Verbandsliga: 5:3-Heimsieg gegen Bochum-Linden

Geschrieben am 02.02.2015 von Bruno Müller-Clostermann

SFK 3 orientiert sich wieder nach oben

Das Team von SV Bochum-Linden kam als Tabellenzweiter mit 9:1 Punkten in die Zeche Helene, allerdings ohne sein Spitzenbrett Roland Schreck, der irgendwann zwischen 15 und 17 Uhr überraschend als Edel-Kibitz auftauchte. Wir selbst befanden uns mit 5:5 Punkten im Mittelfeld der Tabelle und traten in nominell stärkster Aufstellung an. Vor dem Anpfiff konnte ich als Mannschaftsführer beim Aufbau der Spielarena zunächst noch den überzeugenden Auftritt von Manuel Huiskes und Isabell Otterpohl bestaunen, die den Kantersieg von SFK 7 gegen Essen-Überruhr 3 mit zwei weiteren Punkten komplettierten.

Beim Start um 14 Uhr saßen wir nur zu siebt an den Brettern, aber dank glücklicherweise parater Telefonliste und kurzem "Weckruf" war der SFK3-Achter vor Ablauf der 30-minütigen Karenzzeit doch noch komplett und die Nerven des Mannschaftsführers waren wieder auf Normal-Null. Darüber hinaus galt die Aufmerksamkeit der sich schnell entwickelnden Schwarzpartie von Holger Stratmann, der nach einem scheinbaren Killerzug (9.Lg5, vgl. Diagramm) nach langem Nachdenken mit einem Antikillerzug reagierte (9. ... Sxd4!!), was seinen Gegner sehr nachdenklich machte. Und zwar völlig zu Recht, wie sich nach weiteren 3-4 Zügen zeigte: 10. Lxf6 Dxf6 11. Dxg4 Sxb5 und nach Sxb5 käme Dxb2, deswegen bleibt für Schwarz ein Mehrbauer bei klar besserer Stellung. Bald darauf gab´s den vollen Punkt zum 1:1-Gleichstand, da Werner Nautsch nach riskantem Spiel eine Verlustpartie verbuchen musste, was er selbstironisch kommentierte mit „Wie schön, dass es auch gute Spieler in unserer Mannschaft gibt!“

Fast zeitgleich folgten drei Remispartien: Ralf Stremmel (mit den schwarzen Steinen) erspielte sich positionellen Vorteil, der in einem Damenendspiel mit beiderseits sieben Bauern nicht zu realisieren war. Edgar Schmitz (mit Weiß) spielte eine für seine Verhältnisse relativ ruhige Partie, die nach über 40 Zügen im Bauernendspiel ebenfalls mit Remis endete. Bruno Müller-Clostermann (mit Weiß und solidem katalanischem Aufbau) musste sich nach ca. 12 Zügen eingestehen, dass Schwarz einfach Ausgleich erzielt und nach Materialtausch eine überschaubare und komfortable Stellung erreicht hatte; deswegen auch hier Remis. Zwischenstand 2.5:2.5 und es liefen noch drei Partien.

Bernd Dahm, unser Neuzugang, dem wir das Spitzenbrett anvertraut hatten, stand etwas beengt und musste sich gegen eine am Damenflügel heraufziehende Bauernfront geduldig verteidigen. Aber die weiße Initiative erlahmte und begünstigt durch einen gegnerischen Fehler gewann er per Springergabel die Qualität und wenige Züge später auch die Partie. 4 Punkte aus 5 Partien an Brett 1! Was will man mehr? Neuer Zwischenstand 3.5:2.5 für Katernberg.

Erich Krüger stand – gegen eine zweifelhafte Nebenvariante des Budapester Gambits - sehr stabil und hatte leichten Druck, den er sukzessive verstärken konnte bis die schwarze Stellung nach Zug Nr. 40 nicht mehr zu halten war. Nach erreichter Zeitkontrolle lehnte er sich entspannt zurück, was man bei dem über die gesamte Partie immer hochkonzentrierten „Sir Erich“ selten sieht. Zwei Züge später gab sein Gegner auf. Zwischenstand 4.5:2.5 und damit Katernberger Mannschaftssieg!

Willy Rosen hatte seinem Gegner eine Bauernschwäche beigebracht, bezahlte aber mit unbequemer Stellung und musste lange Defensivarbeit leisten, bevor er den gegnerischen Druck abschütteln und sogar eine vorteilhafte Stellung erreichen konnte. Willy verzichtete nach dem Siegpunkt durch Erich auf eigene Gewinnversuche und stimmte um 18:30 Uhr einem vorgeschlagenem familienfreundlichem Remis gerne zu. Endstand: 5:3 für SFK 3.

Wir sind durch diesen Sieg die Abstiegssorgen erstmal los, haben sogar lockeren Kontakt zur Spitze und für die letzten drei Runden ein relativ leichtes Schlussprogramm. Unsere Aufstiegsambitionen in die Regionalliga liegen bei unserem temporären Platz 4 und 7:5 Mannschaftspunkten natürlich auf Eis. Aber wir werden sehen, wie sich das Spitzentrio Brambauer, Gladbeck und Bochum-Linden in seinen noch ausstehenden direkten Begegnungen schlagen wird.

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Über eine gewonnene Erkenntnis sollte man sich mehr freuen als über eine verlorene Illusion.

Horst Friedrich

Schachaufgabe

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