Unter die Räder gekommen

Geschrieben am 29.11.2015 von Volker Gassmann

SFK U20 II verliert das Spitzenspiel gegen Horst Emscher mit 5,5:0,5

Wie im Vorjahr kam unsere zweite Jugendmannschaft gegen den Ligafavoriten Horst-Emscher mit 0,5 : 5,5 unter die Räder. Dabei ließen unsere Spieler aber viele gute Chancen ungenutzt, sie hätten ein besseres Ergebnis verdient gehabt.

Nachdem Cem zunächst keine Kompensation für den geopferten Bauern erhalten hatte stellte er im Endspiel noch eine Figur ein und verlor schnell. Dafür hatte Isabel in der Hauptvariante des Max-Lange Angriffs nach dem fehlerhaften 9. ... Dd5 anstelle von Le7 eine Gewinnstellung.

Tim hatte nach einem strategischen verfehlten Bauerntausch einen schrecklichen rückständigen Bauern auf der d-Linie, verteidigte sich jedoch zunächst gut. Julian (Moderne Verteidigung) und Arman (französischen Abtauschvariante) standen sicher. Anna hatte an Brett 1 gegen den sehr starken Steven Baerwolf (2161) ein schwerblütiges Tschechisches Benoni auf dem Brett. Ich ging daher nach einer Stunde von einer 2:4 Niederlage aus, doch leider führten im weiteren Verlauf zu viele Fehler zu einer höheren Niederlage.

Zunächst kam Isabel vom rechten Weg ab: In der abgebildeten Stellung gewann am schnellsten Dg3 (Drohng Dh4), aber auch Sg3 und das gespielte Da3 waren noch OK - nicht aber der damit verbundene Plan auf Bauernfang am Damenflügel zu gehen anstatt den schwarzen König entschlossen anzugreifen. Bald gewann Schwarz den Bg7, erhielt auf der g-Linie Gegenchancen und der Springer ging verloren. Julian verlor ohne Not durch das passive Te8-f8 den wichtigen Bauern e7. Anna verlor einen Bauern, hatte jedoch m.E. genügend Kompensation durch starke Initiative am Königsflügel. Leider ließ sie die Vereinfachung zu einem Endspiel zu, welches trotz ungleichfarbiger Läufer wohl verloren war. Letzten Endes zeigte sich der Spielstärkeunterschied auch in den Endspielen von Anna und Tim, wo der Gegner das entscheidende Qualitätsopfer mit anschließendem Vormarsch von Freibauern seelenruhig vorbereitete und beide nicht hartnäckig genug Widerstand leisteten.

Auch Arman nutzte die unverhoffte Chance zu einem Endspielsieg nicht: In der abgebildeten Stellung konnte er nach dem schlimmen Fehler f5? den Bauern f5 beginnend mit dem einfachen h5 gewinnen. Statt dessen folgte Sd4 mit baldigem Remis.

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Jedenfalls ist es besser, ein eckiges Etwas zu sein als ein rundes Nichts.

Friedrich Hebbel

Schachaufgabe

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