Wolga zum Ersten

Geschrieben am 11.07.2015 von Bernd Rosen

Bernd Rosen gewinnt beim 2. Sommerschachturnier

"Wissen ist Macht!" - möchte man meinen, wenn man den Endstand beim 2. Sommerschachturnier betrachtet: Referent Bernd Rosen hatte sich auf Thema "Angenommenes Wolga-Gambit" gut präpariert und trug am Ende auch den Sieg davon. Beim letzten Mal belegte der Vortragende Bruno Müller-Clostermann ebenfalls einen sehr guten Platz. Ein hervorragendes Turnier spielte wiederum Werner Nautsch, der wie gewohnt frühzeitig eigene Wege ging und seine Gegner dadurch schnell aufs Glatteis führte. Auch diesmal ging er mit 4 aus 4 in die letzte Runde, fiel aber ausgerechnet in seiner Dömane - dem Endspiel - einer Fehleinschätzung zum Opfer, als er in ein Turmendspiel abwickelte, das überraschend schwierrig zu verteidigen war.

Im Mittelpunkt des Interesses stand diesmal das angenommene Wolga-Gambit nach 1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.d5 b5 4.cxb5 a6 5.bxa6 g6 6.Sc3 Lxa6. Hier steht Weiß vor der Wahl, mit 7.e4 Lxf1 8.Kxf1 auf die Rochade zu verzichten, oder genau diese mit 7.Sf3 nebst 8.g3 vorzubereiten. In jedem Falle ergibt sich ein strategisch geprägtes Spiel, bei dem Schwarz selbst in vielen Endspielen noch völlig ausreichende Kompensation besitzt, wie der Referent anhand eines Turmendspiels aus der ersten Katernberger Bundesliga-Saison demonstrierte.

Ein "Hauch der Geschichte" wehte auch diesmal durch die Reihen: Zur Illustration der Lxf1-Variante steuerte Bruno Müller-Clostermann eine Partie bei, in der er den späteren Internationalen Meister und heutigen DSB-Präsidenten Herbert Bastian besiegte. Diese Partie wurde gespielt, als Bruno nur Müller hieß und wir das Jahr 1971 schrieben:

Eine historische Partie

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Bleibt noch, den Endstand des Turniers nachzutragen, das mit 22 Teilnehmern, darunter vier Gästen, hervorragend besucht war. Schwarz behielt übrigens klar die Oberhand: 28 Schwarzsiegen standen nur 6 Unentschieden und 20 Weißsiege gegenüber - das entspricht einer Ausbeute von 57,5%!

Beim nächsten Mal stehen dann diverse Ablehnungen auf dem Programm - die Erwartung der Teilnehmer ging dahin, dass die Weißspieler dabei einen besseren Score erzielen werden. Mal sehen, ob's so kommt!

Abschlusstabelle nach 5 Runden

Rang Spieler Verein DWZ Pu. BH vBH
1 Bernd Rosen SFK 2253 4.5 15.0 76.5
2 Werner Nautsch SFK 2067 4.0 15.5 69.0
3 Maximilian Heldt SFK 1910 4.0 11.0 71.5
4 Marcus Bee SFK 2175 3.5 15.0 70.5
5 Willy Rosen SFK 2171 3.5 12.0 65.0
6 Marian Prass SV Altenessen 2026 3.5 11.5 67.5
7 Thomas Wessendorf SFK 2216 3.0 15.0 61.5
8 Bruno Müller-Clostermann SFK 2026 3.0 12.5 63.5
9 Jürgen Kraft SFK 1707 2.5 17.5 64.0
10 Frank Kordonowski SV Altenessen 1951 2.5 14.5 57.5
11 Jürgen Armbrüster SFK 1834 2.5 14.0 61.0
12 Peter Loskarn Wacker Bergeborbeck 1676 2.5 13.5 70.5
13 Michael Wolff SFK 1691 2.5 10.5 63.0
14 Jan Dette SFK 1904 2.0 14.5 56.0
15 Timo Küppers SFK 1733 2.0 12.0 60.5
16 Reinhard Kennemann SFK 1643 2.0 8.5 65.5
17 Gregor Sternemann SFK 1500 2.0 6.5 61.0
18 Markus Rohloff SV Altenessen 1861 1.5 12.5 62.5
19 Heinz-Jürgen Losch SFK 1790 1.5 9.0 61.5
20 Henrik Kennemann SFK 1703 1.0 12.0 53.5
21 Julian Knorr SFK 1375 1.0 10.5 48.0
22 Günther Klas SFK 1511 0.5 12.0 45.5

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Tätigkeit, kämpfen, Hindernisse überwinden ist zum Glück des Menschen notwendig.

Arthur Schopenhauer

Schachaufgabe

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