Willy Rosen ist 85!

Geschrieben am 25.03.2018 von Bernd Rosen

Der Internationale Fernschachmeister und FIDE-Meister Willy Rosen, Ehrenmitglied der Schachfreunde Essen-Katernberg und des Essener Schachverbandes, feiert heute seinen 85. Geburtstag. Die Leistungen und Erfolge dieser Ausnahmeerscheinung im deutschen Schachsport können hier nicht annähernd vollständig beschrieben werden, wir müssen uns auf einige herausragende Ereignisse beschränken:

  • 1946, im Alter von 13 Jahren, trat er den Schachfreunden Altenessen 24 bei.
  • 1948 wurde er mit der Essener Stadtauswahl NRW - Jugendmeister
  • 1949 Sieg gegen Exweltmeister Euwe bei einer Simultanveranstaltung
  • 1951 Deutscher Jugendmeister
  • 1953 7. Platz bei der Jugendweltmeisterschaft
  • Bundesligaspieler mit SFK in den 70er und 80er Jahren
  • Fernschach-Nationalspieler in den 70er und 80er Jahren
  • 1993 Deutscher Seniorenmeister
  • 2010 Deutscher Nestorenmeister
  • oftmals Gewinner der Ruhrgebietsmeisterschaft der Senioren, zuletzt 2014
  • oftmals Gewinner der SFK - Vereinsmeisterschaft, zuletzt 2017

Die Bedeutung des Jubilars für den Schachsport weit über Essen hinaus ist mit der Aufzählung seiner Erfolge jedoch nur höchst unvollständig beschrieben:

Wirklich außergewöhnlich ist das ehrenamtliche Engagement Willy Rosens, der schon kurz nach seinem Eintritt in die SFK-Schachabteilung 1967 das Amt des Kassierers übernahm - eine Aufgabe, die er über Jahrzehnte zuverlässig und kompetent ausübte. Auch im Essener Schachverband sorgte er über einen ähnlich langen Zeitraum für solide Finanzen.

Doch auch abseits offizieller Vorstandsämter kümmerte er sich darum, dass Dinge organisiert wurden, wenn er einen Bedarf sah. Als der damalige Vorstand im Jahr 1969 beschloss, die Jugendabteilung zu beleben, übernahm er die Betreuung der Jugendlichen (von "Training" hat damals noch niemand gesprochen) und führte mit Johannes Blaskowski, Werner Rottstädt und mir drei Spieler bis in die erste Mannschaft. Vor allem ihm ist es zu verdanken, dass die Ruhrgebietsmeisterschaft der Senioren nach dem Tode Willi Knebels weiterhin ohne Unterbrechung stattfand und in diesem Jahr schon die 25. Auflage erlebte. Über viele Jahre spielte er nicht nur in der NRW-Auswahl bei der Deutschen Ländermeisterschaft, sondern kümmerte sich auch um die Aufstellung, organisierte Anreise und Unterkunft usw.

Aus der aktiven Vorstandsarbeit hat er sich erst seit zwei Jahren herausgezogen, doch bis heute meldet er sich zuverlässig zu Wort, wenn ihm etwas aufstößt oder er Veränderungsbedarf sieht. In seiner ruhigen und sachlichen Art schafft er es bis heute, auch Kritik so anzubrigen, dass sich niemand vor den Kopf gestoßen fühlt. Diese verbindliche und freundliche Art ist es auch, die ihn zumindest in NRW zu einer der anerkanntesten und beliebtesten Persönlichkeiten des Schachsports macht.

Die eigenen Kinder oder Eltern "objektiv" einzuschätzen fällt naturgemäß besonders schwer. An das Ende dieser Würdigung des Schachspielers und Menschen Willy Rosen möchte ich daher eine Einschätzung stellen, die ein ehemaliges Mitglied unserer Jugendgruppe mir vor einigen Jahren schrieb, der heute als Richter und Staatsanwalt fernab vom Schach lebt: Mir haben meine (wenigen) Schachjahre in der Jugend sehr viel für mein Leben und Denken gebracht. (...) Dein Vater war damals ein großes Vorbild für mich, nicht nur als Schachspieler. Seine ruhige und überlegte Art ... er war der erste Mensch, den ich mit einem Fahrradhelm gesehen habe. Vielleicht hat mich auch das zu einem (militanten) Fahrradhelmträger gemacht.

Mit dem Fahrrad ist Willy Rosen noch heute fast täglich unterwegs. Auch jetzt zum Willi-Knebel-Turnier reiste er täglich mit dem Drahtesel an. Sicher ist seine beneidenswerte Kondition auch auf diese ständige körperliche Betätigung zurückzuführen. Möge ihm seine Gesundheit noch lange erhalten bleiben und er an seinem geliebten Schachbrett noch viele Jüngere alt aussehen lassen!

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