Personalia

Schach ist gelegentlich auch ein Brettspiel

Zur Erinnerung an Prof. Dr. Jürgen Henningsen (verstorben am 14.10.1983) veröffentlichen wir aus seinem schachlichen Nachlass einen seiner Aufsätze, in dem er im „Katernberger Schachspiegel 1975“ sehr lebhaft eines seiner Schachabenteuer schildert.

Prof. Dr. Jürgen Henningsen, ein Schüler des legendären Fritz Sämisch, stieß 1966 zu den Katernbergern und war bis zu seinem allzu frühem Tode im Jahr 1983 eine den Verein prägende Persönlichkeit, die in Erzählungen und Anekdoten bis heute in hohen Ehren gehalten wird. Schach und alles was man spielen konnte war – so wird berichtet - seine zweite Leidenschaft. Die erste Stelle belegte seine Wissenschaft, die Pädagogik. Vielleicht war ihm seine Familie noch wichtiger, mit einem eigenen Sohn und drei adoptierten Kindern aus drei verschiedenen Erdteilen. Seine Vielseitigkeit war imposant, u.a. schrieb er Texte und führte Regie für das Münsteraner Kabarett „Fortschrott“, lernte Chinesisch und schrieb Gedichte, Chansons und Kriminalromane, ganz zu schweigen von der Fülle der von ihm verfassten wissenschaftlich-pädagogischen Publikationen. Aber „Schach war und ist die ewige Droge“ sagte er von sich selbst.

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Werner Nautsch 80 Jahre

FIDE-Meister Werner Nautsch, Grandseigneur des Essener Schachsports, vollendet heute nicht nur sein achtzigstes Lebensjahr, er kann zugleich auf eine beispiellose 70jährige aktive Schachkarriere zurückblicken: Bereits 1946 wurde der 10jährige, der das Schachspiel bei seinem Vater Hugo erlernt hatte, Mitglied von Altenessen 24, zählte danach über Jahrzehnte zur deutschen Spitzenklasse und war noch in diesem Jahr maßgeblich am Aufstieg von SFK 3 in die Regionalliga beteiligt. Sein sportlich bedeutendster Erfolg war der Titel des deutschen Vizemeisters im Blitzschach, den er 1974 errang. Das Blitzschach ist bis heute seine Paradedisziplin geblieben, so war er zuletzt noch am Katernberger Gewinn der Ruhrgebietsmeisterschaft vor zwei Jahren beteiligt.

Dank seiner guten Kontakte in die örtliche Wirtschaft holte der Geschäftsführer eines großen Essener Wohnungsunternehmens zahllose hochkarätige Schachveranstaltungen nach Essen: Ob der Auftritt des damaligen Vizeweltmeisters Timman im Jahr 1994, die Veranstaltung der Deutschen Seniorenmeisterschaft 2005 oder das langjährige Engagement der Sportfreunde Katernberg in der Schachbundesliga – all dies wäre ohne seinen Einsatz nicht möglich gewesen. Für seine Verdienste um den Essener Sport wurde ihm vom Essener Sportbund deshalb bereits 2006 die silberne Ehrennadel verliehen.

Sein organisatorisches Engagement musste der Jubilar in den letzten Jahren mit Rücksicht auf gesundheitliche und familiäre Verpflichtungen zurückfahren, doch seine Liebe zum Schachspiel ist ungebrochen – hier ist er nach wie vor ein findiger, schwer zu besiegender Gegner, ein wahrer Meister seines Sports bis heute.

Lieber Werner - die Sportfreunde Katernberg gratulieren Dir aus vollem Herzen und wünschen Dir (und uns zugleich) noch viele schachlich aktive Jahre. Möge Dir niemand je nachsagen können, Du seiest am Schachbrett altersmilde geworden!

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Trauer um Hartmut Schermeier

Wir trauern um unseren Schachfreund Hartmut Schermeier, der vor wenigen Tagen im Alter von 77 Jahren verstarb. Obwohl wir um seine gesundheitlichen Schwierigkeiten wussten kommt die Nachricht von seinem Tod infolge von Komplikationen nach einem ärztlichen Eingriff unerwartet. Unsere Anteilnahme gilt seiner Ehefrau, den beiden Töchtern und Enkelkindern.

Der Altphilologe Hartmut Schermeier zog nach dem Studium in Berlin nach Essen, wechselte hier beruflich zur Mathematik, schachlich von Lasker Steglitz zur Essener Schachgesellschaft. Der spätere Oberstudienrat zählte schnell zu den stärksten Spielern in Essen. Er pflegte einen vorsichtigen, positionell geprägten Stil und war ein schwer zu bezwingender Gegner, dessen größte Schwäche allenfalls seine Neigung zur Zeitnot war. Seit dem Zusammenschluss der Vereine ESG und SFK schätzten auch wir ihn als einen vielseitig gebildeten, stets kompromissbereiten und engagierten Mitspieler. Gesundheitlich bedingt zog er sich schon vor einigen Jahren vom Turnierschach zurück, bei Privatturnieren und als gelegentlicher Gast beim Spielabend war er jedoch ebenso präsent wie bei unseren Radtouren. Wir werden unserem Schachfreund Hartmut Schermeier ein ehrendes Andenken bewahren.

Seine letzten Turnierpartien spielte Hartmut Schermeier in der Saison 2006/2007 für SFK 3 in der Verbandsklasse. Aus dieser Zeit hier zwei Partien, gespielt in typischem Schermeier-Stil. Selbstverständlich ist auch ein Schwarzsieg mit seiner geliebten Holländischen Verteidigung dabei, die er zeitlebends mit großem Erfolg spielte:

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Trauer um Ralf May

Mit großer Bestürzung erreicht uns die Nachricht, dass unser Schachfreunde Ralf May bereits am 21.07.2016 im Alter von 60 Jahren verstorben ist. Ralf trat unserem Verein 1972 im Alter von 16 Jahren bei und erwarb sich am Schachbrett schnell Respekt durch seine sehr unternehmungslustige Spielweise und eine scharfe Angriffsführung. Er gehörte mit Johannes Blaskowski, Werner Rottstädt, Bernd Rosen, Norbert Otto und Anderen zu der von Willy Rosen betreuten Jugendmannschaft, die einige Jahre lang das Essener Jugendschach dominierte und auch im Ruhrgebiet zu den stärksten Mannschaften zählte.

Seit dem Eintritt ins Berufsleben beschränkten sich seine schachlichen Aktivitäten auf den Einsatz bei den Mannschaftskämpfen, wo er über Jahrzehnte ein zuverlässiger Spieler war, zumeist in unserer vierten Mannschaft. Ich erinnere mich an einen Ausspruch seines Mannschaftsführers Martin Hugger vor vielen Jahren, dass man Ralf notfalls auch auf der Arbeit anrufen könne - wenn er gebraucht würde, käme er auch mit dem Schraubenschlüssel in der Hand ans Schachbrett geeilt. Seine letzten Einsätze für SFK 4 lagen in den Jahren 2011 und 2012.

Wir werden unseren Schachfreund Ralf May in ehrenvoller Erinnerung behalten.

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Dr. Thomas Wessendorf ist Deutscher Ärztemeister

In blendender Form präsentierte sich Dr. Thomas Wessendorf bei der Deutschen Ärztemeisterschaft in Bad Neuenahr: Der amtierende Essener Pokalmeister, im “Zivilleben“ als Oberarzt an der Essener Ruhrlandklinik tätig, holte aus 9 Runden 8,5 Punkte und wurde überlegener Turniersieger mit einem ganzen Punkt Vorsprung auf den Rest des Feldes. Dieses war mit 140 Teilnehmern, darunter zahlreichen Titelträgern, sowohl in der Breite als auch in der Spitze ausgezeichnet besetzt. Zwei weitere Katernberger waren in Bad Neuenahr ebenfalls mit von der Partie: Der Kinderarzt Dr. Reinhard Kennemann und der Onkologe Dr. Jürgen Kraft platzierten sich mit je 5 Punkten im vorderen Mittelfeld. Eine Tabelle gibt es beim Deutschen Schachbund.

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Pokal-Aus (1)

Nach wechselvollem Kampf mit einigen beiderseitigen Fehlern schied Thomas Wessendorf im Halbfinale des Ruhrgebietspokals gegen Marcel Quast (SC Gerthe 46 - Werne) aus. Nach einem Fehlgriff gegen das von Weiß gespielte Morra-Gambit kämpfte er sich zurück in die Partie, in der Zeitnotphase hatte er dann das Pech, den letzten Fehler zu begehen. Hier die Partie:

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Mit Glück ins Halbfinale

Trotz überlegen geführter Partie kam Dr. Thomas Wessendorf in der 2. Runde des Ruhrgebietspokals nicht über ein Remis gegen den Dortmunder Jens Zelt hinaus. Nach dem Verlust der ersten Blitzpartie stand er nach einem Figureneinsteller in der 2. Partie bereits vor dem Ausscheiden, konnte die Partie aber noch drehen und den Tie-Break am Ende doch noch mit 2:1 für sich entscheiden. Hier die Partie, deren Verlauf der Sueger so zusammenfasst:

Durch die eigenwillige Eröffnungsbehandlung des Schwarzen (Eine Art Philidor?) hatte ich eine Riesenstellung, aber auch einen Zeitverbrauch, der sich gewaschen hatte. Ich wusste einfach nicht, ob ich rechts, links oder in der MItte gewinnen sollte! Mein Gegner hatte dafür nur ein paar Minuten verbraucht, er sagte nachher, er musste halt immer den einzigen Zug machen. Am Schluss war ich zu müde, um das Endspiel noch auf Gewinn zu spielen.

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Eine Runde weiter

Der Essener Pokalmeister Dr. Thomas Wessendorf setzte sich in der ersten Runde des Ruhrgebietspokals souverän gegen den Bochumer Vertreter Thomas Freisen (SV Günnigfeld) durch. Mit den schwarzen Steinen wählte er mit dem Kasparov-Gambit eine ehrgeizige Variante und erreichte eine überlegene Stellung. Ein systematisch vorbereitetes Figurenopfer zerstörte schließlich die weiße Königsstellung. Hier die einseitige Partie zum Nachspielen:

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Lernen ohne Denken ist vergebliche Mühe, und Denken ohne Lernen ist gefährlich.

Konfuzius

Schachaufgabe

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