Unglücklich, aber gerecht

Geschrieben am 16.10.2017 von Jürgen Kraft

SFK 4 spielt Unentschieden gegen Rüttenscheid 2

Aufgrund eines unvermeidlichen Bereitschaftsdienstes im Krankenhaus konnte ich leider nicht selbst spielen und war zur unglücklichen Rolle des Kiebitz verdammt. Vorweg gesagt: Das ist viel nervenaufreibender, als selbst zu spielen. Der Kiebitz sieht viel, muss aber still bleiben.

Es begann sehr gut für uns: Jonas Jahrke konnte erstmalig seine Klasse zeigen und fegte als Schwarzer seinen Gegner mit einem königsindischen Angriff vom Brett: 1:0. Eine wunderschöne Partie, Jonas!!!

Unser Torjäger Luca Zamhöfer holte den dritten Punkt aus drei Spielen in Folge: Im Endspiel vor die Alternative gestellt, entweder die Bauernumwandlung zur Dame oder Matt durch Turm und Springer zulassen zu müssen, gab sein Gegner lieber auf. Luca ist jetzt klar der "Topscorer" der Liga, siehe NRW-Portal. WOW!!

Nach dem 2:0 wurde es ruhiger: Klar ausgekämpfte Remisen von Cem Celik, Isabel Otterpohl und unserem Mannschaftsführer Michael Wolff. Ein wenig Aufregung in der Partie von Davit Mamikonyan: In einem klaren Remisendspiel tat sein Gegner einen regelwidrigen Zug und drückte die Uhr! Was tun? Davits´Gegner wollte schon die Figuren zusammenschieben, aber ich konnte mich noch dunkel an die FIDE-Regeln erinnern: Die Stellung wird zurückgestellt und David bekommt eine Zeitgutschrift. Aber wieviel? (Nach Studium zu Hause: es sind 2 Minuten.) Zwischenstand 4:2 für uns, immer noch prima! Remis gesichert, Gewinn zum Greifen nahe.

Dann die Partie des Tages, an Dramatik kaum zu überbieten: Thomas Sikorski gegen Manfred Pennekamp: Thomas hatte nach missglückter Eröffnung einen massiven Bauernsturm von Schwarz auf seinen Königsflügel zugelassen und saß wie das Kaninchen vor der Schlange. Dann Inkonsequenz von Schwarz: Anstatt seine Stellung weiter zu verstärken und durchzubrechen, spielt MP auf Materialgewinn. Thomas findet einen phantastischen Houdini-Zug, der schwarze Angriff ist zurückgeschlagen und mit seiner Bauernmehrheit am Damenflügel steht nun Weiß auf Gewinn. Jetzt wäre Zeit geblieben, den arg ramponierten Königsflügel zu sichern - der Gewinn am Damenflügel läuft ja nicht weg. Aber Thomas ist im Siegesrausch, spielt nach vorne und vergisst die Gefahr. MP wirft verzweifelt alles gegen den gegnerischen König. Und hat Erfolg: Thomas muss einen ganzen Turm geben, um nicht Matt gesetzt zu werden. Er spielt ungerührt weiter, der weiße Sc6 und die Bauern sind Furcht erregend. Der b-Bauer erreicht das Umwandlungsfeld, Schwarz muss den gewonnenen Turm zurückgeben. Doch nun zeigt sich die latente Schwäche der weißen Königsstellung: Matt oder Materialverluste sind unvermeidbar, 0:1.

Es blieb noch die letzte Partie, ein äußerst schwieriges Turmendspiel von Noel Gallas in gedrückter Stellung. Noel, du hast Dich sauber, aber sehr passiv verteidigt. So etwas kann nur Werner Nautsch: Turm nach vorne, auf die achte Reihe, dann von hinten angreifen? Vorübergehende Bauernverluste ignorieren? Das wäre eine Analyse wert. Wir müssen den Experten fragen! Am Ende 4:4, das ist gut für uns.

WICHTIGER HINWEIS: Unser nächster Kampf ist auch ein Auswärtsspiel, wir spielen am 19.11. in Borbeck!

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Der Gedanke legt den Grund für die Tat.

Helmuth von Moltke

Schachaufgabe

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