U20 bleibt Tabellenführer

Geschrieben am 29.01.2019 von Volker Gassmann

Jugendbundesliga: Deutlicher Sieg gegen Aachen

Im Vorfeld des Kampfes hatten wir uns erfolglos um eine Verlegung bemüht, da neben 4 Mannschaftskämpfen im Erwachsenenbereich (mit erheblicher Beteiligung unserer Jugendspieler) auch der Viererpokal in Knüllwald auf dem Programm stand. Trotz redlicher Mühe beider Seiten fand sich aber kein geeigneter Termin, da der Turnierkalender für beide Mannschaften sehr voll war.

Aachen ist nominell nur wenig schwächer besetzt als wir, tritt aber selten in Bestbesetzung an, während uns dies auch diesmal gelang. Damit waren wir spielstärkemäßig favorisiert, andererseits können sich die Gegner aber besonders gut vorbereiten. Das traf an diesem Tag besonders unsere Sizilianisch-Schwarzspieler Timo, Lukas und Jonas. Tatsächlich blitzte Timos Gegner eine fast 20-zügige Buchvariante herunter und erlangte vermutlich Gewinnstellung. Das Problem bei solchen Varianten ist, dass der Übergang vom Blitzmodus zum Verstehen und Berechnen der Stellung schwierig ist. Tatsächlich mehrten sich die ungenauen Züge des Weißen und er bot – vermutlich in dem Bewusstsein, eine Gewinnstelllung weitgehend verpatzt zu haben - Remis in immer noch etwas besserer aber komplizierter Stellung an, was Timo annahm. Kurze Zeit später gewann Noel und auch Yakub stand aussichtsreich. Das war die Lage, als ich nach zweieinhalb Stunden beim Kampf eintraf. Yakub bekam aber ein schwer zu gewinnendes Endspiel mit T gegen L + 2 Bauern aufs Brett, in dem wenig später Remis vereinbarte, also 2 : 1 für uns.

Lukas hatte in einem aus einem abgelehnten Morra-Gambit entstandenen Igel  eine Qualität weniger und stand zwischenzeitlich vermutlich auf Verlust. Die Stellung war aber sehr kompliziert, da beide Könige schlecht standen. Tatsächlich opferte der Gegner kurz darauf mit Txf7 seinen Turm, was Lukas postwendend mit Sf4 ablehnte. Das hatte ich noch erwartet - nicht auf der Rechnung hatte ich aber das Feuerwerk, dass Lukas kurze Zeit später zündete. Als sein Gegner den Tf7 gege den Sf4 ins Geschäft steckte und anschließend mit De6+ den Sd7 abholte, folgte wie aus der Pistole geschossen Ld4+: Der weiße König musste nach g1, und nun opferte sich der andere Läufer auf g2, wonach der Ld4 im Zusammenspiel mit der Df4 das Matt erzwang, weil die weißen Schwerfiguren sehr unglücklich postiert waren. Beim Stand von 3 : 1 konnte ich endlich aufatmen.

Mir hatte in der Zwischenzeit nämlich die überaus kritische Stellung von Jonas in den Bann gezogen, der einen meiner Meinung nach schief gegangenen Sizilianer verwaltete: sein König war nur durch den Lf8 verteidigt und nach f4-f5-f6 war neben dem Mattfeld g7 der Bauer h7 gefährdet. Allerdings hat Jonas schon oft solche gefährdeten Stellungen verteidigt. Zu allem Überfluss beging aber Nikita in sehr aussichtsreicher Stellung mit f4-f5 einen Fehler: nicht die gegnerische, sondern in erster Linie seine eigene Königsstellung wurde geöffnet, weil der Gegner nicht mit dem e-Bauern, sondern mit g6 schlug und der Bauer g4 gefesselt war: die Stellung wurde wieder unklar. Zum Glück hat Nikita seine Nervosität inzwischen besser im Griff als in den Vorjahren. Er spielte seine taktische Stärke aus und rechnete genauer als der Gegner: Bald schon stand er wieder auf Gewinn und lehnte selbstbewusst auch die Einladung zum Remis durch Zugwiederholung ab. Wenig später zappelte der schwarze König im Mattnetz: 4:1!

Jonas hatte sich inzwischen tatsächlich sehr hartnäckig verteidigt und durch ein Qualitätsopfer auf c3 typisch sizilianisches Gegenspiel kreiert. Nach Damentausch erhielt er ein Endspiel mit zwei Läufern und 2 Bauern gegen Turm und Läufer. Wie in der Partie Yakub hätte die Turmpartei  wohl noch mit Königsmärschen versuchen können zu gewinnen aber auch hier einigte man sich schnell auf Remis. Somit ergab sich ein hoher und nach dem Verlauf der einzelnen Kämpfe wohl zu hoher 4,5 : 1,5 Sieg.

Wir haben nun nach wie vor 2 Mannschaftspunkte Vorsprung vor Brackel, auf das wir bereits im nächsten Spiel Ende Februar treffen. Außer bei einem 3:3 wird dann vermutlich eine Vorentscheidung über den NRW-Meister-Titel fallen.

Zurück

Trau lieber deiner Kraft als deinem Glück.

Publilius Syrus

Schachaufgabe

<<  <  >  >>
-