U20 bleibt vorn

Geschrieben am 04.11.2012 von Volker Gassmann

Jugendverbandsliga Ruhrgebiet: Katernberg führt nach 2 Runden mit 15,5 Brettpunkten

Nachdem unsere U20 Mannschaft in der letzten Saison den Aufstieg im Stichkampf verpasste fing die neue Saison sehr gut an: Im ersten Spiel gewann man gegen Gerthe mit 8:0, in der 2. Runde wurde mit dem SV Horst-Emscher einer der stärksten Konkurrenten mit 7,5 : 0,5 besiegt.

Dabei waren beide Siege vermutlich etwas hoch:

In der 1. Runde geriet Clemens Waidelich als Weißer nach einem Fehlzug in einen starken Königsangriff. In äußerst bedrängter Stellung fand er jedoch stets die einzige Verteidigung. Sein Gegner verpasste zunächst einen Qualitätsgewinn und wollte dann wenigstens einen Bauernerobern. Dabei verirrte sich jedoch sein Springer ins weiße Lager. Clemens gewann den Springer und anschließend schnell die Partie. Ansonsten strapazierte nur Armin Ghadiri meine Nerven, als er statt einen entscheidenden Königsangriff zu starten unschlüssig manövrierte und trotz Mehrfigur beinahe ein Dauerschach zulassen musste. 

In der 2. Runde gegen den nominell sehr starken SV Horst-Emscher hatten wir einige Aufstellungssorgen, da Patrick Ruhwedel, Anna Döpper und Arman Marvani fehlten. Allerdings haben wir gleich mehrere nominell fast gleichstarke Ersatzspieler - im Gegensatz zu unseren Gegnern, die das Fehlen von ebenfalls 3 Stammspielern und eine weitere kurzfristige Absage nicht ausgleichen konnten: kampfloser Sieg für Clemens und an den letzten 3 Brettern hatten wir schnell Übergewicht. Dann drohte der Kampf jedoch zu kippen: Jan und Tim Dette stellten jeweils einen Bauern ein. Ein Mehrbauer bei guter Stellung reicht jedoch gegen die beiden sehr erfindungsreichen Brüder nicht automatisch zum Gewinn, wie ich bei einigen Schnellpartien unseres Sommerschach-Turniers feststellen musste, wo ich gegen Tim verlor! Ihre Gegner machten jedenfalls zu viele Fehler und schlitterten nach und nach sogar in Verluststellungen.

Sehr gutes Schach wurde an den ersten beiden Brettern gespielt: Patrick Imcke musste sich als Schwarzer im Grünfeld-Inder gegen ein chancenreiches Bauernopfer seines Gegners wehren. Er löste diese Aufgabe jedoch nach einem Fehler seines Gegners mit Bravour und erhielt ein technisch gewonnenes Endspiel. Max hatte in einer Pirc-Verteidigung als Weißer unter Verzicht auf die eigene Rochade einen sehr scharfen Königsangriff gegen die Fianchetto-Stellung seines Gegners eingeleitet - ein sehr zweifelhaftes Unterfangen, wie der Gegner durch konsequentes Spiel im Zentrum nachwies: Max konnte seine Türme nicht verbinden und stand vermutlich auf Verlust. Allerdings war die Stellung taktisch noch sehr kompliziert - und taktische Fehler begeht Max kaum. So konnte er durch Opfer seines Th1 seine Figuren doch noch koordinieren und kam zu einem Dauerschach - statt des durchaus möglichen 5:3 kamen wir so zu einem 7,5 : 0,5-Sieg und führen die Tabelle mit 4:0 Mannschaftspunkten und 15,5 Brettpunkten vor unserem nächsten Gegner "Unser Fritz Wanne Eickel" mit 11,5 Brettpunkten an.

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Ich mach mir nichts aus Marschmusik, ich mach mir nichts aus Schach. Die Marschmusik macht mir zuviel, das Schach zu wenig Krach.

Robert Gernhardt

Schachaufgabe

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