Zwölfter!

Geschrieben am 02.04.2007 von Bernd Rosen

Bundesliga-Finale: SFK holt zwei Punkte und beendet die Saison auf Rang 12

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Mit einer enttäuschenden Leistung endete die diesjährige Bundesligasaison. Zwar konnten sich die SFK-Fans nach der Ehrung von Willi Knebel noch über einen locker herausgespielten Sieg gegen Schlusslicht Tegel freuen, doch im Sonntagsspiel unterlag das Bundesligateam dem SC Kreuzberg mit 3,5:4,5 Punkten und blieb in der Abschlusstabelle auf dem 12. Platz.

Alexander Motylev
Alexander Motylev

Gegen Tegel imponierten Alexander Motylev, Martin Senff, Igor Glek und Georgios Souleidis mit feinen Endspielleistungen, Sebastian Siebrecht siegte nach den bei ihm üblichen Verwicklungen im Mittelspiel, Erwin l'Ami, Christian Scholz und Vladimir Chuchelov remisierten.

Georgios Souleidis
Georgios Souleidis

Zum Spiel gegen Kreuzberg: Mit Alexander Motylev, Vladimir Chuchelov und Igor Glek überließen gleich drei der vier Großmeister im Team mit schnellen Remispartien die Verantwortung dem Unterbau der Mannschaft. Auch Matthias Thesing gab seine Weißpartie schnell remis, nachdem er schon für die Eröffnungsphase einen Großteil seiner Bedenkzeit verbraucht hatte. Zwar brachte Georgios Souleidis SFK mit seinem zweiten Sieg an diesem Wochenende in Führung, doch das reichte nicht: Erwin l'Ami verlor gegen Sergey Kalinitschew, der SFK im Vorjahr durch seinen Sieg über den favorisierten Leonid Kritz schon aus dem DSB-Pokal geworfen hatte, und Christian Scholz, der in Zeitnot einen wichtigen Bauern am Damenflügel eingestellt hatte, konnte sein Endspiel nicht halten. Sebastian Siebrecht besaß im Bauernendspiel zwar optische Vorteile, einen Gewinnweg gab es aber nicht.

Durch die Niederlage musste SFK außer dem Gegner Kreuzberg auch Wattenscheid und Werder Bremen in der Tabelle vorbeiziehen lassen. Eine bessere Platzierung wurde vor allem in den unkonzentriert geführten Begegnungen gegen Remagen, Eppingen und Kreuzberg verspielt - der Sensationssieg gegen Porz und das Unentschieden gegen den Tabellenzweiten Hamburg wurden durch diese Niederlagen wieder zunichte gemacht.

Andrei Volokitin
Andrei Volokitin

Zur Einzelbilanz der eingesetzten SFK-Akteure: Andrei Volokitin war am Spitzenbrett mit 8 Punkten aus 11 Partien und einer ELO-Leistung von 2796 Punkten einmal mehr eine Klasse für sich. Alexander Motylev (6 aus 9 / 2712) erwies sich als die erwartete Verstärkung, allerdings rief er sein gewaltiges Potential nicht in allen Kämpfen ab. Sergey Erenburg (3,5 aus 9 / 2528) konnte nicht an die guten Leistungen des Vorjahres anknüpfen. Enttäuschend war auch das Abschneiden von Erwin l'Ami (4,5 aus 11 / 2500), der keine einzige Partie gewann und seine in Einzelturnieren gezeigte Leistung in der Mannschaft nicht bestätigte. Vladimir Chuchelov (8 aus 15 / 2572) brachte sich durch seine Zeitnot um ein noch besseres Resultat, und der frühere Weltklassemann Igor Glek (6,5 aus 12 / 2554) bietet nur noch solide Durchschnittskost. Nazar Firman (5,5 aus 11 / 2508) verzeichnete nach starkem Beginn sehr schwankende Ergebnisse, Martin Senff (4 aus 7 / 2518) zeigte von den Internationalen Meistern des Teams die stärkste Leistung, kam wegen seines Studiums allerdings nur selten ans Brett. Sebastian Siebrecht (5,5 aus 12 / 2453) wurde den selbst formulierten hohen Ansprüchen einmal mehr nicht gerecht, während Georgios Souleidis (6,5 aus 13 / 2473) mit seinem Ergebnis durchaus zufrieden sein darf. Nicht bundesligareif präsentierte sich Matthias Thesing (1 aus 4 / 2219), und auch Christian Scholz (2 aus 6 / 2322) kämpfte zum Teil recht unglücklich.

Nachdenklich stimmt die SFK-Verantwortlichen, dass die Bundesliga noch nie so stark war wie in diesem Jahr: Der SV Mülheim Nord spielte praktisch mit 7 Großmeistern durch und konnte den Abstieg dennoch nicht vermeiden, und der Vizemeister des Vorjahres Werder Bremen landete punktgleich mit den Katernbergern auf dem 11. Platz. Sich in dieser Eliteliga zu behaupten wird für die Vereine sportlich und finanziell offensichtlich zu einem immer größeren Kraftakt.

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Jede gedrückte Stellung trägt in sich den Keim der Niederlage.

Dr. Siegbert Tarrasch

Schachaufgabe

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