Personalia

Wahre Schachfreunde

Seit über 70 Jahren sitzen Werner Nautsch und Willy Rosen Seite an Seite am Schachbrett: Immer in demselben Verein, fast immer in der gleichen Mannschaft, und bis heute auf außergewöhnlich hohem Niveau. Grund genug für unseren Verein, diese beiden Ausnahmekönner, denen wir sportlich wie organisatorisch so viel verdanken, mit einem erstmalig vergebenen Sonderpreis für ihr Lebenswerk zu ehren.

Willy und Werner unternahmen 1946 beim längst untergegangenen Verein Altenessen 24 ihre ersten Schritte auf dem Schachbrett. Werners Vater Hugo Nautsch und Albert Malitzki, Teilnehmer an der Deutschen Meisterschaft 1947, waren ihre ersten Schachlehrer. Für die beiden Freunde war es der Beginn einer außergewöhnlich langen und erfolgreichen Schachkarriere: Werner Nautsch verteidigte über Jahrzehnte das Spitzenbrett von SFKI in der ersten und zweiten Schachbundesliga und war besonders als Blitzspieler gefürchtet, wo er 1974 den 2. Platz der deutschen Meisterschaft erreichte. Willy Rosen wurde 1953 deutscher Jugendmeister, 1994 deutscher Seniorenmeister und brachte es dazwischen in seiner Paradedisziplin, dem Fernschach, zum Internationalen Meister und Nationalspieler. Beide zusammen führten die SFK-Seniorenauswahl zu zahlreichen vorderen Plätzen bei Welt- und Europameisterschaften. Bei der EM im Jahr 2003 fehlte nur ein halber Brettpunkt zur Bronzemedaille.

Noch immer schlagen sie eine scharfe Klinge und lassen ihre Gegner, die nicht selten ihre Enkel und Urenkel sein könnten, oft genug ganz schön alt aussehen. Wir wünschen ihnen und uns noch viele Jahre voller Freude am und Erfolg im königlichen Spiel!

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Caissa - eine griechische Göttin?

Liebe Schachfreunde, das ACO-Turnier auf Kos ist bereits Tradition: Schach in der Frühlingsonne der Ägäis - Meer, Wein, Meeresfrüchte und SchachfreundInnen inclusive! Vorsicht: Extreme Suchtgefahr, ich habe bereits vor dem Rückflug für 2019 geplant.

Einige Tage früher angereist hatte ich Gelegenheit, die südlich von Kos gelegene Vulkaninsel Nisyros zu besuchen - Lieblingsurlaubsziel von Jürgen Riesenbeck. Stefanos-Krater in der Inselmitte, ein echter „Vorzeigevulkan“. Riesenkrater, letzter Ausbruch 1887. Nach Ansicht der Geologen ist zur Zeit kein Ausbruch zu befürchten - aber die kochendheißen Schwefelfumarolen im Kratergrund stimmen den Besucher etwas mulmig… Das Bergdorf Nikia auf Nisyros ist ein Traum in Blauweiß, wie im Bilderbuch.

Zurück zum Wesentlichen: Eine „schachtheologische“ Frage, entstanden am Abend bei Rotwein und Blick auf das Meer: Ist Caissa wirklich eine griechische Göttin? Die Griechen kannten doch kein Schach?! (Verzeih mir die Frage,Liebste!)

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Pokal? Läuft! (2)

Nicht nur beim NRW-Mannschaftspokal sind wir nach dem souveränen Auftritt in Herne noch dabei - auch im Einzelpokal haben wir mit dem Essener Pokalmeister Timo Küppers ein heißes Eisen im Feuer: Nach einem klaren Sieg gegen Stefan Koth iim Achtelfinale und einem nervösen Blitzduell gegen Marius Eckert im Viertelfinale (das erst nach 8 Blitzpartien entschieden war!) wartete im Halbfinale mit dem Mülheimer Ilja Ozerov der erste nominell stärkere Gegner. Ausgerechnet dieses Duell verlief überraschend einseitig: Die von Schwarz gewählte Variante der holländischen Partie gilt aus gutem Grund als nicht ganz vollwertig, und Timo übernahm schon ausgangs der Eröffnung die Initiative am Damenflügel, wehrte die schwarzen Drohungen gegen seinen König mit leichter Hand ab und gewann in nur 28 Zügen überzeugend. Dieser Sieg sichert nicht nur den Einzug ins Finale, sondern auch das Weiterspielen auf NRW-Ebene.

Hier die Partie des Halbfinales zum Nachspielen:

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Willy Rosen ist 85!

Der Internationale Fernschachmeister und FIDE-Meister Willy Rosen, Ehrenmitglied der Schachfreunde Essen-Katernberg und des Essener Schachverbandes, feiert heute seinen 85. Geburtstag. Die Leistungen und Erfolge dieser Ausnahmeerscheinung im deutschen Schachsport können hier nicht annähernd vollständig beschrieben werden, wir müssen uns auf einige herausragende Ereignisse beschränken:

  • 1946, im Alter von 13 Jahren, trat er den Schachfreunden Altenessen 24 bei.
  • 1948 wurde er mit der Essener Stadtauswahl NRW - Jugendmeister
  • 1949 Sieg gegen Exweltmeister Euwe bei einer Simultanveranstaltung
  • 1951 Deutscher Jugendmeister
  • 1953 7. Platz bei der Jugendweltmeisterschaft
  • Bundesligaspieler mit SFK in den 70er und 80er Jahren
  • Fernschach-Nationalspieler in den 70er und 80er Jahren
  • 1993 Deutscher Seniorenmeister
  • 2010 Deutscher Nestorenmeister
  • oftmals Gewinner der Ruhrgebietsmeisterschaft der Senioren, zuletzt 2014
  • oftmals Gewinner der SFK - Vereinsmeisterschaft, zuletzt 2017

Die Bedeutung des Jubilars für den Schachsport weit über Essen hinaus ist mit der Aufzählung seiner Erfolge jedoch nur höchst unvollständig beschrieben:

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Bernd Rosen ist 60!

Seit mehr als 20 Jahren ist FIDE-Meister und DSB-A-Trainer Bernd Rosen der Präsident unseres Vereins, dessen Erfolge ohne ihn nicht möglich gewesen wären. Zu Recht genießt er deutschlandweit als Trainer hohes Ansehen, führte zahlreiche Jugendspieler an die Spitze und wurde daher als „Trainer des Jahres“ ausgezeichnet. Auch bei zahlreichen „Auslandseinsätzen“ für den Deutschen Schachbund bei Jugendmeisterschaften in Vietnam, Italien, Georgien, Brasilien und Kroatien betreute er das deutsche Team.

Genauso hervorzuheben ist aber seine unermüdliche Arbeit für unseren Verein, bei der seine gute Vernetzung mit anderen Vereinen, Trainern und Spielleitern oft hilft. Dank hervorragender Organisation erledigt er Kleinkram wie Turniermeldungen, Spielermeldungen beim DSB, Kurzmitteilungen über Turnierergebnisse etc. sogar aus dem Urlaub. Kaum zu Hause spielt er dann selbst wieder oder begleitet Jugendmannschaften zu Turnieren.

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Was macht eigentlich...Ulrich Geilmann?

Seit dem Rückzug unseres langjährigen Mannschaftsführers in der Schachbundesliga muss diese Vereinsseite ohne die vielgelesenen und immer lebendig geschriebenen Berichte Ulrich Geilmanns auskommen. Doch ruhig geworden ist es um ihn keinesfalls: Nach wie vor ist er als Vizepräsident des Schachbundesliga e.V. aktiv und äußert sich auf schachbundesliga.de in seiner Rubrik Ullis Randnotizen gewohnt pointiert zum Geschehen in der stärksten Liga der Welt.

Wer die Scheuklappen des Spielers ablegt und seinen Blick auch für das Geschehen rund um unser geliebtes Brett vor'm Kopf öffnet, dem ist nicht verborgen geblieben, dass er sich - einmal warmgeschrieben - inzwischen als Autor historischer Schachromane einen Namen macht. Reale Begebenheiten sind dabei mit fiktionalen Elementen kenntnisreich verwoben. Bücher über Alexander Aljechin und Michail Botwinnik sind bereits erschienen, inzwischen hat er seine Aufmerksamkeit auf Mir Sultan Khan gerichtet, vielleicht die faszinierendste und rätselhafteste Gestalt der Schachgeschichte. Anlass genug für die Zeitschrift KARL, ihm in der letzten Ausgabe ein Porträt zu widmen. Das Prädikat "Lesenswert!" gilt in diesem Fall für das Portrait und die Werke des Porträtierten in gleicher Weise.

Was Ulli sonst noch so macht? Heute feiert er Geburtstag, und wir gratulieren herzlichst!

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Katernberger Schachgeschichte[n]: Das 100-Partien-Match

Wir nehmen die Ankündigung des 11. Willi-Knebel-Gedenkturniers (7.-21.3.2018) zum Anlass, um einen Schwank aus dem Leben des Namensgebers unseres Traditionsturniers zum Besten zu geben. Der Erzähler ist unser Schachfreund Norbert Otto (geb. 1954 in Essen), der  im Jahr 1970 in jugendlichem Alter zu den Katernberger Schachspielern stieß, um dort „goldene Jahre“ zu erleben, die in seinem biographischen Buch „Kaddernberch – Eine Kindheit und Jugend im Ruhrpott 1954-1974“ beschrieben sind.

Wir haben aus seinen Erinnerungen eine besonders kuriose Episode ausgewählt, die in den frühen 1970-er Jahren gespielt haben dürfte. In den Hauptrollen: Der vor 10 Jahren allzu früh verstorbene Willi Knebel, der Erzähler selbst und last not least Werner Nautsch als rettender Engel.

Willi Knebel (im Bild rechts 1971 als junger Mann), der sich gerne "Wirbelwilli" nannte, weil er wie ein Wirbelwind Schach spielte (oder zu spielen meinte), "lebte Schach". Er war ehrgeizig, jugendlich frisch und ein echter Freund.

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Winfried Hubert (1933 - 2017)

Mit Bestürzung vernehmen wir, dass unser Mitglied Winfried Hubert vor wenigen Tagen verstorben ist, kurz nach Vollendung seines 84. Lebensjahres. Winfried Hubert trat unserem Verein erst 2015 bei, nachdem er zuvor über Jahrzehnte ein fester Bestandteil des Duisburger Schachlebens war. Sein Umzug nach Essen - der schwindenden Gesundheit geschuldet - bescherte uns einen Schachfreund, der trotz etlicher krankheitsbedingter Abewesenheiten weiterhin mit Begeisterung seinem Hobby, dem königlichen Spiel nachging. Er war ein lebendes Beispiel für Tarraschs Bonmot, dass die Freude am Schach nicht proportional zum Können steht. Wobei er in der Vereinsmeisterschaft 2015/16 mit einem Sieg gegen Günter Liszka erkennen ließ, dass er schachlich auch weit bessere Zeiten hinter sich hatte.

Winfried Hubert hat sich in der kurzen Zeit seiner Vereinszugehörigkeit mit seiner feinen, zurückhaltenden Art und seiner großen Spiefreude Anerkennung und Respekt verschaftt. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

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Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten.

Rabindranath Thakur

Schachaufgabe

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