Personalia

In Memoriam Helmut Westenberger 21.12.1929 - 27.05.2020

Im Mai ist unser früherer Spitzenspieler Helmut Westenberger im Alter von 90 Jahren verstorben. Helmut war ein Eigengewächs der damaligen SFK-Schachabteilung, gewann in den 50er und 60er Jahren oftmals die Vereinsmeisterschaft und wurde einige Male Pokalmeister des Ruhrgebiets. Als Werner Nautsch, Willy Rosen und Horst Hellbing im Jahr 1967 nach Katernberg wechselten und damit den sportlichen Aufstieg einleiteten, der 1980 mit der Teilnahme an der einteiligen Bundesliga seinen vorläufigen Höhepunkt fand, musste er das Spitzenbrett zwar abgeben, blieb aber bis in die 90er Jahre hinein Stammspieler der ersten Mannschaft. 1980 stellte er sich beim Abenteuer Bundesliga als Mannschaftsführer zur Verfügung, konnte aber den Abstieg der reinen Amateurtrupe nicht verhindern.

Helmut Westenberger war ein scharfer Angriffsspieler und neigte als solcher manchmal dazu, seine Stellung zu überschätzen - wenn es jedoch einmal lief, dann war er für Jeden ein gefährlicher Gegner. Seinen Mitspielern machte er es mit seinem persönlichen Ehrgeiz nicht immer leicht, spornte uns damit aber auch an, uns nie auf dem Erreichten auszuruhen. Als er mit nachlassender Spielstärke nicht mehr zum Kreis der ersten Mannschaft zählte, verließ er den Verein und war noch einige Jahre für den Essener Schachverein 01 aktiv. Leider gingen in dieser Zeit auch die engen persönlichen Kontakte zu seinen Mitstreitern verloren, so dass wir von seinem Tod erst jetzt aus der Zeitung erfahren haben.

Stellvertrend für viele schneidige Angriffssiege hier seine Partie gegen den starken FM Jerzy Konikowski aus der 2. Bundesliga West 1988/89:

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Erinnerungen an Kurt Milotzki (07.11.1923 - 15.03.2020)

Erst jetzt erreicht uns die Nachricht, dass unser langjähriges Mitglied Kurt Milotzki bereits im März im Alter von 96 Jahren verstorben ist. Kurt verlor mit sechs Jahren infolge einer Hirnhautentzündung das Augenlicht. Das hat ihn aber nicht daran gehindert, ein erfülltes Leben zu führen, in dem das Schachspiel einen ganz besonderen Stellenwert einnahm: Hier brachte er es zum 6maligen Deutschen Meister, nahm international an zahlreichen Kandidatenturnieren teil. In unserem Verein war er über viele Jahre in der 2. und 3. Mannschaft auf Verbandsebene aktiv. Aber auch abseits des Bretts war er vielseitig interessiert, war begeisterter Kegler ("Mit dem linken Eckbauern habe ich so meine Probleme") und besuchte die Heimspiele der Fußballer von Rot-Weiß Essen. Bis in die letzten Jahre hinein war er Seele und Spitzenspieler des Essener Blinden-Schachvereins.

Kurt genosss es, uns Sehende immer wieder neu zu überraschen, wie selbstverständlich er die meisten Aufgaben des Alltags bewältigte und UNterstützung nur da einforderte, wo es wirklich nicht anders ging. Mit seiner Behinderung ging er auf eine fast kokette Art um, nach Gewinnpartien kommentierte er gerne "Der war ja blinder als ich!". So praktizierte er und wir mit ihm ganz selbstverständlich etwas, das heute mit dem Begriff Inklusion als wichtige gesellschaftliche Aufgabe angesehen wird.

Die Schachfreunde Katernberg werden Kurt Milotzki ein ehrendes Andenken bewahren.

Nachstehend erinnert sich Ulrich Geilmann an seine ganz persönlichen Begegnungen mit Kurt Milotzki:

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A Grandmaster has to win Wijk aan Zee before he dies

Ein Bericht von Dr. Thomas Wessendorf

„Normal people have to see Naples before they die, but a Chess Grandmaster has to win Wijk an Zee first.“  (Bent Larsen) So prangt es in überdimensional großen Lettern an der Seitenwand des Moriaan. Auf die normalen Amateure übertragen heißt das wohl, dass man zumindest einmal in Wijk teilgenommen haben muss?! Nun, bis dato war ich noch nicht einmal in Wijk gewesen, weder als Spieler noch als Zuschauer. Deswegen nahm ich die 82.(!) Auflage des Traditionsturniers zum Anlass, in das beschauliche Örtchen an Hollands Nordseeküste zu fahren.

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Manfred Achenbach 18.04.1937 - 05.11.2019

Manfred Achenbach verstarb am 05. November 2019. Schach spielte er beim SC Mülheim 08/25 e.V. Doch auch für viele Katernberger Schachfreunde war er mehr als ein Wegbegleiter in einem langen Schachleben. Wir haben ihn als ständigen Teilnehmer am "Willi-Knebel-Turnier" und vielen anderen Seniorenturnieren kennen un schätzen gelernt.

Mit ihm verloren wir einen Freund und wir trauern mit seiner Familie.

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Trauer um Peter Boden

Peter Boden ist tot. Er starb am vergangenen Sonntag im Alter von 68 Jahren an den Folgen seiner schweren Erkrankung. Peter wer? werden viele Schachfreunde fragen. Tatsächlich - Peter war niemand, der sich selbst in den Vordergrund drängt oder der durch eine überragende Spielstärke auf sich aufmerksam macht. Die älteren unter uns erinnern sich aber noch gut an den zuverlässigen Spielleiter des Essener Schachverbandes, der dieses Amt in den 80er Jahren über viele Jahre mit Engagement und Akribie ausführte. Ursprünglich beim SV Altenessen 30 beheimatet, wechselte er irgandwann zu unserem Verein. Gemeinsam mit ihm unternahm ich meine ersten Schritte als SFK-Spielleiter. Gerne erinnere ich mich daran, dass wir schon damals ein Saisonheft mit allen Mannschaftsterminen herausgaben - vor der Computerära eine Aufgabe, die viel fummelige Kleinarbeit erforderte. Damals erlebte ich auch, dass sich hinter seiner oft ein wenig abweisenden, bärbeißigen Fassade ein Pfundskerl mit einem ganz eigenen Humor verbarg, auf den hundertprozentig Verlass war.

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Erinnerungen an Karl-Heinz

Mit Karl-Heinz Podzielny hat nicht nur das Essener Schach seinen wohl schillerndsten Vertreter verloren, wie ich in meinem kurzen Nachruf auf der Homepage des ESV schrieb - auch in unserem Verein war Karl-Heinz von 1972 - 1980 Mitglied und maßgeblich an vielen Erfolgen unserer 1. Mannschaft bis hin zur Qualifikation für die Schachbundesliga beteiligt. Wenn ich gezögert habe, auch an dieser Stelle aus Sicht des Vereins etwas zu schreiben, dann aus dem Gefühl heraus, dass es schon eines Dostojewski bedürfte, diesem so widersprüchlichen Menschen gerecht zu werden, dessen Weggang aus dem Verein auch mit einem persönlichen Zerwürfnis einher ging. Nun habe ich aber gesehen, dass auch der Dirk Paulsen es richtig gut hingekriegt hat. Seinen Nachruf beim Schach-Ticker muss man vielleicht nur in einem Punkt korrigieren: Natürlich muss es Podzblitz heißen, den Potzblitz gab es ja schon vorher!

Und dann erreicht mich heute eine Mail von Norbert Otto, der (wie der Schreiber dieser Zeilen auch) noch zusammen mit Karl-Heinz in der Katernberger Jugendmannschaft gespielt hat. Auf dieser Homepage hat er bereits erklärt, warum in den 70er Jahren mitten in der Nacht eine Schachuhr per Taxi von Essen nach Wattenscheid reiste, und auch seine Erinnerungen an Karl-Heinz lassen eine Zeit wieder lebendig werden, die schon lange vergangen ist. Leider habe ich kein Foto von Karl-Heinz aus der damaligen Zeit gefunden, statt dessen jedoch ein Foto des Autors Norbert Otto von 1974. Das passt irgendwie auch, denn so ähnlich sahen wir damals alle aus...

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Pokal? Läuft und läuft und läuft...

Mit seinem Sieg im Finale des Ruhrgebietspokals qualifizierte sich Timo Küppers wie im Vorjahr (damals "nur" als Finalist) für den NRW-Pokal. Dieser wird traditionell zu Beginn der Folgesaison gestartet, das Finale auf Deutscher Ebene findet dann im Frühjahr statt.

In der ersten Runde traf Timo am vergangenen Freitag auf Stefan Dzierzenga (Siegburg), der nominell zwar schwächer war, die Partie nach missglückter Eröffnung aber lange offen halten konnte. Am Ende brachte Timo die langfristigen Pluspunkte seiner Stellung dann doch zur Geltung. Der Eindruck der Zuschauer, dass die Beiden eine sehr inhaltsreiche Partie spielten, erhärtet sich beim Nachspielen der Begegnung, die Timo für uns analysiert hat:

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Trauer um Christoph Kohlschmidt

Mit großer Trauer erfahren wir, dass Christoph Kohlschmidt am 2. Juli im Alter von 83 Jahren verstorben ist. Der gebürtige Dresdner machte mit dem Schach schon als Kind Bekanntschaft. Wie in einem Artikel auf der englischsprachigen ChessBase-Seite nachzulesen ist, half ihm das königliche Spiel während eines langen Krankenhausaufenthaltes über manch schwere Stunde hinweg. 1967 schloss er sich der Essener Schachgesellschaft an, wo er als passionierter Angriffsspieler immer für einen Überraschungscoup gut war. So fügte er bei der Essener Stadtmeisterschaft 1973 dem Sieger Karl-Heinz Podzielny dessen einzige Niederlage bei.

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Das Spiel gibt uns die Genugtuung, die das Leben uns versagt.

Dr. Emanuel Lasker

Schachaufgabe

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