiel mit Damen und je zwei Türmen und je fünf Bauern - Willy gab seinen vereinzelten Bauern um nach Damen -und Turmtausch in ein Turmendspiel mit 4 gegen 5 Bauern einzulenken. Sicher ist in solchen Stellungen die Remisbreite recht hoch, aber im praktischen Spiel leider nicht immer umsetzbar - 2:1.

Werner Nautsch hatte eine feste Verteidigungslinie gefunden und trotzte den Angriffsbemühungen des Gegners .Letztlich war nur mit Qualitätsopfer die Verteidigung zu knacken - trotz Qualitätsvorteil hatte Werner dann keine Möglichkeit mehr, die anlaufenden Freibauern zu stoppen - auch mit Damentausch war die Position nicht zu halten - 2:2.

In Spielstunde sieben überschlugen sich dann die Ereignisse. Noel hatte trotz Figurenvorteil eine zu passive Stellung und musste nach einem weiteren Bauernverlust ins Remis einwilligen 2,5:2,5.

Erich Krüger hatte ein Doppelturmendspiel und konnte seinen wichtigen Bauern auf der B-Linie, trotz intensiver Bemühungen, nicht halten - im weiteren Spielverlauf war die Stellung nicht mehr zu verteidigen - erstmals 2,5:3,5 Führung für den SV Hamm.

Ulrich Gehrmann hatte aus der Eröffnung heraus eine klar bessere Position, die sicher irgendwo da schon gewonnen war. Im Turmendspiel, mit beiderseitigen Chancen, lag der Fokus dann verständlicherweise auf der Erreichung der Remisposition. Ulrich nahm das Remisangebot an - genau in dem Moment war die Stellung aber höchstwahrscheinlich für ihn wieder gewonnen - 3:4, schade.

Einen tollen Kampf lieferte Jonas Jahrke, der im Endspiel mit seinem Springer die generischen Freibauern lange super kontrollierte und mit seinem aktiven König die Position halten konnte. Leider hatte der Läufer des Gegners auch alles im Griff, so dass der weise König zum entscheidenden Gewinnmanöver ausrücken konnte - sehr schade... und damit 3:5.

Auch die Schachfreunde aus Hamm mussten nach dem Kampf einräumen, dass der Sieg glücklich zustande gekommen war. Ein 4: 4 wäre nach dem Spielverlauf vielleicht das gerechteste Ergebnis gewesen und es war möglich...

Trotzdem großes Lob an die gesamte Mannschaft für den unermüdlichen Kampfeswillen - die Kiebitze erlebten einen ungewöhnlich spannenden Mannschaftskampf, auf Augenhöhe mit dem Tabellenführer. In dieser Form sollten die noch fehlenden Punkte eingespielt werden können, wenngleich sich die aktuelle Tabellensituation, nach Abschluss des Spieltages am nächsten Wochenende, wieder verschlechtern wird.

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Niemand wird gekrönt, der nicht vorher gekämpft hat.

Johann Wolfgang von Goethe

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