Verbandsliga: SFK3 auf Kurs!

Geschrieben am 25.02.2018 von Bruno Müller-Clostermann

5,5:2,5-Sieg beim SV Kamen 2

In Runde 7 mussten wir uns auf den weiten Weg nach Kamen machen, um gegen das DWZ-mäßig etwa gleich starke Team SV Kamen 2 anzutreten, das bisher glücklos agierte und nach dieser 2,5:5,5-Niederlage - ich nenne das Ergebnis vorweg - weiter auf einem Abstiegsplatz rangiert.

Wir kamen ziemlich gut aus den Startlöchern, d.h. wir hatten günstige Weißpartien und spielbare schwarze Stellungen. Allerdings musste Tim (mit Schwarz an Brett 8) schon zu radikalen Maßnahmen greifen, um in seinem verdächtigen Endspiel zu Gegenchancen zu kommen. Der mutige Vormarsch von „Freddy the f-pawn“ hat´s aber gebracht: f7-f5-f4, danach f4xLe3 mit der Drohung e3xf2 (Schach!) gefolgt von f2xTe1D (und Schach!), nur um einen ganz groben Eindruck vom Szenario zu vermitteln!

Jedenfalls ein völliges Desaster für Weiß und dann sogar noch ein Matt nach 22 Zügen. Quasi aus dem Nichts! Originalton Tim: „Der f-Bauer hat mir den A.... gerettet!“ Das frühe 1:0 gab uns mächtigen Auftrieb und wir würdigen diesen grandiosen Auftakt mit einem Brustbild des Siegers! Vielleicht eine Anregung für unser nächstes Vereinsshirt?!

Danach folgten sichere Remisen von Martin Villwock - zuletzt siegreich bei seinen Einsätzen für SFK 1 und SFK 2 - und Jürgen Armbrüster - bisher ungeschlagen - zum Zwischenstand von 2:1. Josua Kudelka (mit Schwarz) gewann mit taktischer  Rafinesse einen Bauern und musste dann doch ins Remis einwilligen. Die Gastgeber analysierten die Stellung ca. 2 Stunden lang bis 20 Uhr (auch noch ohne Josua), immer mit Vorteil Schwarz. Aber egal! Remis war prima, denn Ihr Berichterstatter (mit Weiß an Brett 5) konnte durch einen rückwirkend gesehen leichten Punkt zum nächsten Zwischenstand von 3,5:1,5 erhöhen. Ich hatte in Erwartung von drei möglichen Gegnern mein halbes Weiß-Repertoire aufgefrischt: Anti-Königsindisch, Anti-Tarrasch, Anti-Tschigorin, Anti-Grünfeld, Anti-Slawisch, Anti-XYZ, ... und was kommt aufs Brett? Stonewall! War auch recht.

Edgar Schmitz am Nebenbrett (mit Schwarz) überstand zwischenzeitlich etwas Druck und konnte mit einem kleinem taktischen Trick die schwach geschützte gegnerische Grundreihe ausnützen. Grandioses Comeback mit Figuren-, Partie-, und Matchgewinn! 4,5:1,5.

Es liefen noch die Partien von Holger Stratmann (mit Schwarz an Brett 2) und Nikita Gorainow (Weiß an Brett 3). Holger wollte eine scharfe Benoni-Partie spielen, aber sein Gegner wählte eine knochentrockene Gegenvariante, erreichte ein überlegenes Mittelspiel, danach ein gewonnenes Turmendspiel. Hat er gut gespielt und Punkt für Kamen.

Nikita bekommt das zweite Bild, weil er nach fast 6 Stunden Spielzeit den Endstand von 5,5:2,5 herstellen konnte. Anfangs drohte er den Gegner zu überrennen – mit g4,h4 gegen d6, g6, Lg7 – dann doch Gegenchancen zulassend und vermutlich sogar auf Verlust stehend sich mit taktischen Tricks rettend. Und dank Kampfgeist  und nach langem Königsmarsch quer übers Brett ein nach 6 Stunden hart erarbeiteter Punkt! 

Nach diesem in der Höhe glücklichen, aber verdienten Sieg, sind wir mit 10:4 MP auf Platz 3 der Tabelle hoch gerückt, zwei Punkte hinter Dortmund-Eichlinghofen und punktgleich mit Essen-Werden. Im Restprogramm haben wir zu Hause den SV Bottrop (18.3.) und auswärts Mülheim-Nord 4 (29.4.).

 

Mehr im NRW-Ergebnisportal: http://nrw.svw.info/ergebnisse/show/2017/2399/runde/7/

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