Toller Sieg für SFK 2

Geschrieben am 26.11.2017 von Volker Gassmann

SFK 2 gewinnt gegen Plettenberg

Mit einem knappen aber verdienten 4,5 : 3,5 gegen Plettenberg holte SFK 2 den ersten Sieg in der NRW-Klasse und nimmt mit exakt 50% Brett- und Mannschaftspunkten nun einen Mittelplatz ein. Dabei war Plettenberg wertungsmäßig deutlich überlegen - an den ersten 3 Brettern im Schnitt mit mehr als 250 DWZ-Punkten. Allenfalls an den Brettern 7 und 8 hatten wir nominell einen Vorteil.

In der ersten Stunde nahm der Kampf einen ruhigen Verlauf - bis auf die Partie von Jan: Der hatte 2 Bauern gewonnen, dafür aber das Rochaderecht verloren. Der Ta1 spielte nicht mit, und die künstliche Rochade des Kd1 auf den Damenflügel schien in weiter Ferne. Im Zentrum stand der König aber langfristig sehr gefährdet, denn die schwarzen Schwerfiguren standen kurz vor entscheidenden Drohungen auf der f-Linie und der weißen Grundreihe. Darf man so Schach spielen?

Ich selbst stand mit Schwarz gegen IM Jeroen Bosch in einem Abtausch - Caro-Kann mit dem ungewöhnlichen 3. Lf4 von Anfang an unter Druck. Ausgeglichen schienen mir die Partien von Marcus und Lukas. Kaum einschätzen konnte ich einen Franzosen von Thomas. Chancen auf Vorteil sah ich bei unseren Senioren Willy, Erich und Werner. Letzterer hatte bereits die Rochade seines Gegners verhindert.

Leider verrechnete sich Marcus nach etwas 2 Stunden bei einem Zentrumvorstoß und musste kurz danach aufgeben. Meine Position wurde immer schlechter, und Thomas geriet nach dem fehlerhaften f7-f5 in einen heftigen Angriff. Seine Stellung schien aber noch sehr unklar, da auch der weiße König schlecht stand. Unterdessen hatte Willy mit Schwarz starken Königsangriff. Schwieriger war es für Erich und Werner, ihren Vorteil zu vergrößern, obgleich sie immer noch gut standen und Erich zwischenzeitlich einen Bauern gewonnen hatte. Lukas griff mit Schwarz am Königsflügel an, stand aber am Damenflügel langfristig unter Druck. Weiß konnte den Königsangriff nur durch ein Bauernopfer abwehren und Lukas Damenflügel war widerstandsfähiger als auf den ersten Blick ersichtlich, da auch der weiße a6 schwach war.

Bald darauf gewann Willy, ich verlor und Thomas geriet endgültig auf die Verliererstraße. Es war klar, dass Jan die entscheidende Partie spielen würde, denn hier waren alle 3 Ergebnisse möglich. Tatsächlich spielte Jan in der kritischen Phase sehr stark, vermied auch ein mögliches Remis und schien allmählich in Vorteil zu kommen. Unerwartet schnell gewannen dann in der 4. Stunde er und Lukas, während Thomas verlor: 3 : 3 nach der Zeitkontrolle.

Beide Senioren wollten ihr Endspiel gewinnen: Werner versuche bei gleichfarbigen Läufern und Dame seine bessere Bauernstruktur auszunutzen, aber beide Könige standen so offen, dass beiderseitiges Dauerschach wahrscheinlch schien. Tatsächlich musste sich Werner bald mit der Punkteteilung abfinden: 3,5 : 3,5.

Sehr ehrgeizig ging Erich zur Sache, der seinen Mehrbauern verloren hatte: Anstatt mit dem sicheren Tb8 oder Ta8 die gegnerischen Freibauern a7 und b6 am Vorrücken zu hindern, schwenkte der Turm über h8 nach h7. Hier übte er zusammen mit dem Ld5 unangenehmen Druck auf f7 aus. Sein Freibauer auf c6 war zwar schwarzfeldrig durch den Tc7 blockiert, konnte jedoch nicht erobert werden und drohte in vielen taktischen Varianten mit Durchmarsch. Dem Gegner gelang es nicht, den Vormarsch des weißen Königs ins Zentrum und den Vormarsch der weißen Königsflügelbauern zu stoppen: Das optimale Zusammenspiel der weißen Figuren und Bauern kostete bald den schwarzen Springer, während der Vormarsch der schwarzen Freibauern viel zu langsam war. Nach gut 5 Stunden Spielzeit sah sein Gegner dann die Niederlage ein: 4,5 : 3.5.

Glückwunsch an unsere Senioren und die (zum Teil ehemalige) Jugend für die tolle Saisonleistung in den ersten Runden!

Hier noch die Schlüsselpartie Jan Dette - IM Hans Klip, die wir inzwischen auch als "Partie des Monats" am Spielabend betrachtet haben:

Die Partie des Monats November

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