U14 schafft den Sprung zur DVM

Geschrieben am 25.06.2019 von Timo Küppers

U14 erreicht Platz 3 bei der NRW-Mannschaftsmeisterschaft

Zum Ende der Saison stand die NRW-Mannschaftsmeisterschaft der U14 in Nachrodt-Wiblingwerde an. Nach teilweise wirklich starken Partien landete unsere Truppe souverän auf den dritten Platz und löste damit, wie bereits unsere U20, das Ticket für die DVM Ende des Jahres. Auf dem Weg dahin zeigte unsere Mannschaft, bestehend aus Jonas, Luca, Nils, Sam und Daniel, dass sie vorne mithalten können und sich nicht zu verstecken brauchen.

Nachdem die Anreise am Donnerstag abgeschlossen war, ging es auch sofort mit der ersten Runde los. Gegen DJK Arminia Eilendorf musste ein Sieg her, wenn wir vorne mitspielen wollten. Eilendorf hatte vor allem mit Alwin Mainka ein starkes erstes Brett vorzuweisen. An den Brettern 2 und 3 waren wir leicht favorisiert, während am vierten Brett Sam auf einen etwa gleichstarken Gegner traf. Entsprechend entwickelte sich auch der Kampf:
Jonas hatte es versäumt durch Bauernhebel seine Stellung zu befreien, sodass er stark gedrückt stand. Luca hatte wiederum in einem Drachen dank seines starken Läufers auf g7 schnell leichten Vorteil erhalten. Noch klarer gestaltete sich die Partie von Nils. Er konnte seinem in Windeseile ziehenden Gegner schon in der Eröffnung die Bauernstruktur c2, c3 und a2 verpassen. Wenig später kam es zu einer großen Tauschaktion, bei dem sein Gegner womöglich zu viel tauschte. Während ein wahrscheinlich noch zu haltendes Läuferendspiel für Nils unvermeidlich gewesen wäre, tauschte sein Gegner schnell auch die letzten Figuren vom Brett. Das Bauernendspiel schien kaum zu haltbar zu sein. Sehr beeindruckend spielte Sam. Er schaffte es in den ersten 20 Zügen, seinen Gegner nach und nach in einem symmetrischen Franzosen mit Weiß zu überspielen, indem seinen Springer nach f5 pflanzte und den gegnerischen auf b6 mit dem Zug b3 beschränkte. Wenig später konnte er nach einem ungeschickten Zug seines Gegners ihm auf e6 einen rückständigen Bauern verpassen, wonach ich an einem Sieg an diesem Brett kaum noch Zweifel hatte.

Nach etwa 90 Minuten war dann das erste Ergebnis bereits unterschrieben. Nils zeigte in dem Bauernendspiel seine ganze Technik und fuhr sehr sicher den ersten Punkt ein. Kurz darauf endete dann auch die Partie an Brett 1 mit einem Paukenschlag. Jonas’ Gegner hatte in inzwischen klar besserer Stellung für ihn geglaubt, die Lage forcieren zu können und opferte seine Dame. Jonas’ König musste dafür kurzzeitg ins Freie, doch schnell konnte er den Rückweg durch die Rückgabe eines Springers freimachen. Da Schwarz kaum noch Drohungen aufstellen konnte und Jonas sehr geschickt jeden Versuch von Gegenspiel frühzeitig verhinderte, gab sich sein Gegner geschlagen und wir gingen 2:0 in Führung.

Auch Luca konnte seine Stellung nun immer weiter verbessern. Mit dem Vormarsch seines a-Bauern bis nach a3 verhalf er seinem Läufer, der zuvor nur auf den Bauern auf c3 geschaut hatte, zu voller Stärke. Wenig später gewann erd mit einem taktischen Trick die Qualität und damit die Partie.

Somit blieb noch eine Partie offen. Leider hatte Sam es seinem Gegner erlaubt, den rückständigen Bauern von e6 bis nach e4 vorschieben zu lassen, wo er nun von dem schwarzen Bauern auf d5 gedeckt wurde. Nach einigen weiteren wilden Zügen entstand ein Damenendspiel, in dem Sams Gegner auf g2 Matt drohte. Sam zog leider die Dame direkt nach h3 zurück und verlor nach dem Damentausch auf g2 eine über weite Strecken sehr stark gespielte Partie. Es hätte aber auch anders kommen können, so hätte er mit ein paar weiteren gezielten Schachs noch einen Bauern mitnehmen können, wonach das Bauernendspiel für Schwarz tabu gewesen wäre und nur Sam hätte gewinnen können. So hieß der Endstand dann 3:1 für Katernberg.

Am nächsten Tag ging es gegen die Schachakademie Paderborn, einen etwa gleichstarken Gegner. Entsprechend ausgeglichen gestaltete sich der Kampf. Während Jonas am ersten Brett mit Schwarz gegen das gegenerische Fianchetto-Maroczy früh mindestens ausgeglichen hatte, erhielt Luca am zweiten Brett nach Ende seiner Vorbereitung direkt die Möglichkeit auf h6 zu einen Läufer zu opfern, was er sich auch nicht entgehen ließ. Dies war so stark, dass sein Gegner es nicht wagte dieses Opfer anzunehmen. Nils spielte in dieser Runde leider sehr befangen und geriet schnell in Raumnachteil, den der Gegner immer weiter vergrößerte. Am vierten Brett spielte in dieser Runde Daniel. Er zog sehr rasch und hatte schon nach der Eröffnung einen Bauern weniger. Dennoch gab es noch Chancen zur Verteidigung, dank ungleichfarbiger Läufer auf dem Brett.

Leider halfen alle zähen Verteidigungsversuche nichts. Der Gegner hatte seine Figuren geschickt aktiviert und noch mehr Bauern eingesammelt, so dass Daniel schlussendlich nur die Aufgabe blieb. Wenig später konnte Luca jedoch den gewonnen Bauern vollständig konsolidieren. Mit Mehrbauern, den aktiveren Figuren gewann er dann noch mit einem taktischen Trick die ganze Figur und damit auch die Partie. Auch Jonas nahm in seiner Partie immer weiter das Kommando an sich. Er stellte nach und nach seine Figuren aktiver als sein Gegner und sammelte viele kleine positionelle Vorteile. Dies zahlte sich dann später in einem Turmendspiel mit zwei Mehrbauern und einem aktiven Turm aus.

Nils’ Stellung wurde in der Zwischenzeit immer kritischer, da sein Gegner den Raumvorteil zum Angriff nutzte. Seine Stellung war ohnehin sehr schwer zu spielen. Bei drohender Zeitnot zog Nils schnell, zu schnell und ließ sich Mattsetzen. Damit blieb nur noch Jonas Partie, der seine positionell starke Partie sauber zu Ende spielte. Nach etwa 4 Stunden gab sich sein Gegner dann geschlagen und das Endergebnis von 2:2 war offiziell.

Bernd Rosen:
Zu Beginn der dritten Runde löste ich Timo ab, der am Wochenende leider verhindert war. Das schien zunächst ein schlechter Tausch zu sein, denn gegen den Turnierfavoriten Porz bekamen wir kein Bein auf den Boden. Nils gewann dank freundlicher Mithilfe seines Gegners einen Läufer, nur um diesen wenig später einzügig wieder einzustellen. Die übrigen Partien verliefen sehr einseitig - am Ende stand ein drastisches 0:4.

Davon war die Mannschaft zum Glück nicht beeindruckt. Münster hatte bei der Qualifikation vor uns gelegen, war in diesem Turnier jedoch schlecht gestartet. Jonas entschied sich, seinen Gegner mit einer Nebenvarriante zu überraschen, und hatte damit tatsächlich Erfolg: Nach 1.e4 c5 2.Sf3 a6 folgte 3.d4?!, und Jonas übernahm schnell die Initiative. Durch diese unerwartete Entwicklung der Dinge überrascht setzte sein gegner weiter schlecht fort, und ein Kurzsieg war die Folge: 1:0. Allerdings stand Daniel schnell mit dem Rücken zur Wand, er büßte erheblich an Material ein. Auch Luca landete in einer schlechten Stellung. Tatsächlich konnte er sich nicht halten, aber Daniel ergatterte sehr glücklich einen halben Punkt, weil sein Gegner ihn Patt setzte.Somit lag das Schicksal dieses Kampfes ganz in der Hand von Nils, der mit starken Konditionsschwierigkeiten zu kämpfen hatte. Er gewann erst einen Bauern, ließ dann einen Springer in seine Stellung. Diesen gewann er mit einem taktischen Trick. Im nun entstandenen Endspiel Dame plus Läufer gegen Dame schien er schon auf der Siegesstraße, stellte aber dann seinen Läufer ein. Nun allerdings hatte er sich gefangen und führte das Damenendspiel dank eines starken d-Freiabuern souverän zum Sieg. 2,5:1,5 gegen Münster und damit stand bereits eine Runde vor Schluss fest, dass es mindestens Platz 3 sein würde.

In der abschließenden Runde gegen KKS Köln gelang Jonas ein schön herausgespielter positioneller Sieg. Auch Luca und Nils setzten sich relativ klar durch, nur Sam konnte ein schlechtes Turmendspiel nicht halten. Das 3:1 war zu wenig, um Paderborn noch vom 2. Platz zu verdrängen, aber das tat der Freude über die erkämpfte Qualifikation keinen Abbruch.

Herausragender Spieler der Mannschaft war Jonas, der am Spitzenbrett auf sehr starke 4:1 Punkte kam. Luca und Nils holten je 3:2 Punkte, Sam und Daniel blieben mit einem halben Punkt an Brett 4 leider unter ihren Möglichkeiten.

Die Tabelle und alle Ergebnisse gibt es bei der Schachjugend NRW.

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Ein Springer auf f6 gegen die eigene Rochadestellung ist schlimmer als ein rostiger Nagel im Knie.

Efim Bogoljubow

Schachaufgabe

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